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Sulzbacher Umschau
Ausgabe 19/2026
Thema der Woche
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Informationsveranstaltung zur DB Logistikstelle in Sulzbach

 

Die Informationsveranstaltung über die geplante Logistikstelle der Deutschen Bahn in Sulzbach stieß auf reges Interesse und löste starke Bedenken bei den Anwohnerinnen und Anwohnern aus. Rund 60 Bürgerinnen und Bürgern kamen zu dem Termin in die Aula und hörten sich die Pläne der DB InfraGO AG zu einer möglichen Logistikstelle mitten in der Innenstadt von Sulzbach an.

Bürgermeister Michael Adam begrüßte die sechsköpfige Gruppe der DB, bestehend aus Franz- Peter Holzer (Leiter der DB InfraGo AG), Tom Ortmann (Leiter Planung und Steuerung DB InfraGo AG), Dr. Udo Altmeier (Experte Logistik), Stefan Hänneschen (Projektleiter Logistikstellen), Dr. Mehmet Coskun (Geschäftsführer Planungsbüro Dr. M. Coşkun Consulting GmbH) und Juan Sebastian Peichoto (Planungsingenieur) sowie die Stellvertretende Bauamtsleiterin Julia Conrad, Bauamtsmitarbeiter Eric Thielgen und die Leiterin der Ortspolizeibehörde, Alesja Hirsch. Auch zahlreiche Mitglieder des Stadtrats nahmen an der Informationsveranstaltung teil, um sich ein eigenes Bild von der Situation zu machen sowie die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger aus Sulzbach zu hören.

Projektleiter Stefan Hänneschen stellte anhand einer Präsentation die angedachte Logistikstelle im nördlichen Bereich des Bahnhofs in Sulzbach vor. „Es müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein, damit eine Fläche überhaupt infrage kommt, um eine Logistikstelle zu errichten. Die Fläche muss eine Anbindung an das Schienennetz haben, dem Eisenbahnverkehr gewidmet sein, die Fläche muss im Eigentum der DB InfraGO AG sein, und die Fläche muss eine gute Anbindung an das Straßennetz haben. All diese Voraussetzungen sind hier in Sulzbach gegeben“, so Hänneschen zu Beginn. Derzeit befinde sich das Projekt in der Entwurfs- und Vorplanungsphase unter Beteiligung aller zuständigen Stellen der DB InfraGO AG. In diesem Rahmen werden aktuell verschiedene Gutachten erstellt, darunter beispielsweise Baugrund-, Lärm- und Schallschutz- sowie Staub- und Geruchsgutachten. Nach Einschätzung der Fachleute der DB InfraGO AG werden sämtliche Gutachten voraussichtlich bis etwa Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein und vorliegen.

In Sulzbach ist die Einrichtung einer Logistikstelle mit einer Flächengröße von 6.407 m² geplant. Diese soll sowohl dem Umschlag und der Lagerung von Neustoffen, wie etwa Schotter, als auch dem Umschlag und der Zwischenlagerung von Abfällen im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes dienen. Darüber hinaus ist vorgesehen, auf ausgewiesenen Flächen eine Betankung mittels einer sogenannten „Tankbombe“ durchzuführen. Dabei handelt es sich nicht um eine fest installierte Tankstelle, sondern um eine flexibel einsetzbare Betankungseinrichtung, die bei Bedarf wieder abtransportiert werden kann.

„Wir rechnen damit, dass dieser Umschlagplatz an 120 Tagen im Jahr genutzt wird und planen derzeit mit Betriebszeiten von Montag bis Freitag zwischen 7 und 20 Uhr“, so der Projektleiter.

Im Anschluss an den Vortrag wurde eine lebhafte Diskussion geführt. Sofort meldeten sich viele Bürgerinnen und Bürgern zu Wort, stellten Fragen und brachten ihre Befürchtungen zum Ausdruck. Viele der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner äußerten ihre großen Bedenken, die unter anderem den zusätzlichen Verkehr auf den Straßen durch die Lastzüge, die Lärmbelästigung, die Staubbelastung und die Wertminderung des Eigentums betreffen. Diese können nicht außer Acht gelassen und auch von Seiten der DB nicht entkräftet werden. Während der Informationsveranstaltung wurde deutlich, dass viele Bürgerinnen und Bürger der geplanten Logistikstelle mit Skepsis begegnen und wiederholt ihre Bedenken äußerten. Auch alternative Vorschläge wurden angebracht, die das Team um Leiter Peter Holzer aufgenommen haben und prüfen.

Ein weiterer Termin für eine zweite Informationsveranstaltung wurde vonseiten der DB InfraGO AG bestätigt. Dieser soll stattfinden, sobald die Gutachten vorliegen und eine Entscheidung darüber näher rückt, ob in Sulzbach eine Logistikstelle realisiert wird.

Die Stadt wird im Verfahren als Träger öffentlicher Belange beteiligt, sodass auch der Stadtrat die Möglichkeit hat, eine Stellungnahme abzugeben. Diese wird von der DB InfraGO AG in die weiteren Überlegungen einbezogen; die abschließende Entscheidung erfolgt jedoch eigenständig durch das Unternehmen.

Die Stadtverwaltung sieht die Veranstaltung als wichtigen Schritt, um Transparenz zu schaffen und die Bürgerinnen und Bürger umfassend zu informieren und bedankt sich für das rege Interesse.