Neu eingebürgerte Menschen aus unterschiedlichen Ländern sind nun deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger.
Landrat Dr. Michael Brodführer und Migrations-Ministerin Beate Meißner im Gespräch mit Gastredner Shpetim Alaj
Im Rahmen einer feierlichen Willkommensveranstaltung hat das Landratsamt Wartburgkreis am 3. Februar 2026 erstmals die bereits Eingebürgerten offiziell begrüßt. Veranstaltungsort war der Heinrich-Erhardt-Saal in der Automobile Welt in Eisenach. Auch wenn die Einbürgerung bereits vollzogen ist, stand der Nachmittag ganz im Zeichen der Wertschätzung und des Miteinanders.
Im Jahr 2025 wurden im Wartburgkreis insgesamt 265 Personen eingebürgert. Hinter jeder dieser Einbürgerungen steht ein langer Weg: Viele der neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger leben seit Jahren hier, haben die deutsche Sprache erlernt, arbeiten in Betrieben und Einrichtungen der Region, zahlen Steuern, sind mit ihren Familien in integriert, engagieren sich in Vereinen und übernehmen Verantwortung im Alltag. Sie leben die Werte des Grundgesetzes und sind längst ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft.
Die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger haben sich bewusst dafür entschieden, Deutschland und insbesondere den Wartburgkreis zu ihrer Heimat zu machen. Dieser Schritt ist nicht nur ein rechtlicher Akt, sondern Ausdruck von Vertrauen in die demokratischen Werte und die Zukunft in unserer Gemeinschaft.
Landrat Dr. Michael Brodführer betonte in seinem Grußwort die Bedeutung des persönlichen Austauschs und der gemeinsamen Verantwortung: „Wir leben hier im Wartburgkreis in einer Region, die im internationalen Austausch steht und in der ein freundliches, respektvolles Miteinander gelebt werden soll. Dazu gehört es, miteinander im Gespräch zu bleiben und gemeinsam nach vorne zu schauen.“
In seiner Rede verwies Landrat Dr. Brodführer zudem auf die besondere historische und kulturelle Prägung des Wartburgkreises. Symbole wie die Wartburg stünden weit über die Region hinaus für Tradition, für Fürsorge, für die deutsche Sprach- und Musikkultur und den langen Weg hin zu Freiheit und Demokratie. Diese Werte sind unsere gemeinsame Lebensgrundlage und sie sollen es bleiben“, betonte Dr. Brodführer.
Ein besonderer Akzent der Veranstaltung war die Anwesenheit der Thüringer Ministerin für Justiz, Migration und Verbraucherschutz, Beate Meißner, die in ihrer Rede betonte, wie wichtig es sei, Einbürgerungen stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken. Sie sprach davon, dass viel zu wenig über die Leistungen jener berichtet werde, die diesen anspruchsvollen Weg gehen. Meißner würdigte ausdrücklich, dass Einbürgerung der Abschluss eines gelungenen Integrationsprozesses sei. Die Anforderungen seien hoch - Sprachkenntnisse, ein gesicherter Lebensunterhalt, die Achtung der Rechtsordnung und das Teilen der Werte des Grundgesetzes: „Sie haben dies alles erfüllt. Das verdient unseren Respekt und unsere Anerkennung. Wer diesen Weg gegangen ist, gehört voll und ganz zu unserer Gemeinschaft - ohne Wenn und Aber.“ Die Ministerin verwies zudem darauf, dass viele Eingebürgerte heute Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Auszubildende, Eltern, Vereinsmitglieder und Nachbarn seien. Gerade in einer Region, die vom demografischen Wandel geprägt ist, seien sie nicht nur willkommen, sondern dringend gebraucht - für Wirtschaft, Pflege, Handwerk und Schulen.
Neben dem Landrat und der Ministerin sprachen weitere Gäste, darunter Christoph Ihling, Oberbürgermeister der Stadt Eisenach, sowie Shpetim Alaj, Unternehmer und Präsident des ThSV Eisenach. In seinem Beitrag schilderte Alaj eindrucksvoll seinen persönlichen Weg „vom Asylbewerber zum Unternehmer mit Herz“ und machte Mut, Chancen zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen.
Musikalisch wurde die Veranstaltung vom Blockflöten-Ensemble der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ Wartburgkreis unter der Leitung von Gesina Schiller-Hardt umrahmt. Werke wie „The Silver Swan“ von Orlando Gibbons sowie Stücke aus der „Capriol Suite“ von Peter Warlock sorgten für einen festlichen und zugleich verbindenden Rahmen.
Zum Abschluss des Nachmittags waren alle Gäste zu Gesprächen, persönlichem Austausch und einem kleinen Imbiss eingeladen.