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Sulzbacher Umschau
Ausgabe 29/2026
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Helfen war sein Lebenswerk

 

Wer Kurt Mohr kannte, wusste, dass für ihn ehrenamtliches Engagement keine Aufgabe, sondern eine Selbstverständlichkeit war. Über viele Jahrzehnte stellte er seine Zeit, seine Erfahrung und seine Tatkraft in den Dienst der Gemeinschaft und prägte damit das gesellschaftliche Leben in Sulzbach nachhaltig.

Geboren wurde Kurt Mohr 1938 in Sulzbach. Nach seiner Ausbildung zum Bergmann zwang ihn ein schwerer persönlicher Schicksalsschlag dazu, seinen ursprünglichen Berufsweg aufzugeben. Er fand eine neue berufliche Heimat als Heilgehilfe und arbeitete nach seiner Ausbildung im Knappschaftskrankenhaus Quierschied/Sulzbach sowie in der Verbandsstube der Zentralwerkstatt Hirschbach bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1989.

Sein Lebenswerk ist jedoch untrennbar mit dem Deutschen Roten Kreuz verbunden. Bereits als Zwölfjähriger trat er dem DRK-Ortsverein Sulzbach bei. Was mit einer Mitgliedschaft begann, entwickelte sich zu einem jahrzehntelangen Einsatz für das Gemeinwohl. Ob als Gruppenführer, Zugführer, Bereitschaftsleiter oder langjähriger Vorsitzender – Kurt Mohr übernahm Verantwortung, wo sie gebraucht wurde. Fast fünfzig Jahre lang bildete er Menschen in Erster Hilfe aus und vermittelte Wissen, das im Ernstfall Leben retten kann. Unter seiner Führung entwickelte sich der Ortsverein stetig weiter, insbesondere in der Nachwuchsarbeit und bei der Modernisierung seiner Ausstattung. Der DRK OV Sulzbach würdigte sein jahrelanges Engagement mit der Ehrenmitgliedschaft und dem Ehrenvorsitz.

Sein Engagement endete nicht an den Grenzen des Ortsvereins. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Rosel unterstützte er Anfang der 1990er Jahre Spätaussiedler, die in Sulzbach eine neue Heimat fanden. Er half unbürokratisch bei der Beschaffung von Möbeln und Kleidung und begleitete die Familien bei Behördengängen. Auch bei der Jahrhundertflut an Oder und Elbe im Jahr 2002 übernahm er Verantwortung und gehörte in Torgau zu den Einsatzkräften, die die Hilfsmaßnahmen vor Ort koordinierten.

Neben seinem Wirken im Deutschen Roten Kreuz engagierte sich Kurt Mohr über viele Jahre in der katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu in Altenwald. Als Mitglied des Verwaltungsrates sowie als Gründungsmitglied und später Erster Vorsitzender des Kirchenbauvereins setzte er sich mit großem Einsatz für das kirchliche Leben vor Ort ein.

Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande im Jahr 2014 war die verdiente Anerkennung für ein außergewöhnliches Lebenswerk. Sie würdigte einen Menschen, der Verantwortung übernahm, wenn Hilfe gebraucht wurde, und dessen Einsatz stets dem Wohl anderer galt.

Mit Kurt Mohr verliert Sulzbach einen Menschen, der Generationen von Ehrenamtlichen geprägt und das Miteinander in der Stadt entscheidend mitgestaltet hat. Sein Name bleibt eng mit dem Deutschen Roten Kreuz und dem Gedanken der gelebten Nächstenliebe verbunden. Für sein jahrzehntelanges Wirken wird ihm die Stadt Sulzbach ein ehrendes Andenken bewahren.