Foto: Dominique Lattich
Wenn die Jüngsten zusammen mit ihren Eltern, Großeltern und Lehrern auf der Bühne stehen, entsteht eine ganz besondere Dynamik. Genau das bewies das inzwischen 6. Familienkonzert der Könitzer Friedrich- Herthum Grundschule am 30. Mai. Ab 16 Uhr verwandelte sich die örtliche Kirche in eine lebendige Konzertbühne, auf der ein vielseitiges Repertoire von herzerwärmenden Kinderliedern über bekannte Popsongs bis hin zu modernen Chartstürmern präsentiert wurde. Die Musizierenden brachten die ehrwürdigen Kirchenmauern regelrecht zum Beben und ernteten dafür begeisterten Beifall.
Dabei stand die Veranstaltung kurz vor dem Start unter keinem guten Stern: Völlig unerwartet gab die Schultechnik unmittelbar vor Konzertbeginn komplett den Geist auf. Nur dank des schnellen und entschlossenen Handelns aller Beteiligten konnte der Nachmittag gerettet werden. In einer rasanten Improvisationsaktion organisierten Helfer privates Equipment und bauten in Rekordzeit eine funktionierende Tonanlage auf. Das Publikum merkte von der anfänglichen Aufregung im Hintergrund letztlich kaum etwas, als die charmante Moderation der Dritt- und Viertklässler begann.
Hinter dem Erfolg steht ein klares, integratives Konzept: „Jeder darf mitmachen – von der Oma hin zum Kind“, beschreibt Tina Eichhorn die Grundidee. Als Lehrerin an der Grundschule lenkt sie die Geschicke der Veranstaltung von der ersten Stunde an. Die Intention ist ebenso simpel wie wirkungsvoll: Eltern, die einst ein Instrument gelernt haben, sollen reaktiviert werden, um den eigenen Nachwuchs fernab des klassischen Musikschulunterrichts für das gemeinsame Musizieren zu begeistern. Da sich Erwachsene dabei oft zurückhaltend zeigen, setzt das Projekt genau hier an.
Schüler als Moderatoren, seltene Klänge und ein Blick in die Zukunft
Die Schülerinnen und Schüler standen stolz als eigener Chor im Rampenlicht. Für klangliche Abwechslung sorgten langjährige Partner wie die Musikschule Fröhlich sowie die Gruppe „Ilsenfeuer“ von den Burgfreunden Ranis, die mit historischen und seltenen Instrumenten wie dem Dudelsack, einer Davul und einer Drehleier für ein einzigartiges Hörerlebnis sorgten. Zudem wächst die musikalische Familie stetig weiter: In diesem Jahr sorgten drei Gäste aus Bad Blankenburg für hervorragende Stimmung. Karnevals-Stimmungskanone Matthias Höfer hatte seine Musikerfreunde mitgebracht, um mit dem passenden Titel „Gute Laune“ das Publikum anzustecken. Einen weiteren Glanzpunkt setzten engagierte Eltern, die nach nur zwei abendlichen Proben Klassiker der Beatles und der Münchener Freiheit gemeinsam mit Instrumentalisten auf die Bühne brachten – ein Auftritt, der sich absolut hören lassen konnte. Auch ehemalige Schülerinnen blieben der Bühne treu und begeisterten durch ihre Stimmen gemeinsam mit ihren Vätern.
Der langanhaltende Beifall und leuchtende Kinderaugen gaben den Musikern recht: Die Menschen möchten zuhören, wenn Jung und Alt gemeinsam auf der Bühne stehen. Für Organisatorin Tina Eichhorn steht deshalb schon fest, dass sie die erfolgreiche Tradition auch im kommenden Jahr fortführen möchte.
Damit das Familienkonzert im nächsten Jahr allerdings überhaupt stattfinden kann, steht die Schule nun vor einer großen Aufgabe. Da die Schultechnik dauerhaft den Geist aufgegeben hat, werden dringend Spenden für die Anschaffung von neuem Equipment benötigt. Nur mit finanzieller Unterstützung kann das technische Fundament für das nächste Konzert gesichert werden. Die Schule ist dankbar für jede noch so kleine Spende, denn viele Töne werden zur Musik.