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Friedrichsthal Aktuell
Ausgabe 6/2020
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Gillo zu Schul-Exkursionen zu Stätten der Naziherrschaft

Im Jahr 2019 über 2.000 Schülerinnen und Schüler mit der vhs auf Exkursion

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo fordert in der Diskussion um verpflichtende Gedenkstätten-Besuche eine bessere Finanzierung der bereits bestehenden Angebote. So biete die Volkshochschule des Regionalverbandes in Kooperation mit der Stiftung Demokratie Saarland drei verschiedene Exkursionen für Schulklassen an. Bei einer Rundfahrt zur Nazi-Herrschaft am Beispiel der Stadt Saarbrücken werden unter anderem die Gestapo-Zelle im Historischen Museum Saar und das ehemalige Gestapo-Lager Neue Bremm besucht. Die anderen beiden Exkursionen führen zum ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler in den Vogesen, wo 22.000 Häftlinge zu Tode kamen, und zu den Schlachtfeldern von Verdun.

„Im vergangenen Jahr haben wir in 102 Exkursionen über 2.000 Schülerinnen und Schüler aus weiterführenden sowie berufsbildenden Schulen im Regionalverband erreicht. Für die meist zwischen 15 und 19 Jahre alten Jugendlichen sind dies prägende Erlebnisse, die für das Verständnis unserer Geschichte, Gegenwart und Zukunft überaus wichtig sind“, erläutert Gillo.

Die Kosten für diese Exkursionen übernehmen fast vollständig die Stiftung Demokratie Saarland und der Regionalverband Saarbrücken. Aufgrund des begrenzten Budgets können bis Ende des laufenden Schuljahres für die Exkursionen nach Natzweiler und Verdun bereits jetzt keine Anmeldungen mehr angenommen werden. Peter Gillo würde diese Angebote eigentlich gerne noch offensiver als bisher an den Schulen bewerben: „Das würde allerdings voraussetzen, dass wir finanziell in die Lage versetzt werden, die dann weiter steigende Nachfrage auch bedienen zu können. Die Angebote und die Nachfrage sind schon da, man muss diese nur noch finanzieren. Statt über verpflichtende Gedenkstätten-Besuche zu philosophieren, könnte das Land durch finanzielle Beteiligung hier schnell und pragmatisch helfen."

Bei der Stadtrundfahrt wird im ehemaligen Gestapo-Lager Neue Bremm die Entwicklung gewöhnlicher Menschen zu Folterern und Mördern thematisiert. Am Ort der früheren Synagoge und auf dem Schlossplatz ist das Thema die Verfolgung und Ermordung jüdischer Saarländer. Während der NS-Zeit war das Saarbrücker Schloss Sitz der Gestapo. Daran erinnert heute das „Unsichtbare Mahnmal“, bei dem die Namen aller jüdischen Friedhöfe auf die Unterseite der Pflastersteine auf dem Schlossplatz eingraviert sind. Und die Gestapo-Zelle im Keller des Saarbrücker Schlosses ist mit ihren zahlreichen Inschriften ein bedeutender Erinnerungsort und der Kern des Historischen Museums Saar.

Weitere Informationen zu den betreffenden Schulexkursionen unter

www.stiftung-demokratie-saarland.de/exkursionen/schulen-gruppen/