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Uhlstädt-Kirchhaseler Anzeiger
Ausgabe 4/2021
Aus der Gemeinde
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Informationen der Wegewarte der Gemeinde

Wandern geht immer

Bedingt durch die Coronakrise wird vielerorts eine erhöhte Nachfrage im thüringischen Wandertourismus festgestellt, vor allem bei Tagesausflügen. Da unsere Kulturein­richtungen und Freizeitangebote weiterhin nicht vollumfänglich bzw. nur unter Auflagen genutzt werden können, bewegen sich viele Menschen verstärkt in der Natur. Mancherorts stößt die Infrastruktur dabei an ihre Grenzen. Folgen sind überfüllte Parkplätze, herumliegender Müll, zertrampelte Vegetation, illegale Motorrad-Sausen und Lagerfeuer etc.

Damit Natur und Umwelt geschont werden und die Ansteckungsgefahr niedrig bleibt, muss sichergestellt werden, dass sich nicht zu viele Menschen an denselben Stellen ballen. Die Gäste sollten sich nicht auf einzelne Rad-und Wanderwege konzentrieren, sondern sich möglichst breitflächig verteilen. Im Vordergrund sollten dabei weiche Maßnahmen der Besucherlenkung (frühzeitige Information, zahlreiche Alternativangebote etc.) stehen, aber auch ein achtsamer Umgang mit Mutter Natur.

Wandern macht nicht nur fit, es führt auch Generationen zusammen und sorgt für tolle Erlebnisse an frischer Luft! Schon 3.000 Schritte täglich mehr genügen, um das Risiko für Arterienverkalkung und damit für Herzinfarkt sowie Schlaganfall zu reduzieren.

Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass die Infrastruktur an den Wander-und Radwegen, auch abseits der Top-Wege wie Goethe-, Luther-Weg oder am Schustersteig, eine ausreichende Qualität besitzt. Dafür läuft aktuell eine Bewerbung um Fördermittel aus LEADER. Die Bedarfe heraus zu finden, bedeutet eine stetige Beobachtung der Besucherströme, um mögliche Hotspots des Nutzeraufkommens festzustellen und qualifizierte Alternativangebote zu schaffen oder Gebote (Schilder) zu stellen. Beispielhaft sei der Blassenberg mit seinen Orchideenvorkommen bei Großkochberg genannt. Verantwortlich dafür ist die Kommune mit ihrer Touristinformation, den vier Wegewarten und Wegepaten in Zusammenarbeit mit den engagierten Heimat- und Wandervereinen der Gemeinde. Die Informationen müssen bei den Reisegebieten und den Kreisen (Kreiswegewart Dirk Fischer und Landratsamt SLF-RU) gebündelt werden. Nur wer weiß, was Wanderer der Region bevorzugen, kann entsprechende Investitionsentscheidungen in die richtige Richtung treffen oder Projekte anschieben.

Attraktive Wander- und Spazierwege ermöglichen eine sichere Besucherlenkung in der freien, offenen Landschaft des Hexengrundes genauso wie in den Wäldern der Uhlstädter Heide. Besondere Bedeutung kommt den naturnahen Wegen und Pfaden zu. Gerade sie machen das zu Fuß gehen für die meisten Menschen attraktiv. Besonders hier ergeben sich besondere Naturerfahrungen und -erlebnisse. Das erhöht nicht nur die Wertschätzung für die Natur, sondern unterstützt gerade bei jungen Menschen die Persönlichkeits­entwicklung, Sozialkompetenz und Motorik.

Dass die vorhandene Infrastruktur mit einem hohen Anteil naturnaher Wegoberflächen gefördert und erhalten bleibt, ist Aufgabe der Kommune und Wegewarte. Je naturnaher das Freizeiterlebnis ist, desto größer sind die Chancen, große und kleine Wanderer für Mobilitäts- und Klimaschutzfragen oder die Förderung der biologischen Vielfalt zu sensibilisieren.

