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Ingelheimer Kurier
Ausgabe 41/2020
Nachrichten aus dem Rathaus
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Die Gartenakademie RLP informiert

Jetzt Wasser sammeln und bevorraten - im Boden!

Der Klimawandel ist im Garten angekommen. Auch im dritten Dürresommer in Folge herrschten hohe Temperaturen, Sonneneinstrahlung sowie Wassermangel vor. Von regionalen Starkniederschlägen abgesehen blieb der dringend notwendige Regen über Wochen und Monate aus.

Vielerorts sind die Böden bis in tiefere Schichten völlig ausgetrocknet. Die Folgen sind als Trockenschäden und Absterbe-Erscheinungen an vielen Pflanzen sichtbar (Rasen, Bäume, Sträucher). Eine ausreichende Grundwasserneubildung ist nicht mehr gewährleistet. Die Nutzung von Trinkwasser für die Gartenbewässerung wurde ab August regional untersagt.

Regionale Niederschläge konnten das Defizit nicht ausgleichen. Zudem wird das Regenwasser direkt von den vielen Dachflächen über die Fallrohre in die Kanalisation abgeleitet. Von dort gelangt es in die Flüsse, für das Grundwasser und für die Region ist es somit unwiederbringlich verloren. Doch das muss nicht sein!

Mit dem „Regendieb“ direkt vom Dach in den Garten!

Die meisten Gärten sind um die Wohnhäuser verteilt. Von diesen Dachflächen kann kostenloses Regenwasser gesammelt werden. Das schwankt jährlich zwischen knapp 500 l/m² bis über 1000 l/m². Anstatt das kostbare Wasser ungenutzt in die Kanalisation laufen zu lassen, kann man es mit Hilfe von einfachen Wassersammlern direkt in den Garten leiten! Es ist nicht nötig, große Tonnen oder Gefäße aufzustellen und Gießkannen zu schleppen. Denn hier gehört es hin: In den Gartenboden, dem natürlichen und vor allem kostenlosen Wasserspeicher! Die Regenwassersammler, auch „Regendieb“ genannt, werden einfach in die Fallrohre eingebaut und mit einem zur Größe des Grundstücks passenden Schlauch versehen. Das Schlauchende platziert man wechselnd an verschiedenen Stellen im Garten auf dem Boden.

Der Gartenboden funktioniert wie ein Schwamm: Er hat die natürliche Eigenschaft, Regenwasser aufzunehmen und zu speichern und dieses bei Bedarf wieder an die Pflanzen abzugeben. Bei jedem Regen füllt man den kostenlosen Wasserspeicher Boden mit dem kostbaren Nass auf!

Deshalb: Jetzt Regenwassersammler in die Fallrohre einbauen!

Es lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht, jetzt Regenwassersammler in die Fallrohre der Häuser einzubauen. Im Handel (Baumarkt, Gartencenter etc.) werden verschiedene Lösungen angeboten. Je nach verwendetem Material liegen die Preise zwischen 25 € (Kunststoff) und 60 € für Wassersammler aus langlebigem Metall. Mit etwas handwerklichem Geschick kann man diese problemlos nachträglich in die Fallrohre einbauen.

Vor einer Vernässung oder Versumpfung des Bodens braucht man derzeit keine Angst zu haben. Viele Böden sind bis in mehrere Meter Tiefe so ausgetrocknet, dass sie genug Kapazitäten für wochenlange Regenfälle haben. Durch den Schlauch kann man den Ort der Versickerung im Garten bestimmen, z. B. an der Hecke, auf dem Rasen. Die Regendiebe lassen sich leicht und flexibel einstellen: Sind die Böden ausreichend mit Wasser gefüllt, kann man sie blockieren bzw. verschließen, dann läuft das Regenwasser wie gewohnt in die Kanalisation.

Informationen zu Niederschlagsmengen und Wasserbedarf in Ihrer Region finden Sie im Agrar-Meßnetz RLP: https://www.gartenakademie.rlp.de/Gartenakademie/Gartenwetter/Bewaesserungsbedarf

Informationen zu Ihrer Bodenart (leichter/schwerer Boden):

https://geobox-i.de/GBV-RLP-Garten/