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Kreisjournal - Amtliches Veröffentlichungsblatt des Wartburgkreises
Ausgabe 3/2026
Besondere Gestaltung Seite 2
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Jeder Ort hat Zukunft.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wie können leerstehende Gebäude in Dörfern und Städten in Thüringen - und insbesondere im Wartburgkreis - wieder zu lebendigen Orten werden? Dieser Frage widmete sich das 1. Dorf- und Landgespräch der Akademie Ländlicher Raum Thüringen im Gasthaus „Zur Sonne“ im Bad Liebensteiner Ortsteil Schweina.

Der Wandel der Zeit zeigt sich besonders deutlich, wenn man durch unsere Ortschaften geht: im Ortsbild, in vertrauten Wegen - und leider auch dort, wo Leerstand entsteht.

Wer durch unsere Dörfer und Städte geht, spürt: Unsere Heimat lebt von Menschen, die zusammenhalten. Gleichzeitig sehen wir Veränderungen - ein Geschäft schließt, ein Treffpunkt wird stiller, manches Gebäude steht leer. Das ist nicht schönzureden. Aber es ist auch kein Grund, Trübsal zu blasen: Jeder Ort hat Zukunft. Und diese Zukunft entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und gemeinsam handeln. Es geht darum, Dörfer und Städte so zu entwickeln, dass sie auch morgen ein guter Platz zum Leben bleiben: mit kurzen Wegen, Angeboten für alle Generationen und passenden Wohnmöglichkeiten.

Leerstände sind dabei nicht nur eine bauliche Frage. Sie berühren Lebensqualität, Miteinander und Identität. Vor allem aber sind sie eine Chance: Aus einer ehemaligen Gaststätte kann wieder ein Ort der Begegnung werden. Aus einem ungenutzten Raum ein Treffpunkt für Vereine, Kultur oder Nachbarschaft. Aus einem leerstehenden Haus ein Zuhause für junge Familien oder barrierearmes Wohnen. Wenn wir Gebäude mit Leben füllen, stärken wir den Zukunftsglauben in unseren Orten.

Dafür braucht es nicht nur Konzepte, sondern vor allem Haltung: Optimismus, Tatkraft und den Mut, Neues zu wagen. Und es braucht Menschen, die sich vernetzen - Bürgerinnen und Bürger, Initiativen, Vereine, Ortsteilräte, Kommunen und Partner vor Ort. Im Wartburgkreis gibt es zahlreiche positive Beispiele, die zeigen, wie viel möglich ist, wenn man anpackt.

Als Landrat möchte ich Initiativen zur Wiederbelebung leerstehender Gebäude und zum Erhalt historischer Baukultur unterstützen. Denn oft scheitern gute Ideen nicht am Willen, sondern an den ersten Schritten. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Akteure vernetzen, Erfahrungen austauschen und wir gemeinsam Anreize schaffen, um die Herausforderungen, die bei der Sanierung alter Gebäude bestehen, mutig anzugehen.

Daher werden wir in den nächsten Monaten weitere Netzwerktreffen organisieren, in denen wir Menschen zusammenbringen, die sich diesen Herausforderungen stellen wollen. Weitere Informationen werden in den nächsten Kreisjournalen und über die Internetseite des Wartburgkreises unter www.wartburgkreis.de veröffentlicht.

Mit freundlichsten Grüßen

Ihr Landrat

Dr. Michael Brodführer