Ich schütze nur, was ich liebe. Ich liebe nur was ich kenne. Ich kenne nur, was ich wahrnehme. Ich nehme nur wahr, was für mich eine Bedeutung hat, …und diese Bedeutung vermitteln Erwachsene den Kindern.“ Dr. Raingard Knauer & Petra Brandt

Unser Umwelt-Knigge

Regel 1: Nehmen Sie Rücksicht

In der Natur sind wir immer zu Gast. Tiere und Pflanzen sind hier zu Hause. Deshalb: Verhalten Sie sich leise und halten Sie Abstand, um die Tiere nicht zu stören!

Regel 2: Auf festen Wegen bleiben

Das gilt grundsätzlich überall, besonders aber in der Dämmerung und zu Brut- und Setzzeiten der Wildtiere. Generell bedeuten Menschen, die sich abseits befestigter Wege bewegen, für Tiere und Pflanzen Stress.

Regel 3: Betretungs- und Ruhezonen beachten

Sperrungen sind immer gut begründet und sollten zum Schutz der Natur daher auch beachtet werden. Gerade in Sperrzonen wie Naturschutzgebieten richtet falsches Verhalten besonders viel Schaden im Ökosystem an.

Regel 4: Hunde stets an die Leine!

Hunde können Wildtiere aufscheuchen. Daher sollten sie in der Natur immer an der Leine geführt werden.

Regel 5: Kein wildes Zelten, Grillen, Feuermachen oder Partyfeiern in der freien Natur

Das ist nur an den dafür vorgesehenen Stellen (z. B. Schutzhütten) erlaubt.

Regel 6: Müll immer mitnehmen

Müll verunstaltet nicht nur die Natur, er kann auch bei Tieren Krankheiten auslösen und das Grundwasser verunreinigen. Das gilt besonders für die hochgiftigen, als Sondermüll einzuordnenden Zigarettenkippen, die in der Natur zurückgelassen werden. Die Tiere halten die Kippen nicht nur fatalerweise für Futter. Die glühenden Zigarettenreste, die oft achtlos weggeworfenen werden, können besonders im Wald leicht verheerende Brände verursachen.

Regel 7: Nur an ausgewiesenen Stellen ins Wasser gehen

Ob als Schwimmer, mit dem Boot oder einem Kanu - für alle Wassersportarten gilt nicht nur zum Eigenschutz, sondern auch zum Schutz der Natur: Verbote beachten!

Regel 8: (Fast) ungestörte Natur ungestört lassen

In Deutschland gibt es nach Angaben von Natur- und Umweltschutzverbänden keine ungestörte Natur mehr. Gerade deshalb müssen sich auch Tourengeher, Kletterer und Wassersportler an Sperrzonen halten. Tun sie das nicht, könnten ohnehin schon bedrohte Arten ganz aussterben.

Regel 9: Keine Wildtiere verfolgen, streicheln oder aus der Nähe fotografieren

Auch hier gilt zum Schutz der Natur: Abstand halten!.

Regel 10: Tiere und Pflanzen weder mitnehmen noch aussetzen

Der Wald fördert die Gesundheit durch Bewegung, Farbe, Wind und Wetter. Die offene Umgebung verringert die Infektionsgefahr. Herz und Kreislauf sind trainiert, die vermehrte Bewegung stärkt die Körperspannung, stärkt die Muskulatur gleichmäßig und stabilisiert dadurch auch die Psyche.

Auf bald im Wald!

Ihr Team vom Wegemanagement Uhlstädt-Kirchhasel

Wegewart Wolfram Siebert, wohnhaft in Großkochberg 10, Telefon 0175 222 44 65 (unterwegs im Nord-Westen der Kommune)

Wegewartin Marina Ehlert, wohnhaft in Niederkrossen 36, Telefon 0176 434 774 99 (unterwegs im Nord-Osten der Kommune)

Wegewart Thomas Hellmuthhäuser, wohnhaft in Weißen 74, Telefon 0176 630 167 64 (unterwegs im Süd-Westen der Kommune)

Wegewartin Annett Hergeth, wohnhaft in Oberkrossen 5, Telefon 0162 868 3567 (unterwegs im Süd-Osten der Kommune)

Bei Fragen oder Anregungen gern anrufen!