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Ingelheimer Kurier
Ausgabe 4/2021
Seite 3
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Land verkauft Teil seines Grundstücks am Standort des Evangelischen Diakoniewerks Zoar in Heidesheim

Foto: Stefan F. Sämmer

Grünes Licht für einen der größten Grundstücksverkäufe des Landes in den vergangenen Jahren: Am 20. Januar hat der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags der Veräußerung eines Grundstücks von rund 36.786 Quadratmetern an die Wohnungsbaugesellschaft Ingelheim GmbH (WBI) zugestimmt.

„Für die Schaffung von neuem bezahlbarem Wohnraum ist der Preis für das Bauland ein maßgeblicher Faktor. Ich freue mich, dass auf den Flächen, die die WBI erworben hat, mindestens 30 Prozent sozial geförderter Wohnraum entstehen soll und wir deshalb beim Verkauf des Landesgrundstücks an die WBI einen Preisnachlass gewähren konnten“, erklärte Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen.

Beim Kaufpreis wurde eine Regelung des Landeshaushaltsgesetzes angewandt, die einen Preisnachlass ermöglicht. Im Gegenzug ist die WBI verpflichtet, künftig eine Quote von mindestens 30 Prozent für sozial geförderten Wohnraum vorzusehen. Im Ergebnis zahlt die WBI für die Flächen 7,714 Millionen Euro.

Am Standort des Evangelischen Diakoniewerks Zoar im Ingelheimer Stadtteil Heidesheim soll in den kommenden Jahren ein inklusives Quartier für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen entstehen, das von einem ganzheitlichen Ansatz geprägt ist und sich an der individuellen Lebenswelt der Nutzerinnen und Nutzer orientiert. Neben der Zoar-Kindertagesstätte und den Zoar-Werkstätten bietet der Träger vielfältige Wohn- und Assistenzangebote an. In enger Abstimmung wollen WBI und Zoar die Gesamtliegenschaft zu einem inklusiven Quartier mit Gemeinschaftseinrichtungen und neuen Wohnungen entwickeln, wobei 30 Prozent der Wohnflächen sozial geförderte Mietwohnungen werden sollen. Mit der Grundstückstransaktion kommt dieses Ziel des Evangelischen Diakoniewerks Zoar seiner Verwirklichung einen entscheidenden Schritt näher.

Der Anstoß zum Grundstücksverkauf ging vom Evangelischen Diakoniewerk Zoar aus, das in der zu 100 Prozent stadteigenen Ingelheimer WBI einen Partner für den Bau von neuen Wohnungen und die bauliche Instandhaltung der zum Teil denkmalgeschützten Bestandsgebäude gefunden hat.

„Bereits im Rahmen unseres Symposiums im Jahr 2016 haben wir über das Thema ‚Wo anders sein normal ist – Von der Siechenanstalt zum gemeinschaftlichen Wohnprojekt‘ referiert. Mit der Veräußerung des Geländes wird der Grundstein zur Umsetzung gelegt. Künftig wird ein gemeinschaftliches Quartier entstehen, welches es ermöglicht, den dort lebenden Menschen in allen Lebensabschnitten gerecht zu werden und in guter Nachbarschaft zusammenzuleben“, erklärte Martina Leib-Herr, Vorstand des Evangelischen Diakoniewerks Zoar.

„Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist eine unserer dringlichsten Aufgaben und eine große Herausforderung. Das Zoar-Gelände wird einen wichtigen Beitrag leisten können. Dass gerade bei dieser Quartiersentwicklung neue Wohnformen umgesetzt und dank der vorhandenen Angebote von Zoar auch Wohnraum für Menschen mit Unterstützungsbedarf entstehen können wird, ist ein Glücksfall“, sagte der Ingelheimer Oberbürgermeister Ralf Claus.

Franz Göbel, Geschäftsführer der WBI, ergänzte: „Die bestehenden Wohn- und Arbeitsnutzungen sowie die attraktive denkmalgeschützte Substanz bieten eine einmalige Ausgangslage, ein vielfältiges, lebenswertes Quartier zu entwickeln. Diese Möglichkeit wollen wir nutzen, unseren von der Stadt Ingelheim formulierten Auftrag für bezahlbaren Wohnraum weiter umzusetzen. Eine große Chance für Ingelheim und seine Bürgerinnen und Bürger!“

„Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit unseren Vertragspartnern dieses für die Region so wichtige Projekt ermöglichen konnten“, sagte Dr. Petra Wriedt, stellvertretende Geschäftsführerin des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung, der die Transaktion vorbereitet hat und sie abwickelt. „Es ist ein Gewinn für alle Beteiligten: für das Diakoniewerk Zoar mit seiner Kernkompetenz für Teilhabe und inklusive Lebenswelten, die Stadt Ingelheim und die WBI mit einem standortgerechten Zukunftsprojekt, vor allem aber für die Menschen, die heute und in Zukunft im Quartier leben und arbeiten.“