Die politische Lage hatte sich in beiden deutschenStaaten beruhigt und das normale Leben kehrte zurück.
Unsere Ines wurde im Februar 1962 geboren, wir wohnten noch bei Knauers und kämpften mit dem Gemeinderat Schackendorf um einen Teil der LehrerWohnung in der Schule.
Meine Frau Selma war von Heldburg nach Veilsdorf an die Schule gewechselt und ich war noch bei der Polizei im Pass- und Meldewesen, nachdem ich 1963 eine starke Gelbsucht durchgemacht hatte.
Auch dieser Umstand hatte sein Gutes, ich konnte Schreibmaschine lernen (natürlich mit „2 Finger Such-System“).
Im Herbst 1962 konnten wir in die Schule dann einziehen und ich erklärte mich bereit den Schackendorfer Männerchor zu übernehmen, aber erst wenn ich eine Ausbildung zum Chorleiter besucht habe.
Die Ausbildung zum Chorleiter wurde vom Kreiskabinett für Kulturarbeit Hildburghausen ab März 1963 angeboten und endete mit Abschluß der Prüfung der Oberstufe im Jahr 1967.
Am 1. April 1965 gründeten wir mit Hilfe meines Mentors Helmut Kirchner den Gemischten Chor Schackendorf als Volkschor.
Am gleichen Tag begann ich wieder auf meinem erlernten Beruf des Werkzeugmachers im Porzellanwerk Kloster Veilsdorf zu arbeiten.
Meine Aufgabe war es nun den über 40 neuen Sängerinnen und Sängern ein neues Lieder-Programm zu erarbeiten, da sofort für die Festveranstaltung zum 100 jährigen Jubiläum Mitte Juli 1965 ein „Kommers-Programm“ erarbeitet werden mußte.
In Vorbereitung auf das Sängerfest war noch ein Festplatz zu schaffen. An diesem arbeiteten die Männer des Männerchores und viele freiwillige Helfer aus dem Ort mit.
Gemeinsam gestalteten wir, der Männerchor und der neugegründete Gemischte Chor, dann das Festprogramm am 18. Juli 1965 im Saal der Gaststätte Hartleb.
Während der Veranstaltung wurden einige Sänger des „alten Chores“ für ihre lange Mitgliedschaft im Volkschor Schackendorf gewürdigt.
Viele organisatorische Aufgaben mussten, vor allem von mir geleistet werden, bis das Fest erfolgreich durchgeführt werden konnte.
Nach dem Jubiläumsfest kamen vom „alten“ Männerchor zu uns in den Gemischten Chor die Sangesfreunde Josef Gaube, Werner Langguth, Alfred Bauer, Karl Leipold, Edgar Otto und Joachim Schneider. Später kamen zu uns mit Willy Brehm und Alfred Kirchner zwei sehr gute Bässe die unseren homogen Chorklang gut taten.
Das Jahr 1966 hatte, nachdem wir nun zum Kreis der Chöre des Landkreises gehörten, einige gute und erfolgreiche Auftritte.
Für uns Studenten der Chorleiter-Ausbildung ging es zusammen mit unseren Dozenten Helmut Kirchner und Volker Koch zum „Internationalen Chorleiter-Seminar“ nach Berlin. Dort lernten wir einige neue Lieder kennen, die von Prof. Helmut Koch, er war Vorsitzender der Chorkommission der DDR und von Fritz Höft, Prof. an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin vorgestellt wurden.
Im August 1966 fand in Heubach das Bezirkssängerfest des Bezirkes Suhl statt. Wir waren das erste Mal auch dazu eingeladen und nahmen am Wertungssingen teil. Groß war unsere Freude als wir das Prädikat „Ausgezeichnet“ in der Kategorie Grundstufe erhielten.
Wir sangen als Wettbewerb-Lieder, das sorbische Volkslied: „Liebchen lilienrein“ und ein Lied aus der Romantik mit dem Titel
Zu dieser Zeit gab es in der Gemeinde eine Kulturkommission, die aus Mitgliedern der Chöre und Vereine gebildet worden war. Die hatte die Aufgabe bestimmte Feierlichkeiten in der Gemeinde, wie Frauentags-Veranstaltungen, die Aktionen zum 1. Mai, den Kindertag am 1. Juni und die Feierlichkeiten zum „Republik-Geburtstag“, zu organisieren.
Seit ich wieder im Porzellanwerk als Werkzeugmacher gearbeitet habe, musste ich natürlich unseren Schlosserchor bei internen Veranstaltungen in der Schlosserei oder auch bei Betriebsveranstaltungen anleiten.
Ich wurde 1968 in die Betriebsgewerkschaftsleitung gewählt und war danach auch für kulturelle Probleme im Betrieb Ansprechpartner.
Im Jahre 1968 war ich mit der FDGB-Delegation des Kreises in Dresden zu den Arbeiterfestspielen. Dort habe ich einige Spitzenchöre aus ganz Osteuropa gehört, die mir Gewissheit gaben, dass ich das Richtige in meiner Freizeit tue.
Nun noch ein paar Worte zum vergangenen „Tag des offenen Denkmals“ in unserer Kirche. Das Thema dieses Jahr lautete „Wahrzeichen“. Hier haben wir festgestellt, dass unsere Gemeinden sehr reich an Wahrzeichen an Gebäuden, aber auch an Naturdenkmalen (Eichigtplatz) ist.
Unser Kloster Verein ist ab 4. Juli 2024 ein „Eingetragener Verein“ und erhielt auch schon den „Freistellungsbescheid“ zum „Gemeinnützigen Verein“.
Veilsdorf/Schackendorf, den 23. September 2024.
Hans Pfeifer,
Chorleiter und Vorsitzender
„Interessen-Gemeinschaft-Kloster Veilsdorf“