1861 wurde auf Initiative des in Zella-St.Blasii geborene Gotthilf Albert Sterzing der Deutsche Schützenbund, und kurze Zeit später der Thüringer Schützenbund gegründet. Sterzing war hochangesehener Jurist und Hofrat im Landesgericht Gotha. Frühzeitig erkannte und erarbeitete er die Notwendigkeit grundlegender Reformen im Schützenwesen, in welchem einheitliche und dauerhafte Regeln und Bestimmungen zu herrschen hatten.
Es entstanden in fast allen Orten Schützenvereine, in Zella-Mehlis mehrere. Dazu wurden zeitweise bis zu 30 Schießstände gezählt. Jeder Büchsenmacher hatte seinen eigenen Schießstand am Haus. Das Wetteifern zwischen den Büchsenmachern erfreute sich immer größerer Beliebtheit.
Das sportliche Schießen erhielt mit der Aufnahme in die Olympischen Spiele im Jahre 1896 auch international eine beachtliche Aufwertung. Für den Laien ist nicht gleich zu erkennen, welche komplizierten Abläufe ein Schuss bei einen Wettkampf erfordert. Neben einer hohen Konzentration des Schützens auf das Zielen sind die eigene Körperruhe und eine stets gleichbleibende Körperhaltung von ausschlaggebender Bedeutung. Die Atmung ist beim Schützen genau auf den Zeitpunkt der Schussabgabe abgestimmt wie auch die Unterdrückung aller störenden und ablenkenden Geräusche.
Die Abzugsmechanismen an den Sportwaffen sind so konstruiert, dass ein feinfühliges Drücken des Abzuges bis zur Auslösung des Schusses ermöglicht wird. Der Schütze bestimmt mit hoher Selbstdisziplin den optimalen Moment seines Abdrückens.
Während des Dreistellungskampfes schießen die Gewehrschützen im liegenden, knieenden und stehenden Anschlag 120 Wertungsschüsse. Eine passgerechte Schießbekleidung, bestehend aus Jacke, Hose und Schuhen, sorgt für eine bessere Stabilität des Schützen. Die Pistolenschützen haben in der Disziplin "Schnellfeuer“ in der kürzesten Serie für fünf Schuss nur vier Sekunden Zeit. Um hier erfolgreich zu sein, müssen die Schützen ein langes intensives physisches und psychisches Training absolviert haben.
Die Erlaubnis, eine eigene Sportwaffe zu besitzen, bedingt heute eine der strengsten staatlichen Überprüfungen. Der Besitz, der Transport und der Umgang von Sportwaffen erfordert ein hohes Verantwortungsbewusstsein. Die Sportschützen sind sich dessen bewusst und handeln danach. Sie tragen mit ihrer Disziplin und ihrem Auftreten für ein vertrauensvolles Klima in unserer Stadt bei.
Alf Treumann