Familie Funke und ihre Drillinge zum Besuch bei Landrat Reinhard Krebs
BAD SALZUNGEN. Der Kreistag des Wartburgkreises hat am 19. Dezember 2023 den Haushalt für das Jahr 2024 verabschiedet, und trotz neuer Hürden bleibt die Finanzpolitik des Kreises solide. Das Gesamtvolumen des Haushalts beläuft sich auf etwa 290 Millionen Euro, wovon rund 39,3 Millionen Euro für Investitionen vorgesehen sind. Dies markiert den zweiten gemeinsamen Haushalt seit der (Wieder)Eingliederung der Großen Kreisstadt Eisenach in den Wartburgkreis.
„Trotz der vor uns liegenden Herausforderungen - wie der anhaltenden, überdurchschnittlichen Inflation und den Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie des Ukraine-Konflikts auf die kommunalen Finanzen - ist es gelungen, einen ausgeglichenen Haushalt zu erstellen, ohne auf neue Kredite zurückzugreifen“, freut sich Landrat Reinhard Krebs. Ein bedeutender Faktor dabei ist der Mehrbelastungsausgleich, der um rund 6,58 Millionen Euro auf etwa 24,5 Millionen Euro gestiegen ist. „Das zeigt“, so der Landrat weiter, „dass das Land in die richtige Richtung geht und auf die Bedenken der Kommunen eingeht.“
Im Fokus der Investitionen stehen der Breitbandausbau, Schulen und Straßen. Der Vermögenshaushalt erhöht sich um etwa 7,0 Millionen Euro auf rund 39,19 Millionen Euro. Dieses Geld fließt weiterhin in die kreisliche Infrastruktur sowie in Schulen und Kreisstraßen. Darüber hinaus sind Verpflichtungsermächtigungen von etwa 14,43 Millionen Euro vorgesehen, um kontinuierlich und nachhaltig zu investieren. Im Bildungsbereich werden sowohl Digitalisierungsprojekte im Rahmen des DigitalPakt Schule als auch Sanierungsmaßnahmen an verschiedenen Schulen umgesetzt. Auch der kommunale Straßenbau wird vorangetrieben, wobei besonderes Augenmerk auf wichtige Sanierungsmaßnahmen gelegt wird.
Der Wartburgkreis setzt mit dem Haushaltsplan 2024 seinen Kurs einer soliden Finanzpolitik fort, wie er bereits seit 2009 durch die Schuldenfreiheit des Landkreises demonstriert wird. Mit der Bestätigung durch das Thüringer Landesverwaltungsamt vom 29. Januar 2024 können die geplanten Maßnahmen nun zügig umgesetzt werden, um die Zukunft der Region nachhaltig zu stärken.
WARTBURGKREIS. Der Wartburgkreis führt die Bezahlkarte für Asylbewerber ein. In einer Pilotphase ab dem 1. März sollen die ersten 100 Menschen die Karte bekommen. Mit der Karte erhalten Asylbewerber das für "Sachleistungen" vorgesehene Geld nicht mehr in bar. „Die Verwaltung im Landratsamt bereitet diese Umstellung der Auszahlung von Bargeld auf die Nutzung der Bezahlkarte derzeit mit Hochdruck vor. Wir wollen es so schnell wie möglich umsetzen“, teilt Landrat Reinhard Krebs mit.
Der Landkreis orientiert sich dabei am Landkreis Greiz, wo es die Karte bereits gibt. Die Bezahlkarte ist im Einsatz auf das Gebiet des Wartburgkreises begrenzt. Sie kann dort im Einzelhandel genutzt werden - überall, wo Kreditkarten akzeptiert werden. Sie ist für Auslandsüberweisungen gesperrt und funktioniert wie eine Prepaid-Kreditkarte. Diese wird einmal im Monat durch die Kreisverwaltung aufgeladen. Mit dem Geld zahlen die Asylsuchenden etwa Lebensmittel, Kleidung, Fahrscheine, Drogerieprodukte oder Handykosten. Die Höhe der Beträge variiert von Person zu Person, abhängig vom Alter und den mit zu versorgenden Kindern und Jugendlichen. Im Schnitt ist von einem Betrag zwischen 400 und 500 Euro im Monat auszugehen, darin ist neben den „Sachleistungen“ ein „Taschengeld“ enthalten, welches auch als Bargeld abgehoben werden kann.
„Ich bin überzeugt davon, dass es der richtige Weg ist. Ich lege Wert darauf, dass es uns mit dieser Umstellung ausdrücklich nicht darum geht, den Menschen, die hier Schutz suchen, das Leben schwer zu machen, sondern darum, die Vorteile, die diese Variante für die Menschen und für die Verwaltung bietet, zu nutzen“, so Landrat Reinhard Krebs weiter.
Das neue System soll nach und nach auf alle aktuell 900 Asylbewerber im Wartburgkreis ausgeweitet werden. Ukrainische Flüchtlinge stehen im SGBII-Bezug und erhalten daher keine Bezahlkarte.
BAD SALZUNGEN. Die Drillinge Aileen, Neele und Matteo, die die Bad Salzungerin Lisa Funke Ende Juli 2023 im Erfurter Helios Klinikum zur Welt brachte, kamen viel zu früh. Erst Mitte November wäre der voraussichtliche Entbindungstermin gewesen. Den Anfang machte Aileen mit 545 Gramm und 30 Zentimetern. Dann folgte Neele mit 710 Gramm und 31 Zentimetern. Zuletzt erblickte der kleine Matteo mit 680 Gramm und 31 Zentimetern das Licht der Welt. Die Organe der drei waren noch nicht vollständig ausgereift, sodass sie viel Hilfestellung für den Start ins Leben benötigten. Aileen musste schon mehrfach operiert werden. Seit Mitte Dezember ist die Familie mit den Kindern zu Hause in Bad Salzungen.
Nun waren die drei mit ihren Eltern Lisa und Michael Funke zu einem Termin im Landratsamt des Wartburgkreises eingeladen, denn bei Drillingen übernimmt der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow die Ehrenpatenschaft. Die Patenschaftsurkunden überreichte Landrat Reinhard Krebs. Dazu gab es ein Geldgeschenk vom Ministerpräsidenten von 500 Euro für jedes Kind sowie drei Sets Kinderessbesteck vom Landratsamt.
„Familien erhalten im Wartburgkreis unsere volle Unterstützung, denn wir freuen uns, wenn Kinder in großer Zahl zur Welt kommen!“, betonte Landrat Reinhard Krebs. Mehrlingsgeburten seien aber zugleich auch eine immense Herausforderung für die Eltern. „Umso wichtiger ist es, dass Land und Kommune da hinschauen und unterstützen, wo es möglich ist. Mein Dank und meine Hochachtung gehen an Familie Funke, die sich dieser besonderen Situation zu stellen hat. Ich danke zugleich auch allen anderen Eltern im Landkreis, die ihre Kinder in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen. Unsere Gesellschaft braucht Kinder notwendiger denn je!“