Jost Heyder - Im Boot (Repro Falko Behr)
BAD SALZUNGEN. Am Samstag, 27. April, findet um 15 Uhr das Frühlingskonzert der Musikschule Wartburgkreis in Bad Salzungen statt. Im neugestalteten Kulturgarten zwischen Musikschule und Bibliothek gibt es eine bunte Mischung aus Musikalischen Beiträgen und Tänzen zu sehen und zu hören. Unter anderem werden die diesjährigen Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ durch den Förderverein „Freunde der Musikschule Wartburgkreis e.V.“ ausgezeichnet. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung in der Aula des „Dr.-Sulzberger-Gymnasiums“ statt. Der Eintritt zum Konzert ist frei.
Der Landkreis hat die 2021 erschienene Buchbroschüre „Das Gedächtnis der Dörfer und Städte - Museen und Sammlungen im Wartburgkreis“ erweitert und neu aufgelegt.
2020 war im Büro des Landrates die Idee zu einer Museumsbroschüre entstanden, diese hatte schließlich buchstarke 80 Seiten und präsentierte im A5-Format die Museen nebst stimmungsvollen Fotografien und spannenden Objektgeschichten. Insgesamt 800 Bücher wurden 2021 den Heimatmuseen kostenfrei als Werbemittel zur Verfügung gestellt, alle Museen waren fortan auch auf der Website des Landratsamtes zu finden und wurden auch in den Sozialen Medien vorgestellt.
Da das Büchlein sehr rasch vergriffen war, plante das Landratsamt schon seit längerem einen Nachdruck. Darin sollten auch die QR-Codes, die zu den „Heimat hören“- Geschichten führen, erscheinen. Für das „Heimat hören“ - Projekt hatten 2022 fünfzehn Museumsakteure die spannenden Geschichten zu Lieblingsobjekten aus ihren Museen erzählt. Diese können seither auf der Website des Landratsamtes gehört werden und sind nun auch über die Codes im Buch abzuhören.
Erstmals werden in der Neuauflage 2024 auch die überregional bedeutsamen Museen wie Point Alpha, Schloss Altenstein und die Museen in Eisenach vorgestellt, die mit den Heimatmuseen im ländlichen Raum der Gedanke des Sammelns und Bewahrens verbindet. Auch die Kontakt- und Öffnungsinformationen der Einrichtungen wurden aktualisiert sowie weitere Heimatstuben ergänzt. Die Buchbroschüre ist auf nunmehr 91 Seiten angewachsen.
Um die Museen im Landkreis auch persönlich weiter miteinander zu vernetzen, lud das Büro des Landrates die Museumsakteure zu einem ersten Netzwerktreffen ins Landratsamt ein. Hier kamen ehrenamtliche und hauptamtliche Museumsbetreiber zusammen und stellten ihre Arbeit vor. Der Fokus lag dabei auf Best-Practice-Beispielen, also Dingen die in den Museen besonders gut laufen, funktionieren und zur Nachahmung anregen können.
„Unsere mit Herzblut und viel Engagement eingerichteten Heimatstuben und Heimatmuseen im Landkreis sind wichtige kulturelle Gedächtnisse und zugleich Treffpunkte und Zentren des gegenwärtigen Miteinanders, deren Erhalt und Fortbestand unbedingt unterstützt werden muss. Es war sehr spannend zu erleben, wie viele gute Ideen dazu von den Vereinen schon umgesetzt und gelebt werden! Hier konnte der Austausch untereinander auch Mut machen und Anregungen bieten“, zeigte sich Landrat Reinhard Krebs vom Netzwerktreffen begeistert. Auch die neue Kulturbogen-Website, welche über das Kulturmanagement des Landkreises aktuell realisiert wird, soll den Museen neue digitale Möglichkeiten der Vernetzung und der Öffentlichkeitsarbeit bieten.
Für Interessierte liegen die Buchbroschüren aktuell an der Pforte des Landratsamtes in Bad Salzungen und in Eisenach bereit und sind dort auf Nachfrage erhältlich. Wer einen Blick ins Buch werfen möchte, ohne sich auf den Weg nach Bad Salzungen oder Eisenach machen zu müssen, kann dies auch online tun. Unter www.wartburgkreis.de im Bereich „Freizeit & Tourismus - Kulturgut“ steht die Buchbroschüre kostenlos zum Durchblättern und Downloaden bereit.
