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Ingelheimer Kurier
Ausgabe 33/2020
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Mitmachausstellung Tier & Wir in der Alten Markthalle

Noch steht eine Kuh allein zwischen hohen Schilfgräsern. Unter der Brücke beschäftigt sich ein dreiköpfiger Hund mit seinem Futternapf. An anderer Stelle schlängelt sich eine Schlange neben den Zuggleisen. Im Moment stehen die Objekte einzeln, aber schon eine Stunde später verändert sich die Situation. Denn der große Natur-Tier-Landschafts-Traumpark in der MitMachausstellung „TIER & WIR“ wächst quasi stündlich. Kleine und große Besucher gestalten liebevoll, kreativ und mit viel Hingabe Tiere, Pflanzen und Bäume aus Papieren und anderen Materialien. Sogar ein Eisenbahn-Stellwerk ist schon entstanden, denn durch die fast 60 Quadratmeter große Landschaft zieht ein Zug seine Kreise. Er ist mit einer Kamera bestückt, die ihre Fotos zum Bildschirm an der Wand schickt und so noch einmal einen anderen Blickwinkel auf die Landschaft liefert. Rund um den „Park“ sind sechs große Arbeitsbereiche in der Alten Markthalle aufgebaut, so dass die angemeldeten Besucher in Corona gerechtem Abstand werkeln können. Überhaupt präsentiert sich die diesjährige Mitmachausstellung in der 650 Quadratmeter großen und rund fünf Meter hohen historischen Markthalle mit dem Tonnengewölbe hell und luftig. „Das ist in Corona-Zeiten einfach angesagt. Wir haben auch lange überlegt, können und wollen wir dieses Jahr eine Ausstellung anbieten", erzählt Heike Sobotta. Die eigentlich geplante Ausstellung wurde auf 2021 verschoben und dann dachten die Macher völlig neu. Dann verzichtete das Mima-Team auf eine Inszenierung mit Geheimgang und Labyrinth wie zur Alice-Ausstellung im ehemaligen Weingut Niedecken, achtete aber auf eine ästhetisch ansprechende Gestaltung. Jetzt warten Spaß, gepaart mit Wissensvermittlung in Form von Spielen und Rätseln, eine Stop-motion-Filmstation, ein virtuelles Aquarium und mehr auf aktive Besucher. Natürlich wird auch das Virus thematisiert. Ein großes Mobile mit vielen Viren hängt im Raum und erinnert an die veränderte Lebenswelt jetziger Tage. Dazu hatte Katja von Puttkamer, aus deren Feder das Gesamtkonzept „Made in Ingelheim“ maßgeblich stammt, im Vorfeld über 100 Virentüten verteilt. Insgesamt thematisiert die MiMa mit „TIER & WIR“ das Spannungsfeld von rasant wachsender Technisierung im menschlichen Alltag und der Beziehung zur Natur am Beispiel von Tieren. Wie passen sich Tiere an? Wo sind sie bedroht? Welche Tiere gibt es nicht mehr? Und umgekehrt, was können wir von Tieren lernen? Das sind nur einige Fragen, mit den sich kleine und große Besucher auseinandersetzen können. Das Konzept überzeugte auch Familienministerin Anne Spiegel. Sie übernahm die Schirmherrschaft und hat bereits für Mitte August einen Besuch eingeplant.

Die Ausstellung läuft bis zum Ende der Herbstferien, bis 24. Oktober. Neu ist, dass sich alle Besucher zum Besuch anmelden müssen. Unter www.mima-ingelheim.de lassen sich Zeitfenster für Einzelbesucher, Familien und Gruppen buchen. Neu ist auch, dass auf einen Rollstuhl angewiesene Besucher die Ausstellung diesmal kostenfrei besuchen können. Das ermöglicht der Rotary Club Ingelheim. „Die Förderung, die die Mitmachausstellung jedes Jahr erlebt, ist beeindruckend“, freut sich Heike Sobotta vom Mima-Team, denn ohne sie könne das Projekt für Kinder, Familien, Kitas, Schulen und jeden, der sich für sein inneres Kind Zeit nimmt, nicht stattfinden.