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Ingelheimer Kurier
Ausgabe 9/2026
Nachrichten aus dem Rathaus
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Der Ortsvorsteher Großwinternheim informiert über die Sitzung des Ortsbeirates am 11. Februar 2026

In seiner Sitzung am 11. Februar 2026 im Bürgerhaus hat der Ortsbeirat Großwinternheim mehrere für den Ort zentrale Themen beraten und Beschlüsse gefasst - vom Nahverkehr über die Nahversorgung bis hin zum geplanten Ausbau der Landesstraße L 428.

Bushaltestellen: Standort „Alte Schule“ soll nochmals überprüft werden

Im Rahmen des Nahverkehrskonzepts (6. Bauabschnitt) ging es um den Neu- und Umbau bzw. die Ertüchtigung der Bushaltestelle an der Alten Schule bzw. des ehem. Bürgerhauses in der Kreuzstraße. Der Ortsbeirat hat die Verwaltung gebeten, vorrangig zu prüfen, ob eine alternative Lösung bzw. eine Rückverlegung in die Nähe des früheren Standortes möglich ist, da bei der vorgeschlagenen Variante mehrere Stellplätze wegfallen würden.

Penny-Verlagerung: Ortsbeirat unterstützt die Verbesserung der Nahversorgung

Ein weiterer Punkt war die Verlagerung des Penny-Marktes in Schwabenheim („Am oberen Grasweg“). Der Ortsbeirat hat hierzu eine Stellungnahme beschlossen. Hintergrund: In Großwinternheim gibt es derzeit keinen Lebensmittelmarkt bzw. keine Nahversorgung. Der neue Standort wird als Beitrag zu einer besseren Erreichbarkeit und damit zu einer Stärkung der Nahversorgung für Großwinternheim bewertet.

Ausbau der L 428: Kombinierter Rad- und Wirtschaftsweg - Vollsperrung vermeiden

Der Ortsbeirat begrüßt die Sanierung und den Ausbau der L 428 zwischen Großwinternheim und Schwabenheim und befasste sich mit einem Vorentwurf des Landes.

Der Ortsbeirat spricht sich nach Abwägung von Verkehrssicherheit, Landwirtschaft und Bauablauf für einen kombinierten Rad- und Wirtschaftsweg aus. Dieser soll sowohl die Verkehrssicherheit verbessern als auch die landwirtschaftliche Nutzung dauerhaft ermöglichen.

Ein zentraler Punkt der Stellungnahme ist die bauzeitliche Verkehrsführung: Die L 428 ist die wichtigste Verbindung im Selztal Richtung Ingelheim und Autobahn. Eine monatelange Vollsperrung, wie vom Land angedacht, würde Pendler, Betriebe, Arzt- und Versorgungsfahrten, Rettungsdienste Buslinien sowie den Schülerverkehr stark beeinträchtigen und wäre aus Sicht des Ortsbeirats nicht zumutbar. Daher soll die Planung von Beginn an auf eine umleitungsfähige Bauphase ohne Vollsperrung ausgerichtet werden. Der kombinierte Weg könnte - bei geeigneter Ausführung und Verkehrsregelung - abschnittsweise als Ersatz-/Bypassstrecke dienen; ein solches Vorgehen hat sich beim Ausbau Richtung Ingelheim bereits bewährt.

Zudem fordert der Ortsbeirat eine flächensparende Trassierung (möglichst direkt an den Nutzflächen, ohne unnötige Randstreifen), um Bewirtschaftungsnachteile - etwa durch zusätzliche Saumstrukturen und daraus folgende Einschränkungen - zu vermeiden. Bei Entwässerung und Starkregen soll durch Berechnungen und Abstimmungen sichergestellt werden, dass Einleitungen (u. a. in den Schmitt’schen Graben) keine zusätzlichen Belastungen verursachen. Mit Blick auf die Finanzierung betont der Ortsbeirat: Soweit Breite und Tragfähigkeit für die Umleitungsfunktion erforderlich sind, seien diese Kosten Teil des Landesprojekts und entsprechend vom Baulastträger zu tragen; die Umleitungsfunktion solle in den Planfeststellungsunterlagen transparent dargestellt werden.

Weitere Beschlüsse: Fußweg Bürgerhaus, WC-Beschilderung, Ruhebank und WBI-Wohnungen

Daneben fasste der Ortsbeirat weitere Beschlüsse: Der Fußweg zur Parkplatzanlage am Bürgerhaus soll ausgebessert werden. Außerdem wurde angeregt, am Parkplatz eine Beschilderung zur öffentlichen WC-Anlage anzubringen; die Aufstellung einer Ruhebank soll vor Ort geprüft und anschließend erneut beraten werden. Beim WBI-Neubau in der Kreuzstraße (39 Wohnungen) bittet der Ortsbeirat zu prüfen, ob im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten ein Ortsbezug bei der Wohnungsvergabe berücksichtigt werden kann.

Christian Fürst, Ortsvorsteher