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Lindenberg Nachrichten mit Amtsblatt
Ausgabe 5/2021
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Geistliches Wort zum Pfingstfest 2021

Liebe Leserinnen und Leser,

es muss im Leben mehr als alles geben. Mehr als den Euro und den Dollar, mehr als Internet-Geschäfte und Facebook.

Eigentlich wissen wir das. Wir spüren es im Innersten.

Wir haben eine Sehnsucht, einen Hunger, nach richtigem Leben und eine Ahnung davon. Wir wissen genauso, wie heillos und zerstritten unsere Welt ist, dass wir nicht alle Fragen und Probleme letztlich lösen können. Und wir hoffen auf Antworten, oder wenigstens auf Menschen, die uns zuhören. Wir warten auf Menschen, die uns den Himmel offen halten. Es sollen Leute sein, die dem Leben selber auf der Spur sind, die selbst suchen nach dem, was wirklich trägt und hält. Solche geistlichen Menschen sollen aber auch Zeit für uns haben, unsere Freuden und Hoffnungen ebenso teilen, wie unsere Ängste und Leiden. Gott sollen sie nahe sein und uns natürlich auch.

Genau das ist die Botschaft von Pfingsten für die Kirche: Sich nicht wie zunächst die kleine Gemeinschaft in Jerusalem ängstlich abkapseln. Sondern die Türen aufreißen, hinausgehen auf die Straßen und Plätze, sich den Fragen, auch den manchmal unbequemen, stellen, Zeugnis ablegen von Gott und von dem, was er durch Christus getan hat. Sich anstecken lassen, von diesem Geist, dessen Wirken eigentlich unbeschreiblich ist, und folglich nur mit Bildern, eben Sturm oder Feuerszungen gedacht werden kann. Weil sie Gott auf neue Weise erfahren, treten sie zu den Menschen hin. Nicht gelähmt, obwohl auch die Kirche kritische Situationen durchlebt. Nicht ängstlich, obgleich ihr manchmal ein rauer Wind entgegen bläst. Sondern voll Leidenschaft, weil sich das gesamte Volk Gottes von der Kraft des Geistes getragen weiß.

Heiliger Geist? Wir sprechen manchmal vom Geist, der etwa in einem Haus herrscht. Wir spüren, wie er ist, gut oder schlecht; wer davon erfasst ist und zugleich dazu beiträgt. Heiliger Geist. Man merkt bald, wenn er irgendwo „zu Hause“ ist. Wir spüren ihn an drei Erkennungszeichen:

Er bewirkt ein tiefes, tragfähiges Vertrauen zum Leben und zu Gott.

Er gibt Hoffnung, die einen weiten Horizont hat. Und er ermöglicht Liebe, und zwar eine, die diesen Namen wirklich verdient hat.

Ihnen und Ihren Angehörigen ein geisterfülltes Pfingstfest!

Ihr Pfarrer Tobias Reinhold

Kath. Pfarramt St. Andreas Teistungen