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Ingelheimer Kurier
Ausgabe 31/2021
Nachrichten aus dem Rathaus
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Öffentliche Führung im Museum bei der Kaiserpfalz

„Wie wol er den Juden auch feind ist, aber er nimbt sichs so hefftig nicht an als ich“ (Luther über Münster)

Anlässlich des Jubiläums der 1700-jährigen deutsch-jüdischen Geschichte, das 2021 bundesweit gefeiert wird, lädt das Museum bei der Kaiserpfalz am Sonntag, 29. August um 11 Uhr zu einer öffentlichen Führung zum Thema ein. Die Führung mit Dr. Klaus-Peter Wörns kostet vier Euro inklusive Eintritt ins Museum und findet in der Sebastian Münster-Abteilung des Museums statt. Sie setzt sich schwerpunktmäßig mit „Antijudaismus in der frühen Neuzeit“ auseinander und geht auf die Haltung Luthers und Münsters ein. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine telefonische Anmeldung bis 27. August im Museum erforderlich, Telefon 06132 - 714701.

Religiös motivierte antijüdische Denkmuster begleiteten das Christentum von Beginn an (Antijudaismus). Am Anfang der traditionellen Judenfeindschaft stand der konfliktbeladene Ablösungsprozess der frühen Christen vom Judentum. Seit dem 4. Jahrhundert wurden Juden sozial benachteiligt und ausgegrenzt. Ab etwa dem 13. Jahrhundert ist die Tiermetapher „Judensau“ als häufiges Bildmotiv der antijüdischen christlichen Kunst belegt. Mitte des 14. Jahrhunderts wurden Menschen jüdischen Glaubens als Brunnenvergifter für die Pest verantwortlich gemacht. Im 15./16. Jahrhundert hatte der Antijudaismus einen Höhepunkt erreicht.