Die vor 500 Jahren hergestellten Waffen dienten vor allem kriegerischen Zwecken und wurden auch zur Jagd verwendet. Ihre Herstellung und ihr Gebrauch erforderten die Erprobung ihrer dauerhaften Funktionstüchtigkeit. Bereits im 16. Jahrhundert wurde eine Festigkeitsprüfung von Feuerwaffen beschrieben. Die Büchsenmacher begannen frühzeitig, ihre Waffen zu prüfen. Das taten sie in der Regel auf ihren eigenen Schießständen. Es entwickelte sich das Bedürfnis, die Treffsicherheit zu steigern und diese mit anderen Herstellern zu messen, zuerst innerhalb des eigenen Ortes, dann auch mit den Büchsenmachern anderer Orte. Befreundete Büchsenmacher schlossen sich zusammen und die ersten Schützengilden wurden gegründet, in denen das sportliche Schießen vorangetrieben wurde.
Die Mehliser Schützen waren im Hennebergisch-Fränkischen Schützenbund organisiert und unterstanden der Schützenordnung des Amtes Hallenberg. Wegen der Wilderei bestimmte diese Ordnung, dass außerhalb des Zielschießens das Schießen verboten sei.
Der Dreißigjährige Krieg verwandelte weite Teile des Landes in einen Trümmerhaufen. Die Landesregierung versuchte die Not zu mildern. Es wurden Milizen geschaffen, die Schützen hatten Polizei- und Gendarmeriedienste zu leisten. Die Schützenvereine wurden mehr und mehr in den Staatsdienst gestellt. In den Schützenkompanien herrscht eine militärische Ordnung, die Führung übernahmen Offiziere.
1709 erteilte Herzog Friedrich II. zu Sachsen-Gotha-Altenburg den Schützen von Mehlis und Zella St.Blasii ein Privilegium, welches umfangreiche Bestimmungen enthielt. Die Schützen entwickelten große Aktivitäten, 1785 gründete die Mehliser Schützengilde einen Verein mit ca. 100 Mitgliedern. 1791 entstand an der Kuhstirn ein neues Schützenhaus.
1824 wurde ein Schützenhof unterhalb des Regenberges (an der heutigen Beethovenstraße) gebaut. Die Schießbahnen verliefen so, dass es immer wieder Streit mit den Grundstückseigentümern gab, weil über deren Äcker geschossen wurde. Mit dem Bau der Eisenbahn nach Schmalkalden wurden die Schießbahnen verlegt und ein Gerichtsentscheid beendete die Streitigkeiten.
Auch die Mehliser lagen mit den Zella St.Blasiier Schützen in einem jahrelangen Streit. Grund war ihre Unterordnung in die Zellaer Schützenkompanie.1838 löste sich die Mehliser Schützenkompanie auf und ging in eine Schützengesellschaft über. 1864 folgte die Zellaer Schützenkompanie mit einem gleichen Schritt.
Alf Treumann
Im Rahmen des Jubiläums „500 Jahre Schützenwesen Zella-Mehlis“ ist eine Festschrift mit gleichem Titel erschienen. Diese Festschrift ist im Stadtmuseum Beschußanstalt erhältlich.