Im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes Saarlouis drehte sich kürzlich alles um das „Wallerfanger Blau“:
Die Montanarchäologin Dr. Gabriele Körlin sprach über ihre Forschung zum römischen Bergbau in Wallerfangen. Im Zentrum der Begierde der alten Römer stand damals insbesondere das Azurit – ein Mineral, dessen strahlend blaue Farbpigmente unter anderem zu Wand- und Malfarbe sowie Kosmetik weiterverarbeitet wurden.
Gemeinsam mit weiteren Forschenden hat Dr. Körlin im Auftrag des Deutsche Bergbau-Museums (DBM) Grabungen in der Gaugemeinde durchgeführt. Die Ergebnisse ihrer Forschung hielt sie im Buch „Das Imperium macht Blau – Der römische Bergbau in Wallerfangen“ fest, welches jüngst im Landratsamt vorgestellt wurde.
Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Vereinigung für Heimatkunde im Landkreis Saarlouis sowie dem Verein für Heimatforschung Wallerfangen durchgeführt.
Landrat Lauer verwies zudem auf den Emilianusstollen – ein Besucherbergwerk im Wallerfanger Ortsteil St. Barbara, in dem das römische Erbe hautnah erlebt werden kann. Während dieser im 20. Jahrhundert maßgeblich durch den Montanarchäologen Prof. Dr. Gerd Weisgerber erforscht wurde, konzentrierten sich die Grabungen von Dr. Körlin in den vergangenen Jahren auf den nahegelegenen Stollen Bruss.
Im Anschluss an die einleitenden Worte weihte Dr. Körlin die rund 80 anwesenden Gästen auf anschauliche Weise in die Geheimnisse des alten Bergwerkes ein. In ihrem Vortrag stellte sie unter anderem dar, in welcher Form die römischen Bergleute den Azurit abgebaut haben, wie die damalige Arbeitssicherheit unter Tage aussah und auf welche Weise die Bergleute den typischen Problemen des Bergbaus begegneten.
Führungen durch den Emilianusstollen können bei der Tourist-Info des Landkreises Saarlouis (Tel.: 06831-444449) gebucht werden. Die Besichtigungen werden von den Gästeführern Helmut Grein und Gilbert Jaeck durchgeführt.