Ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen setzten kürzlich mehrere Stadträte der Stadt Zella-Mehlis gemeinsam mit dem Beigeordneten Thomas Bischof: Anlässlich des 10. Jahrestages der Verlegung der Stolpersteine für die Familie Goldmann wurden diese sowie weitere Gedenksteine im Stadtgebiet gereinigt.
Im Mittelpunkt der Aktion standen die Stolpersteine in der Kleinen Bahnhofstraße, die an Hedwig, Jakob und Beate Goldmann erinnern. Sie stehen stellvertretend für das Schicksal vieler jüdischer Mitbürger, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Die Familie Goldmann lebte einst in Zella-Mehlis, bevor sie zur Emigration gezwungen wurde.
Die Verlegung dieser Steine im Jahr 2016 war ein bewegender Moment für die Stadt: Angehörige der Familie reisten damals aus dem Ausland an, um gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern der Stadt an die Geschichte ihrer Familie zu erinnern.
Neben den Steinen der Familie Goldmann wurden im Rahmen der aktuellen Aktion auch die Stolpersteine für Bella, Max, Johanna, David und Jenny Rothschild gereinigt. Auch sie erinnern an jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, deren Leben durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zerstört wurde.
Die kleinen Messingtafeln im Gehweg sind Teil eines europaweiten Kunst- und Erinnerungsprojekts. Sie machen Geschichte im Alltag sichtbar - genau dort, wo Menschen einst lebten. Regelmäßige Pflege und Reinigung sorgen dafür, dass diese Erinnerungsorte nicht in Vergessenheit geraten.
Die Beteiligten der Aktion machten deutlich, dass es gerade heute wichtig ist, sich aktiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Die Reinigung der Stolpersteine ist dabei mehr als nur eine symbolische Handlung: Sie ist Ausdruck von Respekt, Mahnung und Erinnerung zugleich.
Zella-Mehlis setzt damit ein klares Zeichen für eine lebendige Erinnerungskultur - und dafür, dass die Geschichten hinter den Namen weiterhin ihren Platz im öffentlichen Bewusstsein behalten.