Liebe Leserinnen und Leser,
die Altenpflegerin und Sterbebegleiterin Bronnie Care beschreibt in ihrem
Buch "5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen", welche fünf Dinge Menschen auf dem Sterbebett am meisten bereuen. Manche sagen: Ich wünschte, ich hätte mehr Kontakt zu meinen Freunden gehalten. John, ein alter Mann, vertraute ihr eines Tages an: Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet. Seine Frau und er hatten fünf Kinder großgezogen, ein Haus gebaut und genug Geld für den Lebensabend beiseitegelegt. Sie waren noch fit und gesund, als sie ihn bat, in den Ruhestand zu gehen. Er meinte, es würde vielleicht doch noch nicht ganz reichen. 16 Jahre lang arbeitete er noch weiter. Seine Frau bat ihn immer wieder. Sie war einsam, hätte gern ihre Ehe neu entdeckt, jetzt wo die Kinder aus dem Haus waren. Natürlich mochte ich meine Arbeit, sagte John. Und ich mochte den Status, den sie mir verschaffte. Aber was habe ich jetzt davon? Margret war drei Monate vor seinem geplanten Rentenbeginn gestorben. Seine Jagd nach materiellen Gütern habe ihn von dem wirklich Wichtigen abgehalten: Zeit mit Menschen und Dingen zu verbringen, die er liebte. Ich wär so gern dabei gewesen, doch ich hab viel zu viel zu tun singt Tim Bendzko. Muss nur noch schnell die Welt retten, danach flieg ich zu dir. Noch 148 Mails checken muss nur noch kurz die Welt retten und gleich danach bin ich wieder bei dir. Ich überlege mir, je älter ich werde:
Musst du das und jenes wirklich tun oder haben? Und ich überlege, wie ich leben will, damit ich auf dem Sterbebett nichts bereuen muss, zumindest nichts, was mir wirklich wichtig ist.
Ihr Pfarrer Tobias Reinhold
Kath. Kirchengemeinde St. Andreas Teistungen