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Mitteilungsblatt Gemeinde Wallerfangen
Ausgabe 40/2026
Kultur und Freizeit
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Verein für Heimatforschung Wallerfangen e.V.

LÄDT EIN ZU EINEM VORTRAG VON DR. GISELA TASCHER

9. Vortrag aus der Vortragsreihe im Rahmen des 50. Vereinsjubiläums

 

Die organisierte Ermordung von Behinderten und psychisch Kranken im Rahmen des NS-Euthanasie-Programms

Am Freitag, dem 16. Oktober 2026, um 18 Uhr in der Aula der Grundschule Wallerfangen

Zum Vortrag: Es geht darum, auf ein düsteres Kapitel unserer Heimatgeschichte Licht zu werfen. Eine Arbeitsgruppe des Vereins unter Leitung von Dr. Peter Winter (†) und Friedel Jacob hat die Schicksale Wallerfanger Menschen erforscht, die Opfer des NS-Euthanasie-Programms wurden. Eine entsprechende Videopräsentation im Historischen Museum Wallerfangen wird am 16. Oktober eröffnet. Der damit zusammenhängende Vortrag nimmt Organisationen, Anstalten und Personen in den Blick, die sich auch im Saarland an der „Vernichtung lebensunwerten Lebens" beteiligt haben. Schon 1933 war das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" erlassen worden. Ziel der Maßnahmen war - im Wortlaut der NS-Ideologie - die „Ausschaltung Erbuntüchtiger von der Fortpflanzung" und die „Bekämpfung der Rassenmischung". 1939 begann die Ermordung geistig und körperlich behinderter Menschen im Rahmen einer groß angelegten „Euthanasie-Aktion". Wie beeinträchtigte Kinder mithilfe von Medikamenten und Nahrungsmittelentzug in so genannten „Kinderfachabteilungen" getötet wurden, wird ebenso zur Sprache kommen wie der raffiniert organisierte Mord an erwachsenen Patienten in den Gaskammern sog. „Heilanstalten", denen „Trostbriefabteilungen" angegliedert waren, welche die Familien der Mordopfer benachrichtigten, und „Sonderstandesämter" zum Ausstellen gefälschter Sterbeurkunden.

Zur Person: Dr. med. dent. Gisela Tascher war bis Anfang des Jahres in eigener Praxis als Zahnärztin tätig. Seit ihrer 2007 in Heidelberg erfolgten Promotion hat sie in zahlreichen Aufsätzen und Vorträgen medizinische Praxis und Ethik in der Zeit der NS-Diktatur untersucht und dargelegt. Für ihre Forschungen zu diesem Thema wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Ihre Dissertation ist 2010 unter dem Titel „Staat, Macht und ärztliche Berufsausübung 1920-1956 - Gesundheitswesen und Politik: Das Beispiel Saarland“ als Buch erschienen. Wir sind stolz, mit Frau Dr. Tascher eine profunde Kennerin dieser Materie für den Vortrag gewonnen zu haben.