Hochwald-Kliniken Weiskirchen |
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, werte Gäste,
die Hochwald-Kliniken Weiskirchen befinden sich in einem umfassenden Veränderungsprozess. Die ctt Reha-Fachkliniken GmbH als Träger des Klinikstandortes hat eine strategische Neuordnung beschlossen. Hintergrund sind insbesondere veränderte gesetzliche und finanzielle Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen sowie der zunehmende wirtschaftliche Druck auf Rehabilitationskliniken. Ziel der Neustrukturierung ist es, die medizinische Versorgung in Weiskirchen dauerhaft zu sichern und den Klinikstandort wirtschaftlich zukunftsfähig aufzustellen.
Medizinische Fachbereiche werden am Kurzentrum gebündelt
Ein wesentlicher Bestandteil der Neuorganisation ist die Verlagerung der bislang im Gebäude „Haus St. Hedwig“ untergebrachten Fachbereiche Neurologie Phase C und Geriatrie in den Hauptgebäudekomplex der Hochwald-Kliniken in der Straße „Am Kurzentrum“.
Die Verlagerung soll ab Mitte September schrittweise erfolgen und voraussichtlich bis Mitte Oktober abgeschlossen sein. Ab Mitte September werden neue Patientinnen und Patienten in den betroffenen Fachbereichen unmittelbar im Gebäudekomplex am Kurzentrum aufgenommen. Das Gebäude „Haus St. Hedwig“ wird anschließend nicht mehr als Klinikstandort genutzt.
Nach Angaben der Geschäftsführung bleiben die Behandlungskapazitäten, die medizinische Qualität und die Versorgungsangebote in den Bereichen Neurologie Phase C und Geriatrie vollständig erhalten. Diese für die medizinische Versorgung der Region wichtigen Fachbereiche verbleiben damit dauerhaft in Weiskirchen.
Grund für den Auszug aus dem Gebäude „Haus St. Hedwig“ sind neben der angestrebten organisatorischen Bündelung auch erhebliche bauliche und brandschutztechnische Mängel. Da die erforderlichen Maßnahmen trotz entsprechender Fristsetzungen bislang nicht umgesetzt wurden und eine Nutzungsuntersagung drohte, hat der Klinikträger das bestehende Vertragsverhältnis für das Gebäude beendet.
Onkologische Rehabilitation wird nicht fortgeführt
Eine bedauerliche Veränderung betrifft den Bereich der onkologischen Rehabilitation. Dieser Fachbereich wird am Standort Weiskirchen künftig nicht mehr fortgeführt.
Nach Angaben des Klinikträgers machen insbesondere hohe strukturelle Anforderungen, veränderte gesetzliche Vorgaben und wirtschaftliche Gründe einen dauerhaften Weiterbetrieb dieses Leistungsangebotes unmöglich. Ab September werden daher keine neuen Patientinnen und Patienten mehr für die onkologische Rehabilitation aufgenommen.
Infolge dieser Veränderung reduziert sich die Gesamtbettenzahl der Hochwald-Kliniken von bislang 503 auf künftig 439 Betten. Die Aufgabe der onkologischen Rehabilitation ist aus Sicht der Gemeinde Weiskirchen ein schmerzlicher Einschnitt. Jeder Verlust eines medizinischen Leistungsangebotes schwächt zunächst die Angebotsvielfalt eines Gesundheitsstandortes und ist deshalb ausdrücklich zu bedauern.
Auswirkungen auf die Beschäftigten
Die Neuorganisation wird auch personelle Auswirkungen haben. Die Geschäftsführung der Hochwald-Kliniken erarbeitet derzeit gemeinsam mit dem Betriebsrat sozialverträgliche Lösungen. Ziel soll es sein, Kündigungen möglichst zu vermeiden und betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stattdessen Versetzungen oder andere Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens anzubieten.
Für die Gemeinde Weiskirchen haben der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze und eine faire, sozialverträgliche Gestaltung des Veränderungsprozesses eine hohe Bedeutung.
Hochwald-Kliniken bleiben wichtiger Bestandteil des Kurortes
Die Hochwald-Kliniken sind seit Jahrzehnten ein wesentlicher Bestandteil des Gesundheits- und Kurstandortes Weiskirchen. Als staatlich anerkannter Kneippkurort und heilklimatischer Kurort ist unsere Gemeinde in besonderem Maße auf leistungsfähige medizinische Einrichtungen angewiesen.
Die Klinik sichert zahlreiche Arbeitsplätze und ist gleichzeitig ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und weitere Dienstleistungsbereiche.
| Positiv ist daher festzuhalten: | |
| • | Der Klinikstandort Weiskirchen bleibt erhalten. |
| • | Die medizinisch wichtigen Bereiche Neurologie Phase C und Geriatrie verbleiben dauerhaft in unserer Gemeinde. |
| • | Die Behandlungskapazitäten dieser Fachbereiche sollen unverändert fortgeführt werden. |
| • | Durch die Bündelung der Angebote am Kurzentrum soll der Standort wirtschaftlich stabilisiert und langfristig gesichert werden. |
Gerade vor dem Hintergrund der bundesweiten Veränderungen im Gesundheitswesen ist es von entscheidender Bedeutung, dass Weiskirchen auch zukünftig ein starker und anerkannter Rehabilitationsstandort im Saarland bleibt.
Zukunft des Gebäudes „Haus St. Hedwig“
Mit der Aufgabe der klinischen Nutzung stellt sich zugleich die Frage nach der Zukunft des Gebäudes „Haus St. Hedwig“ und des dazugehörigen Grundstücks.
Aus Sicht der Gemeinde darf an dieser für den Kur- und Gesundheitsstandort bedeutenden Stelle kein dauerhafter Leerstand entstehen. Deshalb soll gemeinsam mit den Eigentümern und weiteren Beteiligten nach einem sinnvollen, nachhaltigen und städtebaulich verträglichen Weg für die Nachnutzung der Immobilie gesucht werden.
Dabei müssen sowohl die Lage des Gebäudes im Kurort als auch die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner, die städtebauliche Entwicklung des Umfeldes und die zukünftige Ausrichtung des Gesundheitsstandortes berücksichtigt werden.
Die Gemeinde wird sich im Rahmen ihrer rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten dafür einsetzen, dass frühzeitig tragfähige Perspektiven entwickelt werden und die Immobilie einer geordneten, zukunftsfähigen Nutzung zugeführt werden kann.
Gemeinde begleitet den Veränderungsprozess
Die Gemeinde Weiskirchen wird den weiteren Veränderungsprozess konstruktiv und zugleich aufmerksam begleiten. Der enge Austausch mit der Geschäftsführung der Hochwald-Kliniken soll fortgesetzt werden.
| Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere: | |
| • | die dauerhafte Sicherung des Klinikstandortes Weiskirchen, |
| • | der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze, |
| • | die langfristige Stärkung des Gesundheits- und Kurstandortes, |
| • | die Sicherung einer hochwertigen medizinischen Versorgung sowie |
| • | die Entwicklung einer städtebaulich verträglichen Nachnutzung für das Gebäude „Haus St. Hedwig“. |
Die Bürgerinnen und Bürger sowie die Mitglieder des Gemeinderates werden über die weiteren Entwicklungen informiert.