Landrat Dr. Brodführer macht Mut leerstehende Objekte wieder zu beleben
Über Ideen und deren Umsetzung diskutierten die Teilnhmer in der Sonne in Schweina
Wie können leerstehende Gebäude in Dörfern und Städten wieder zu lebendigen Orten werden? Darüber wurde beim 1. Dorf- und Landgespräch der Akademie Ländlicher Raum Thüringen am 12. Februar 2026 im Gasthaus zur Sonne in Schweina diskutiert. Im Mittelpunkt standen Praxisbeispiele, fachlicher Austausch und Vernetzung - mit dem Ziel, Erfahrungen zu teilen und neue Impulse für den ländlichen Raum zu setzen.
Aus Sicht des Wartburgkreises geht es dabei vor allem darum, Menschen zu aktivieren, Verantwortung vor Ort zu stärken und Akteurinnen und Akteure miteinander zu vernetzen. Leerstand betrifft nicht nur Gebäude, sondern auch Lebensqualität, Gemeinschaft und die Zukunftsfähigkeit der Orte. „Am Ende entscheidet die Haltung“, betont Landrat Dr. Michael Brodführer. „Wir brauchen eine optimistische, zukunftsgerichtete Haltung und wir dürfen uns nicht davon abschrecken lassen, wenn etwas schließt oder sich verändert. Es geht darum, dass Menschen gemeinsam anpacken und Perspektiven entwickeln“, so Brodführer weiter.
Leerstand im Fokus: Vom ungenutzten Gebäude zum sozialen Ort
Der Wartburgkreis will die Wiederbelebung leerstehender Gebäude als Schwerpunkt setzen. Ehemalige Gaststätten, Vereinsräume oder ungenutzte Häuser können mit passenden Ideen zu Dorfläden, Nachbarschaftstreffs, Kultur- und Begegnungsorten oder Mehrgenerationenangeboten werden. Solche sozialen Orte stärken den Zusammenhalt und beleben Ortskerne.
Landrat Dr. Brodführer macht deutlich, dass es dabei auch um langfristige Perspektiven geht: „Wir müssen uns fragen: Wie sieht unsere Gesellschaft in zehn oder zwanzig Jahren aus?“ Gerade im ländlichen Raum spiele das Thema Wohnen eine zentrale Rolle. „Wir müssen möglichst barrierefreie Wohnmöglichkeiten in den Dörfern gewährleisten, damit Menschen in ihrem Ort bleiben können.“ Dafür brauche es vorausschauende Lösungen - etwa, dass Wohnraum rechtzeitig weitergegeben oder neu genutzt werden kann.
Im Wartburgkreis gibt es bereits gelungene Beispiele, die Mut machen - unter anderem das Gasthaus zur Sonne in Schweina, das Kulturhaus Neukirchen und die Hofgemeinschaft Gutshof Clausberg bei Gerstungen. Sie zeigen, was möglich ist, wenn Kommunen und engagierte Menschen zusammenwirken.
Leerstandsinitiativen unterstützen
Um bürgerschaftliches Engagement zusätzlich zu stärken, plant der Wartburgkreis noch in diesem Jahr eine niedrigschwellige Unterstützung für Leerstandsinitiativen. „Wir wollen gute Ideen beim Start unterstützen“, so Brodführer. „Oft scheitern Projekte nicht am Willen, sondern an den ersten praktischen Schritten, hier können erste Hilfestellungen den Unterschied machen.“