Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
kommunalpolitisch war das Jahr 2025 für die Fraktionen und Parteien im Gemeinderat sehr abwechslungsreich.
Bestimmende Themen im Gemeinderat waren unser Freibad sowie das „Ärztehaus“, also das zu errichtende Medizinische Versorgungszentrum „Villeroy & Galhau“ am Standort des ehemaligen Rewe-Marktes, das von einem Wallerfanger Bürger zusammen mit Gemeinde und Sophienstiftung forciert wird.
Nach vielen Diskussionen in 2024 und 2025 fasste der Gemeinderat mehrheitlich einen Beschluss, das Freibad im Bestand klassisch zu sanieren. Peut-à-peut, da die Gemeinde keine Millionenbeträge zur Vollsanierung mit Umsetzung in ein Naturbad aufbringen kann. Wobei auch die Umwandlung in ein Naturbad äußerst umstritten war und ist. Aufgrund der strittigen Diskussion und meiner Ansicht nach teilweise fehlendem Sinn für die finanziellen Lage der Gemeinde gab es sogar eine offizielle Protestkundgebung vor dem Rathaus für eine klassische Sanierung. Die Befürchtung der engagierten Protestierenden: Durch immer höhere Forderungen wird eine Sanierung verschoben, bis das Freibad durch weiteren Verfall schließen müsste. Letztendlich wurde die klassische Variante mehrheitlich beschlossen. Danke. Am Rande: Nebenkriegsschauplätze über die Richtigkeit der Sitzungsprotokolle haben Hauptamt und Bauamt mit ihren Amtsleitungen Ende 2024 und in 2025 zum Teil lahmgelegt.
Protokollführenden Mitarbeitenden wurden Unrichtigkeiten, gar Falschdarstellungen vorgeworfen, sodass diese die Tonaufzeichnungen über Tage wiederholt abhören mussten. Nicht schön und vor allem nicht wertschätzend gegenüber den Mitarbeitenden, die nach dem offiziellen Feierabend während den Sitzungen Protokoll führen. Was hätten die Mitarbeitenden von Unrichtigkeiten und Falschdarstellungen? Übrigens: In der Sitzung des Bauausschusses vom 8. Januar 2026 habe ich zu diesem Thema die Genehmigung der Protokolle seit 2024 zur Tagesordnung gemacht. Insgesamt 18(!) strittige Protokolle waren mit dieser Thematik befasst. Ergebnis: Diese über Sitzungsstunden, Wochen und Monaten strittigen Protokolle wurden bereits nach bereits 12 Minuten abgeschlossen. Alle Protokolle genehmigt, einstimmig. So viel dazu! Gleichzeitig möchte ich aber auch dankend betonen, dass die ehrenamtlichen Gemeinderäte in vielen Fällen bis in die Abendstunden beraten und beschließen.
Noch in 2025 wurde nach erst über einem Jahr innerhalb der Mehrheit des Gemeinderates die Zusammenarbeit einseitig aufgekündigt. Ich wünsche mir, dass in Zukunft wieder ein mehr an Miteinander, Realitätssinn und Vertrauen in die Verwaltung und in die Zukunft sowie in die Entwicklung der Gemeinde vorherrscht.
Das bestimmende Projekt in 2025 und für die nächsten Jahre war und ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung in der unserer Gemeinde. Dort, wo auch im Saarland immer mehr Arztpraxen schließen, über ein Apothekensterben in der SZ berichtet wurde, startet in Wallerfangen ein Leuchtturmprojekt aus privater Initiative heraus!
An der Stelle des alten Rewe-Marktes wird ein medizinisches Versorgungszentrum mit verschiedenen Fachrichtungen, wie neben anderen zum Beispiel eine Hausarztpraxis oder eine Kinderarztpraxis einziehen. Dazu kommen u. a. noch ein Laborunternehmen, Sanitätshaus und Apotheke. Eine für die Fachrichtungen und Patienten ganzheitliche Betreuung und Versorgung. Und: Eine bekannte Bäckerei soll mit Café wieder nach Wallerfangen zurückkommen. Ich freue mich.
