Die heute zu Kahlenberg gehörende Kleinsiedlung Burbach besteht aus dem imposanten, unter Denkmalschutz stehenden mittelalterlichen Fachwerkgehöft, dem benachbarten noch landwirtschaftlich geprägten Gehöft sowie zwei in der späten DDR-Zeit erbauten Wohngebäuden an der Zufahrtsstraße aus Richtung Kahlenberg.
Im Zuge des Autobahnbaus in den 1930er Jahren wurde die heutige Burbacher Straße im nördlichen Abschnitt neu trassiert, sie führte einst westlich am alten Gehöft vorbei und trug den volkstümlichen Namen Kreuzweg. In unmittelbarer Nähe der beiden Höfe befindet sich das Quellgebiet des Würzborn, die beigefügte Karte von 1910 zeigt uns noch drei kleine Teiche, die vom Quellwasser gespeist wurden.
Die Ortsgeschichte zum Gehöft Burbach ist ausführlich im Wikipedia-Artikel Burbach (Wutha-Farnroda) dargestellt. Dazu noch folgende Hinweise: die nördlichen Teile vom heutigen Wartburgkreis bildeten im 8. Jahrhundert (Karolingerzeit) die sogenannte Mark Lupnitz, diese war ein Bestandteil des Westergaues, so wurde die erste Verwaltungsstruktur nach dem Untergang des Thüringerreiches im Jahr 531 von den Franken genannt. Als administratives Zentrum wurde der damals wohl bedeutsamste Ort Lupnitz bestimmt, der größere Teil dieses Gebietes war noch bis um das Jahr 1000 eine unwegsame Wildnis, die auch wegen der dort geltenden königlichen Jagdrechte als Wildbann bezeichnet wurde. Die wenigen dort schon vorhandenen frühen Siedlungen und Höfe gehörten zu den Besitztümern der Klöster Fulda und Hersfeld. Die kurze Entfernung von Lupnitz zum Burbacher Gehöft betrug damals nur etwa 3 km Luftlinie, dieses Gehöft lag somit im Nahbereich und unter dem direkten Schutz der Lupnitzer Verwaltung. Entsprechende Erwähnungen zu den Lupnitzorten können somit auch stets mit dem Burbacher Hof in Verbindung gebracht werden.
Mit der Entstehung der Stadt Eisenach kam es dort zur Ansiedlung von mehreren Klöstern, welche mit Ländereien aus der näheren Umgebung beschenkt wurden. Zuständig für die Verwaltung dieser Ländereien waren in der Regel adelige Familien, wie die Herren von Farnroda, die in den Hauptorten eigene Wohnsitze hatten. Im Jahr 1414 wurde Burbach zusammen mit anderen Gütern durch den Fuldaer Abt Johann von Merlau an das Kartäuserkloster in Eisenach verkauft. Die Burggrafen von Kirchberg zeigten später Interesse an diesem Gehöft, das Kloster Fulda gestattete die Übernahme, welche bis 1799 Bestand hatte.
Die scheinbare isolierte Lage der heutigen Burbacher Höfe trügt, bis zur Reformationszeit war der Kreuzweg eine Querverbindung der Altstraßen in Richtung Rhön und Salzungen, sie lag im Schutz der Scharfenburg bei Thal. Um die Kassen zu füllen, wurde der Verkehr nach 1500 weiter reglementiert, Schleichwege der Händler wurden somit behindert. Noch deutlich sind mittelalterliche Hohlwege im Steilhang vom Burbacher Paß zu erkennen, die schluchtartige Passage ist als Linsengrund bekannt.
Mit dem Ende der Kirchberger Herrschaft über Farnroda im Jahre 1799 gelangten deren Besitzungen an die Landesherrschaft. Das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach bestimmte später, das der Flurbezirk Burbach dem Nachbarort Eichrodt zugeteilt wurde. Um 1870 lebten in beiden Höfen insgesamt 20 Einwohner, die Burbacher Gesamtflur betrug 115 Hektar.
Die schon vor 1900 beginnende Erschließung der Hörselberge für Tourismus und Wanderer machte das prächtige Burbacher Gehöft zu einem beliebten Ausflugsziel, auch der Thüringer Heimatschutzbund warb für diese Sehenswürdigkeit in seinen Publikationen und Veranstaltungen. In den 1970er Jahren wurde das zuvor noch landwirtschaftlich genutzte Fachwerkgehöft von einem Erfurter Arzt erworben, dieser sorgte für eine fachgerechte Restaurierung und eröffnete nach 1990 in Burbach eine Naturheilpraxis. Heute ist das Gehöft im Privatbesitz eines Landwirts aus Wutha-Farnroda. In der Nachbarschaft entstanden in den letzten Jahren weitere Häuser als Wochenend- und Ferienunterkünfte.
Manfred Beck