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Ingelheimer Kurier
Ausgabe 20/2021
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Das Kunstforum Ingelheim zeigt Käthe Kollwitz

Mit Käthe Kollwitz steht eine der bedeutendsten und bekanntesten Künstlerpersönlichkeiten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Zentrum der 62. Ausstellung der Internationalen Tage.

Vor allem als grandiose Zeichnerin und technisch experimentierende Druckgrafikerin ist Käthe Kollwitz (1867–1945) mit ihrem unverkennbaren Stil eine der wichtigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Unbekannter ist dagegen ihr Oeuvre als Bildhauerin, das gleichbedeutend neben ihrem grafischen Werk steht. Erstmals wird in einer Ausstellung der Internationalen Tage Ingelheim der Blick monografisch auf das Werk einer bildenden Künstlerin gerichtet.

Das künstlerische Werk von Käthe Kollwitz umfasst eine Fülle von Themen, mit denen sie sich während ihres gesamten Schaffens auseinandergesetzt hat. Es geht bei der gezeigten Auswahl nicht um eine chronologische Abfolge der stilistischen Entwicklung, sondern um Motive, die unterschiedliche Einblicke gewähren. Dabei sollen sie die menschliche Größe und Zugewandtheit der Künstlerin deutlich machen, die die Menschen ins Zentrum ihrer Kunst stellen. Um das große Spannungsfeld zu umreißen, in dem sich die Arbeiten von Käthe Kollwitz thematisch bewegen, bilden die Begriffe „Realität“ und „Emotion“ die inhaltlichen Klammern. Ihr künstlerisches Talent, Gefühle, Zerrissenheit und Trauer darzustellen stehen für sich.

Die Schau beginnt mit den beiden frühen druckgrafischen Zyklen Die Weber (1897/98) und Bauernkrieg (1902/02-1908). In diesen Werken bildet die Künstlerin eine Realität ab, die sie in der zeitgenössischen Literatur entdeckte. Mit diesen beiden Serien gelingt ihr der künstlerische Durchbruch.

Da die menschliche Figur das zentrale Motiv im Werk von Käthe Kollwitz bildet – vor allem der weibliche Körper –, widmet sich ein Aspekt der Ausstellung ihrer präzisen Beobachtungsgabe und zeichnerischen Umsetzung. Besonders Darstellungen von Frauen und Kindern, die das Glück und die Tragik gleichermaßen aufzeigen, stehen hier im Zentrum.

In einer Gruppe von weiteren Werken richtet sich das Augenmerk auf Emotionen, die einerseits die gefühlsbetonte Leere des Menschen darstellen und andererseits Empfindungen wie die Liebe, die Klage und den Tod erfassen. Auch hier ergänzen sich Zeichnungen, Druckgrafik und dreidimensionale Bildwerke, um die Bandbreite der Ausdrucksformen von Käthe Kollwitz zu dokumentieren.

Eine Auswahl von Selbstbildnissen, die sich durch ihr gesamtes Schaffen zieht und in denen sie sich schonungslos selbst betrachtet, setzt den Schlusspunkt und gewährt so dem Betrachter Einblicke in ihre persönlichen Befindlichkeiten.

Die Ausstellung zeigt ca. 90 Werke und ist in enger Kooperation mit dem Käthe Kollwitz Museum Köln – der weltweit größten Sammlung von Werken der Künstlerin – entstanden. Darüber hinaus werden zahlreiche Leihgaben von großen Museen in Berlin, Frankfurt, Hamburg und Wiesbaden sowie aus privaten Sammlungen präsentiert.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, in dem alle ausgestellten Arbeiten farbig abgebildet sind. Er ist in der Ausstellung und über die Internationalen Tage erhältlich.

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