Tino Richter, Vorstandsvorsitzender der Wartburg-Sparkasse, und Landrat Dr. Michael Brodführer erhielten von den Landfrauen Glück aus Hefegebäck.
Links: Elisa Harting und Johanna Bienert spielten „The Sheperd’s Song“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Landrat Dr. Michael Brodführer appellierte an einen vertrauensvollen Umgang aller im Wartburgkreis.
Der Jahresempfang des Landratsamtes Wartburgkreis und der Wartburg-Sparkasse am 24. Januar bot ein umfangreiches Programm: eine ironisch-kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Weltgeschehen, politische Forderungen des Landrats, beeindruckende musikalische Darbietungen der Talente der Kreismusikschule „Johann Sebastian Bach“ und Humorvolles vom Liederkabarett „Kalter Kaffee“.
Zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft, Vertreter aus dem Bildungswesen und von Sozialverbänden sowie Ehrenamtliche versammelten sich im Klubhaus Seebach, darunter Thüringens Finanzministerin Katja Wolf, der Minister für Digitales und Infrastruktur, Steffen Schütz, sowie Marcus Malsch, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum. Auch Abgeordnete des Bundestages und des Landtages, Bürgermeister, ehemalige Landräte und Vertreter aus verschiedenen Institutionen und Unternehmen waren vor Ort.
Tino Richter, Vorstandsvorsitzender der Wartburg-Sparkasse, eröffnete die Veranstaltung mit einer klaren Botschaft: „Die Parteien der Mitte müssen jetzt handeln, um das Land wieder in Ordnung zu bringen“. In seiner Rede kritisierte er die bürokratischen Hürden und die umweltpolitische Doppelmoral in Europa und stellte fest, dass die bisherigen Vorteile des Landes, wie der Warenabsatz auf dem chinesischen Markt und günstige Energie aus Russland, nicht mehr existieren. Es sei nun höchste Zeit für Veränderungen.
Landrat Dr. Michael Brodführer ging in seiner Rede auf die Themen ein, die den Wartburgkreis und seine Bürger bewegen. Besonders betonte er die Notwendigkeit, wieder den Fokus auf die Wirtschaft zu legen. Schließlich sei der Wartburgkreis der industrieumsatzstärkste Landkreis Thüringens und stehe vor großen Herausforderungen. Gerade für die wirtschaftliche Entwicklung sei Vertrauen die Grundlage für alles. Man müsse auf die Politik vertrauen können und gleichzeitig müsse die Politik den Bürgern etwas zutrauen.
Brodführer forderte eine Vereinfachung bürokratischer Prozesse und ein schnelleres Handeln in den deutschen Behörden: „Wir müssen vieles einfacher machen. Wenn wir es einfacher machen, werden wir schneller und wenn wir schneller werden, werden wir wettbewerbsfähiger – im Wartburgkreis, in Thüringen und in Deutschland“. Er versprach, den Wartburgkreis zum führenden Landkreis für die moderne Verwaltung zu machen, in dem die öffentlichen Gelder zielgerichtet und verantwortungsbewusst eingesetzt werden.
Beim Thema Wohlstand ging es dem Landrat nicht um Luxus, sondern um die grundlegende Frage: „Was bietet der Staat, wenn es jemandem nicht gut geht?“. Besonders hob er die Bedeutung der Gesundheitsversorgung hervor, insbesondere im ländlichen Raum. Die ärztliche Versorgung, unsere Kliniken und das Rettungswesen sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Wohlstandes, weil sich jeder darauf verlassen kann, dass ihm geholfen wird, wenn er in Not ist. Diesbezüglich bedankte sich der Landrat bei allen Feuerwehrkameraden und den Einsatzkräften der Rettungsdienste.
Auch dem aktuell brennenden Thema der Migration widmete sich der Landrat zum Jahresempfang. Er stellte die Frage: „Worum geht es bei dem Thema Migration? Es geht um Menschen! Aber wir brauchen eine geordnete Migration!“. Angesichts der aktuellen Geburtenzahlen im Wartburgkreis sind wir auf Zuwanderung angewiesen. Laut Hochrechnungen wird es in wenigen Jahren bereits bis zu 60 Grundschulklassen weniger geben. Der Landrat stellte kritische Fragen, wie beispielsweise „Was macht das mit meiner Schule, mit meinem Dorf, mit unserer Stadt?“. Unter diesem Aspekt ist eine geordnete Zuwanderung wichtig für die Aufrechterhaltung unseres Wohlstandes.
Umrahmt wurden die politischen und wirtschaftlichen Themen von Gesangseinlagen und virtuosen, teils prämierten Darbietungen im Wettbewerb „Jugend musiziert“ an Klavier, Violine und Tuba von Schülern der Kreismusikschule. Mit Gitarre und Gesang begeisterte nicht zuletzt Luca Richter das Publikum.
Den amüsanten Abschluss der Veranstaltung übernahm das Liederkabarett „Kalter Kaffee“. Die beiden Musiker Tilo Schäfer und Björn Sauer schafften es, die Städte des Wartburgkreises ganz spontan musikalisch in Szene zu setzen. Auch mit ihrem humorvollen Bratwurst-Song, einem Medley aus 44 bekannten Pop- und Rocksongs als Ode an die Thüringer Bratwurst, brachten sie das Publikum zum Lachen und Mitsingen.