Titel Logo
Wurzbacher Stadtkurier Amts- und Mitteilungsblatt der Stadt Wurzbach
Ausgabe 2/2026
Nichtamtliche Bekanntmachungen
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Wie ein Scheunenfund das Waldbad Weitisberga verändert

Beim Pressetermin wurde die erste neue Stufe gesetzt.

Ehrenamtliche verwandeln das Waldbad Weitisberga mit viel Kreativität und Eigenleistung in eine attraktivere Freizeitanlage für die ganze Region.

Weitisberga - So etwas gibt es wohl nur auf dem Dorf!

Nach einem Scheunenfund - einem alten Sprungbrett und aus einer Bierlaune heraus entstanden plötzlich viele Ideen, das städtische Waldbad im Wurzbacher Ortsteil Weitisberga attraktiver zu machen. Was folgte, sind umfangreiche Ertüchtigungsarbeiten, tonnenweise Materialeinsatz und jede Menge ehrenamtliches Engagement.

Neue Treppe in Handarbeit

Der ursprüngliche Anstoß war zunächst vergleichsweise klein: Die alten Treppenstufen im Bad waren marode und sollten ersetzt werden. „In einer kleinen Bierlaune haben wir gesagt: Komm, lass uns schnell mal 30 Stufen gießen“, erzählt der Heberndorfer Andy Gruner, einer der Initiatoren mit einem Schmunzeln. Dass daraus ein echtes Großprojekt werden würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand.

Denn hinter den neuen Betonstufen steckt deutlich mehr Arbeit als zunächst angenommen. Bereits der Rückbau der alten Treppe war eine logistische Herausforderung: Rund fünf Tonnen Gewicht mussten entfernt und abtransportiert werden. Anschließend begann die eigentliche Handarbeit. Jede einzelne Stufe wiegt 160 Kilogramm und für den Guss mussten Schalungen gebaut, nach dem Betonieren wieder entfernt, gereinigt und erneut zusammengesetzt werden. Insgesamt werden für das Projekt rund sieben Tonnen Sand-Splitt-Gemisch verarbeitet. Dazu kommen bislang bereits etwa 35 Säcke Zement.

 

 

Sprung in die Zukunft mit historischem Sprungbrett

Doch nicht nur die Treppe verändert derzeit das Erscheinungsbild des malerisch am Hang gelegenen Waldbades. Aus dem Fund des alten Sprungbretts entwickelte sich schnell die nächste Idee: Ein Sprungbrett für das Weitisbergaer Bad. Das in einer Scheune gefundene Brett stammt ursprünglich aus dem früheren Freibad in Wurzbach und lag jahrelang ungenutzt in einer Scheune. Andy Gruner: „Nun bekommt es quasi ein zweites Leben.“

Dafür wurde ein massives Betonfundament gegossen, das allein rund 1,7 Tonnen wiegt. Das Sprungbrett selbst misst vier Meter Länge - etwa zwei Meter ragen später über die Wasserfläche hinaus. Die Konstruktion wird sich rund einen Meter über der Wasseroberkante befinden. Zusätzlich entsteht ein neuer Aufgang mit drei Betonstufen.

Das Ziel ist klar formuliert: Bis zur offiziellen Eröffnung des Waldbades soll alles fertiggestellt sein, sodass einem regulären Badebetrieb (vorbehaltlich einer Freigabe des Sprungbretts durch den TÜV) nichts im Wege steht.

Unterstützung aus der Region

Besonders bemerkenswert: Hinter dem gesamten Projekt stehen keine großen Firmen, sondern engagierte Privatpersonen. Die Initiative entstand zunächst aus der Idee von Andy Gruner und Dirk Pöhlmann, die dem Verein „Heberndorf aktiv“ angehören. Beim Entfernen der alten Treppe halfen später weitere Familienmitglieder mit. Unterstützung kommt außerdem durch den Bauhof der Stadt Wurzbach in Person von Bademeister Thomas Wechselberger sowie durch zahlreiche Sach- und Materialspenden aus der Region.

So wurde das benötigte Splitt Gemisch komplett von einem benachbarten Granitwerk gestiftet. Der Stahl für die Bauarbeiten stammt als Sponsoring von einem Betonwerk in Naila/Selbitz. Zusätzlich gab es finanzielle Unterstützung über ein Sponsoring eines Energieversorgers.

Kiosk mit traditioneller „Kasse des Vertrauens“ und modernem PayPal-Verfahren

Neben den Bauarbeiten entwickelt sich auch das neue Kiosk-Konzept im Waldbad weiter - ebenfalls auf ehrenamtlicher Basis und mit viel Kreativität. Statt klassischer Verkaufsautomaten setzt man auf Selbstbedienung und Vertrauen. „Besucher finden vor Ort unter anderem eine Kaffeemaschine, Kühlschränke, Mikrowellen sowie Snacks und Tiefkühlprodukte. Bezahlt wird unkompliziert über eine „Kasse des Vertrauens“ oder per PayPal.“, wie Dirk Pöhlmann erklärt.

 

 

 

„Es geht einfach darum, dass niemand hungrig bleiben muss“, erklären die Organisatoren. Ob Kaffee, Eis, die obligatorischen Schwimmbad-Pommes oder ein schneller Burger - alles ist mit einfachen Anleitungen versehen und bewusst unkompliziert gehalten. Die Versorgung wird täglich kontrolliert und bei Bedarf direkt nachgefüllt. Durch kurze Wege und den engen Austausch mit dem Bademeister funktioniere das bisher erstaunlich gut.

Text und Bilder: wunderMEDIA