Bei bestem Wetter besuchten die Ingelheimer Landfrauen das „Land hinterm Deich“, wie Ostfriesland auch genannt wird. Dabei gewannen sie Einblicke in die Lebenswelt der Menschen, die diese Region prägten und auch heute noch prägen. Wie sehr sich diese Lebenswelten gerade wandeln, erfuhren sie zum Beispiel in Greetsiel, dem Heimathafen der größten Krabbenkutter-Flotte an der deutschen Nordseeküste. Das malerische Bild mit den pittoresken Kuttern und ihrem Fang-geschirr ist trügerisch. Denn die hölzernen Schiffe sind überaltert und für moderne Fangmethoden ungeeignet. Und die Investition in einen modernen Kutter schluckt locker mehr als 1 Million Euro. Zu alledem kommt noch, dass der Klimawandel sich immer mehr auf die Zusammensetzung des Fangguts auswirkt. Gründe, die zusehends junge Menschen davon abhalten, in die Küstenfischerei einzusteigen. Dazu kommt noch die Kritik an den Fangmethoden – oftmals ohne die notwendige Fachkenntnis vorgebracht.
Den Besuchern aus Rheinhessen waren solche Probleme im Zusammenhang mit ihrer Arbeitswelt nicht fremd.
Ihr obligatorisches Krabbenbrötchen nahmen sie auf jeden Fall mit dem jetzt erworbenen Wissen zu sich, was alles zu berücksichtigen ist, um diesen Genuss erst möglich zu machen. Und auch die Eile, mit der der Fang vom gerade eingelaufenen Kutter seinen Weg in den Kühl-LKW nach Marokko nahm, war nach den Ausführungen bei der Führung „Die Greetsieler Fischer und ihr Fang“ für alle nachvollziehbar