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Hörsel-Zeitung
Ausgabe 2/2026
Nichtamtlicher Teil
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Die Kurzmitteilung zur Tropfsteinhöhle in der Hörselzeitung ...

Bei einer Recherche in historischen Zeitungsbeständen finden sich immer wieder interessante Meldungen, die uns gelegentlich an längst vergessene Ereignisse auch in unserer Gemeinde erinnern. Um die Jahreswende 1910/11 wurde am Kleinen Hörselberg in einem kleinen Steinbruch eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht: in der Felswand wurde der Zugang in eine (kleine) Tropfsteinhöhle sichtbar.

Der damalige Besitzer des Steinbruchs war laut Zeitungsmeldung ein Gastwirt Bruder aus Wutha (oder Eichrodt), der diesen Steinbruch im Nebenerwerb nutzte, möglicherweise, um Schotter für den Wegebau zu gewinnen.

Leider ist noch unbekannt, wo sich genau dieser Steinbruch und damit die Höhle befand. Durch den Bau der Autobahntrasse unmittelbar nördlich vom schon 1910 vorhandenen Gasthaus Kleiner Hörselberg wurde die westliche und südliche Bergflanke des Kleinen Hörselberges ab Mitte der 1930er Jahren stark verändert. Auch entlang der heutigen Weinbergstraße, unterhalb des Gasthauses bezeugt die hochaufragende Felswand als sichtbarer Überrest eines im 19. Jahrhundert angelegten Kalkwerkes die Steinbruchaktivitäten vor 100 Jahren.

Die bereits vorliegendenden Schriften zur Natur der Hörselberge und der geologischen Gegebenheiten in unserer Gemeinde enthalten keine Notiz von dieser Höhle, offenbar wurde der Fund damals nicht an zuständige Geologen und Höhlenforscher übermittelt. Vielleicht lässt sich das Rätsel um die Tropfsteinhöhle doch noch auflösen.

Wer erinnert sich an diese Höhle oder kann Hinweise zur Lage des Steinbruchs vom Gastwirt Bruder geben. Für entsprechende Hinweise wären wir dankbar. (M. Beck)