Der Investor, ein Wallerfanger Bürger, arbeitet zusammen mit mir, der Ortsvorsteherin auch als Landtagsabgeordnete, der Sophienstiftung als Eigentümerin und dem Gemeinderat, um das Projekt zum Ziel zu führen. Gemeinde mit Rat und Sophienstiftung stiften Baurecht und Rahmenbedingungen, die der Investor für sein „Herzensprojekt“ braucht. Dazu gehört auch eine ordentliche Parkplatzsituation für die Patienten und Kunden. Der Gemeinderat hat auf Vorschlag der Verwaltung die Bewirtschaftung mit Parkgebühren der umliegenden Parkplätze beschlossen, übrigens nach Konsultation der Kirchengemeinde und der Kita. Denn: Welche Arztpraxen eröffnen neu, wenn für ihre Patienten kein Parkraum in unmittelbarer Nähe zur Verfügung steht? Für manche ein Wermutstropfen, in anderen Städten und Gemeinden schon lange Realität. Und die Frage: Habe ich in der heutigen Zeit lieber einen freien Parkplatz für das Auto oder eine medizinische Versorgung in der Gemeinde vor Ort? Für mich und mehrheitlich im Gemeinderat eindeutig: Arztpraxen, auch wenn ich den Parkplatz vor der Tür bezahlen muss. Die Verträge sind unterschrieben, weiter geht´s! Danke an Investor, Bauamt, der Mehrheit im Gemeinderat, allen Beteiligten und an das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger. Und Baufirmen und Handwerksbetriebe freuen sich auch.
Die Gemeinde Wallerfangen hatte in den letzten Jahren stets einen ausgeglichenen Haushalt ohne Steuererhöhungen. Im vergangenen Jahr musste der Wasserleitungszweckverbandes aus wirtschaftlichen Gründen die Gebühren des erhöhen. Ein Begleitschreiben mit Informationen wurde Ihnen der Jahresrechnung beigefügt. Bedenken Sie dabei, was ein Liter reines und sauberes Trinkwasser umgerechnet kostet. Sie werden überrascht sein. Die kaufmännischen und technischen Leitungen mit ihren Männern und Frauen bringen seit Jahren die Trinkwasserversorgung nicht nur auf Vordermann, sondern machen diese auch zukunftssicher – auch z. B. gegen Stromausfälle und Cyberangriffe! Vielen Dank.
Zunächst scheinbar enttäuschend: die Gemeinde konnte aus personellen Gründen (Fachkräftemangel!) im Jahr 2025 keinen Haushalt verabschieden. Auffassung der Kommunalaufsicht: ein Haushaltsbeschluss im Jahr 2026 ist nicht mehr notwendig, ein „bilanzieller“ Abschluss ist zu fertigen, das reiche. Und dieser wird nicht schlecht aussehen. Die Gemeinde Wallerfangen wird das Jahr 2025 mit einem (bescheidenen) positiven Ergebnis abschließen. Zum einen, da wir a) die zur Verfügung stehenden Gelder aufgrund fehlenden Personals (Ingenieure) leider nicht abarbeiten konnten, b) zum anderen Teil aber auch, da wir sparsam mit den Steuergeldern umgehen, fast ausschließlich nur Projekte mit Fördergeldern von dritter Seite umsetzen und c) mit einer sehr schlanken Struktur mit vergleichsweise wenigen Personalkosten arbeiten. Zum letzteren möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Mitarbeitenden der Gemeinde bedanken. Ob Bauhof, Verwaltung, Kindergärten und Grundschulen, WZV oder auch in allen anderen Bereichen bis hin zu Ortsdienern und Reinigungskräften: Mit euch klappt´s! Merci, vielen Dank!
Lesen Sie im nächsten Amtsblatt einen Ausblick auf das Jahr 2026. Bleiben
Sie gesund und zuversichtlich.