Wie sieht der Arbeitsalltag in einer Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigungen aus? Welche Aufgaben werden dort übernommen und welche Bedeutung hat die Arbeit für die Beschäftigten? Antworten auf diese Fragen konnte Peter Schmidt, Kreisbeigeordneter des Landkreises Kaiserslautern, am 24. September 2026 unmittelbar erfahren. Als Schirmherr für den Landkreis Kaiserslautern beteiligte er sich am Aktionstag „Schichtwechsel“ und übernahm für einen Tag eine konkrete Arbeitsstelle in den Westpfalz-Werkstätten des Ökumenischen Gemeinschaftswerks Pfalz in Landstuhl - 1:1 anstelle eines Beschäftigten.
Nach der freundlichen Begrüßung durch Bettina Rivera, Geschäftsbereichsleiterin Teilhabe im Arbeitsleben, und ihre Stellvertreterin Carolin Witt erhielten Peter Schmidt und die weiteren Teilnehmer zunächst einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Einrichtung. Anschließend ging es für den Kreisbeigeordneten an seinen Arbeitsplatz für diesen Tag: die Montagegruppe 8. Dort arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen in einem möglichst geräuscharmen und klar strukturierten Arbeitsumfeld. Die Arbeitsabläufe sind auf die individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten abgestimmt. Jeder hat seinen festen Platz und kennt seine Aufgaben. In der Montagegruppe 8 werden unter anderem Verpackungsmaterialien bearbeitet sowie Pappen und Kartonagen montiert.
Nach einer kurzen Einarbeitung nahm Peter Schmidt seinen Platz ein und übernahm die Aufgaben, die an diesem Tag für seinen Arbeitsplatz vorgesehen waren. Kartons falten und Etiketten aufkleben standen unter anderem auf dem Arbeitsplan. Er erlebte die dort Beschäftigten dabei als hilfsbereit, aufgeschlossen und freundlich. Auch während der gemeinsamen Frühstückspause ergaben sich Gespräche und ein unkompliziertes Kennenlernen.
„Das Schöne an dieser Tätigkeit ist, dass man am Ende des Tages sieht, was man geschafft hat“, sagte Peter Schmidt nach seiner Schicht. Genau darin liegt für viele Beschäftigte ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit. Die Westpfalz-Werkstätten bieten Menschen, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht oder noch nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, Möglichkeiten zur Teilhabe am Arbeitsleben. Neben der konkreten Tätigkeit spielen dabei auch feste Strukturen, soziale Kontakte, persönliche Förderung sowie der Erhalt und die Weiterentwicklung vorhandener Fähigkeiten eine wichtige Rolle.
Die Werkstätten sind auf Aufträge von Unternehmen angewiesen. Diese können mit der Vergabe von Aufträgen an Werkstätten dazu beitragen, diese Angebote zu unterstützen und Menschen mit Behinderungen Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.
Der Aktionstag „Schichtwechsel“ schafft dafür eine besondere Form des Austauschs. Menschen aus Unternehmen, Behörden und anderen Bereichen wechseln für einen Tag in eine Werkstatt und übernehmen dort gemeinsam mit den Beschäftigten deren konkrete Aufgaben. Gleichzeitig erhalten Beschäftigte aus den Werkstätten die Möglichkeit, Arbeitsplätze außerhalb der Werkstatt kennenzulernen. Der bundesweite Aktionstag wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) organisiert und verfolgt das Ziel, Begegnungen zu schaffen und Einblicke in unterschiedliche Arbeitswelten zu ermöglichen. Der Aktionstag macht damit deutlich, dass Inklusion nicht nur durch Gespräche und Konzepte entsteht, sondern vor allem durch Begegnung, gemeinsames Arbeiten und gegenseitiges Kennenlernen.