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Amtsblatt der Stadt Waltershausen
Ausgabe 6/2026
Amtlicher Teil
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Informationen zur Baumaßnahme am Klaustor

Zustand des Klaustores kurz vor Beginn der Sanierungsarbeiten

Holzschädigungen an den Fachwerkbalken des Klaustores, Urheberrecht: Sachverständigenbüro Deutsch/Winterstein

Zustand des Klaustores während der Sanierungsarbeiten, Stand: 22.05.2026

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

hiermit möchte ich Sie über den aktuellen Stand der Baumaßnahme am Klaustor informieren. Zugleich erhalten Sie einen Überblick über die bereits ausgeführten Arbeiten, die dabei aufgetretenen Herausforderungen sowie die weiteren geplanten Schritte.

Im Zuge der laufenden Baumaßnahme hatten sich zusätzliche Schäden am historischen Bauwerk des Klaustores gezeigt, die im Vorfeld nicht vollständig erkennbar waren. Dazu zählten unter anderem verdeckte Holzschädigungen, mehrere Risse im Mauerwerk des Turmes sowie notwendige Ergänzungen und Sicherungsmaßnahmen an der Stadtmauer. Diese Befunde machten zusätzliche Arbeiten erforderlich, insbesondere im Bereich der statischen Sicherung und denkmalgerechten Restaurierung.

Durch den Beschluss des Stadtrates vom 03.03.2026, während der Bauausführung, entfällt nun die Errichtung der beiden geplanten Gebäude. Aus Kostengründen soll die Freifläche neben dem Klaustor parkähnlich gestaltet werden. Dadurch änderten sich die statischen und gestalterischen Anforderungen an die Stadtmauer. Während die Mauer mit Bau der ursprünglich geplanten Gebäude nur einseitig sichtbar gewesen und durch die beiden Gebäude gestützt wäre, musste die Mauer nun beidseitig bearbeitet werden und ohne Abstützung selbstständig stehen. Die Stadtmauer samt Gründung wurde untersucht und Maßnahmen eingeleitet. Die Mauer wurde durch Edelstahlanker ertüchtigt, Fehlstellen werden derzeit noch ergänzt und das Mauerwerk insgesamt verfestigt und neu verfugt.

Das Klaustor selbst wurde restauratorisch untersucht und der Putz wurde zum großen Teil abgenommen. Dabei zeigten sich umfangreiche verdeckte Holzschädigungen, die es erforderlich machten, dass einige Hölzer ausgetauscht werden mussten. Zusätzlich wurden mehrere Risse im Mauerwerk festgestellt, die aufwendig durch Bohranker gesichert werden mussten. Hinzu kam, dass einzelne Bereiche des Mauerwerks ergänzt und Dachreparaturen durchgeführt werden mussten. All diese Arbeiten konnten vor Putzabnahme nicht erkannt werden und haben den Beginn der Putzarbeiten behindert. Durch die lange andauernden niedrigen Temperaturen konnten die Putzarbeiten erst im März diesen Jahres begonnen werden. Für Putzarbeiten sind Temperaturen über +5°C zwingend erforderlich. Außerdem sind zwischen dem Aufbringen der einzelnen Putz- und Farbschichten wegen der relativ dicken Putzschichten lange Trocknungszeiten erforderlich.

Nach Rücksprache mit dem Planungsbüro wurde uns mitgeteilt, dass die erforderlichen Trocknungszeiten in diesem Umfang beim Klaustor so nicht erwartet wurden. Das Klaustor soll künftig einen neuen steinfühligen Putz erhalten, wovon der Unter- und Oberputz bereits hergestellt sind. Hierbei muss ebenso eine Trocknungszeit eingehalten werden, damit in der 25. KW die Malerarbeiten durchgeführt werden können. Diese Arbeiten sind jedoch stark wetterabhängig. Nach Abschluss dieser Arbeiten erfolgt die Baustellenberäumung und der Gerüstabbau.

Im Zuge der Maßnahme wird am Klaustor noch ein Stromanschluss hergestellt, da bislang keine entsprechende Versorgung vorhanden ist. Die Erdarbeiten können aber erst nach Rückbau des Gerüstes erfolgen. Dadurch soll das elektrische Uhrwerk wieder in Betrieb genommen werden können; eine Überprüfung ist jedoch erst nach Installation des Anschlusses möglich. Zudem erhalten beide Uhren neue Ziffernblätter.

Uns ist bewusst, dass die Dauer der Baumaßnahme sowie die damit verbundenen Einschränkungen eine Belastung darstellen - sowohl im Alltag, als auch für die ansässigen Gewerbebetriebe und Anwohner. Für diese Situation bitten wir um Ihr Verständnis. Gleichzeitig sind wir bemüht, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Wir haben uns bei der Baustelleneinrichtung bemüht, dass alle Läden im Bereich der Baustelle weiterhin mit Fahrzeugen angefahren können und eine fußläufige Erreichbarkeit über den gegenüberliegenden Gehweg gewährleistet ist.

Die Sanierung des Klaustores dient dem langfristigen Erhalt eines wichtigen historischen Bauwerks sowie der Aufwertung unserer Innenstadt.

Nach aktuellem Stand ist die Beräumung der Baustelle durch die Baufirmen für die 28. Kalenderwoche (06.07. bis 12.07.2026) vorgesehen. Danach müssen noch die Erdarbeiten für den Stromanschluss erfolgen, sodass das Klaustor ab der 30. Kalenderwoche (20.07-26.07.2026) wieder befahrbar sein sollte. Der Fußweg muss eventuell wegen eines kleinen Gerüstes für den Zugang der Elektriker noch kurze Zeit gesperrt bleiben.

Ebenfalls möchte ich darauf hinweisen, dass derzeit ein Bauantrag für die Freiflächengestaltung im Stadtmauerbereich erarbeitet wird. Je nach Haushaltslage und Stadtratsbeschluss soll die Maßnahme möglichst 2027 umgesetzt werden. Dazu wird zumindest eine Fußwegsperrung zwischen Stadtmauer und Klaustor erforderlich.

Für Fragen oder Hinweise steht Ihnen das Bauamt der Stadtverwaltung Waltershausen gerne zur Verfügung. Ansprechpartner sind Herr Backhaus (Telefon: 03622/630-170| Mail-Adresse: mario.backhaus@stadt-waltershausen.de) und Frau Streck (Telefon: 03622/630-171| Mail-Adresse: caroline.streck@stadt-waltershausen.de).

Mit freundlichen Grüßen

Leon Graupner

Bürgermeister