EISENACH. Der Thüringer Künstler Jost Heyder - einer der bedeutendsten Porträtisten in Deutschland - feiert 2024 seinen 70. Geburtstag - Anlass für einen Schaffensrückblick. Jost Heyder lebte 16 Jahre in Eisenach. In Würdigung seines bisherigen Lebenswerkes zeigt das Thüringer Museum Eisenach die Werkretrospektive „Jost Heyder / Seele und Imagination - Eine Spurensuche / Malerei und Grafik 1980 - 2024“ und bereitet einen umfassenden Katalog vor. Die Vernissage zur Ausstellung findet Samstag, 27. April um 17 Uhr statt.
Zugleich wird der sanierte Marstall als Ort für wechselnde Ausstellungen wieder eröffnet. Eine eindrucksvolle Auswahl von Bildnissen, Akten, figurativen Szenerien und Landschaften leitet vom 27. April bis 2. August das Jubiläumsjahr „125 Jahre Thüringer Museum Eisenach“ ein.
Wer bin ich - Porträt-Kunst als Weg, sich selbst zu entdecken? Jost Heyder porträtierte kulturprägende Persönlichkeiten wie Hermann Hesse, Günter Grass und Bernhard Vogel ebenso wie viele Menschen in privatem Auftrag. Eine eindrucksvolle Bildnis-Auswahl des Malers macht Lust darauf, sich selbst vom Meister porträtieren zu lassen. Ein Workshop zum Porträtieren eines Modells lädt zusätzlich zum Eigenexperiment ein.
Das Thüringer Museum Eisenach ist Mi - So / FT 10 - 17 Uhr geöffnet. Mehr zur Ausstellung www.jost-heyder.de
GERSTUNGEN/VERSAILLES. Im letzten Schuljahr hatte sich eine 13köpfige Gruppe des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums Gerstungen am Wettbewerb „Unsere Geschichte Bertrand Herz“ beteiligt, der vom Institut français d’Allemagne und der französischen Botschaft ausgelobt wurde. Die Teilnehmenden waren aufgerufen, sich an biografischen Recherchen zu französischen Häftlingen, Zwangsarbeitern oder Kriegsgefangenen zu beteiligen und dabei vor allem direkt vor Ort nach Spuren dieser französischen Vergangenheit zu suchen.
Die Gerstunger Schüler recherchierten zu Abteroda, wo sich sowohl ein Zwangsarbeiterlager, als auch jeweils ein Außenkommando für männliche und für weibliche Häftlinge des KZ Buchenwald befand. Sie beschäftigten sich mit den Biografien der Gruppe französischer Häftlingsfrauen, alles Résistance-Kämpferinnen, zu denen auch Madame Fleury gehörte. Für ihre Arbeit gewannen sie im letzten Jahr den 1. Preis und durften bereits im Oktober in die französische Botschaft nach Berlin reisen.
Nun waren die Schüler nach Versailles dem Wohnort von Jacqueline Fleury eingeladen, wo am 11. März Jacqueline Fleury die Ehrenbürgerschaft Weimars verliehen wurde. Die 15-köpfige Schülergruppe war zur Verleihung eingeladen. Die Schüler durften dort eine Rede halten und mit Madame Fleury selbst sprechen. „Sie sagt, dass sie den Deutschen nicht böse ist und hofft, dass wir, die nächste Generation, nicht zulassen, dass etwas wie der Holocaust und die Deportation je wieder geschehen wird. Ihre Worte berühren uns und natürlich bleiben sie uns im Gedächtnis“, so Teilnehmerin Nele Baumgärtner. „Es kann nur gesagt werden, dass wir uns geehrt fühlen, an dieser Zeremonie teilgenommen zu haben. Wir sind die Generation, die das alles schon nur noch aus Erzählungen der Überlebenden kennt und wenn diese nicht mehr sind, liegt es an uns, an diese schreckliche Zeit zu erinnern.
Das ist auch, was wir aus unserem Projekt, welches eher spontan und ohne große Erwartungen entstanden ist, mitnehmen: Die Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht vergessen und die Opfer und Überlebenden ehren!“, schreiben die Schüler im Nachgang und danken allen - von der Agrargenossenschaft Dankmarshausen, dem Landrat, der Wartburg-Sparkasse Eisenach, der Firma BMW, dem Förderverein des Gymnasiums bis zum Förderverein des „Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte“ - für ihre Unterstützung.