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Sulzbacher Umschau
Ausgabe 31/2020
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City Wache informiert

Artgerechte Hundehaltung

Bereits Pythagoras hat schon gesagt:
„Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen zurück.“
a) Haltung von Hunden

Ein Wort zu Beginn:

Zu den Anforderungen an die artgerechte Haltung gehören neben der tiergerechten Versorgung mit Futter und Wasser und einer ausreichenden Gesundheitsvorsorge, vor allem ein regelmäßiger Auslauf und ausreichende Sozialkontakte, sowohl zu anderen Hunden als auch zu Menschen.

Tierhalter/innen sind außerdem verpflichtet, ihre Tiere so zu halten (Sorgfaltspflicht), dass andere Menschen oder Tiere sowie fremdes Eigentum nicht geschädigt oder gestört werden. Des Weiteren muss jeder Hund in einem Haushalt bei der Stadt Sulzbach/Saar angemeldet werden, auch wenn dieser sich länger als 2 Monate zur Pflege bei ihnen befindet. Weitere Auskünfte erteilt ihnen gerne unsere Kämmerei/Hundesteuerabteilung (06897) 508 – 156.

Nach § 10 „Hunde“ der Polizeiverordnung der Stadt Sulzbach/Saar ist generell zu berücksichtigen:

1) Hunde dürfen nicht ohne Aufsicht frei herumlaufen. Auf öffentlichen Straßen und in öffentlichen Anlagen sind Hunde an einer höchstens zwei Meter langen Leine zu führen, sofern nicht durch Beschilderung etwas anderes zugelassen ist. Wer Hunde mit sich führt, hat dafür Sorge zu tragen, dass Personen oder Tiere nicht gefährdet und Sachen nicht beschädigt werden.

2) Die Mitnahme von Hunden auf Schulhöfe, Kinderspielplätze, Liegewiesen, Badeplätze, in Badeanstalten, Sportanlagen, in Anlagen von vorschulischen Einrichtungen sowie Kindergrippen und Kinderhorte ist verboten.

3) Den Haltern/innen oder Führern/innen von Hunden ist es untersagt, die öffentlichen Straßen und Anlagen - mit Ausnahme besonders ausgewiesener Plätze – durch Hunde verunreinigen zu lassen, ohne diese Verunreinigungen unverzüglich zu beseitigen.

Verstöße können mit einer Geldbuße bis zu 5.000 € geahndet werden.

b) Haltung von gefährlichen Hunden

Für die Haltung eines gefährlichen Hundes gelten die besonderen Vorschriften der Polizeiverordnung (PVO) über den Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden im Saarland vom 26. Juli 2000 zuletzt geändert durch die Verordnung vom 9. Dezember 2003 (Amtbl.S.2996).

Wann gilt ein Hund als gefährlich?

Im Saarland gelten gemäß o.g. Verordnung 3 Hunderassen generell als „gefährlich“ (Listenhunde). Diese sind:

- American Staffordshire

- Staffordshire Bullterrier

- American Pitbull Terrier

Allerdings kann jeder weitere Hund darüber hinaus als gefährlich eingestuft werden (rasseunabhängig), und zwar

-wenn er sich als bissig erwiesen hat

-in aggressiver Form und gefahrdrohender Weise Menschen oder Tiere anspringt

-auf Angriffslust oder Schärfe gezüchtet wurde.

Ein Hund ist in der Regel als bissig anzusehen, wenn er eine Person oder ein Haustier gebissen hat und es sich hierbei nicht nur um eine Reaktion auf einen Angriff oder ein bewusst herausgefordertes Verhalten handelte. Allerdings kann auch allein schon der Versuch eine Person oder Tier durch einen Biss zu verletzen, oder wenn er als besonders aggressiv bekannt ist (ohne Beissvorfall in der Vergangenheit) ausreichend sein, dass der Hund als „gefährlich“ eingestuft werden muss.

Aufgrund z.B. eines Beißvorfalles kann die zuständige Behörde (Ortspolizeibehörde) eine Begutachtung/Prüfung des Hundes anordnen (Wesenstest), um herauszufinden, ob es sich bei dem auffällig gemeldeten Hund um einen gefährlichen Hund im Sinne der genannten PVO handelt. Bis zu diesem Begutachtungstermin kann dem Halter/in des Hundes überdies als vorläufige Sicherungsmaßnahmen auferlegt werden, den Hund außerhalb eines ausbruchsicheren Privatgrundstückes nur mit Leine und Maulkorb zu führen.

Besteht ein Hund diesen Wesenstest nicht und wird als „gefährlich“ eingestuft, kommen auf den/die Halter/in Auflagen gemäß der Polizeiverordnung zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden zu.

Auflagen / Haltungsbedingungen „gefährliche Hunde“ im Saarland

  • Die Haltung von Hunden, die extra mit dem Ziel gesteigerter Angriffslust oder Schärfe gezüchtet oder ausgebildet wurden, ist verboten.
  • Die Haltung gefährlicher Hunde bedarf der Erlaubnis der Behörde.
  • Für die Erlaubnis muss der/die Halter/in volljährig sein, die erforderliche Sachkunde (Sachkundeprüfung) und Zuverlässigkeit (Führungszeugnis) besitzen.
  • Der/Die Halter/in muss zusätzlich eine Haftpflichtversicherung abschließen (Mindestdeckungssumme 1 Million Euro bei Personenschäden, 500.000 Euro für Sachschäden).
  • Das Grundstück/die Wohnung muss entsprechend ausbruchssicher sein.
  • An jedem Eingang zum Grundstück/zur Wohnung muss ein Warnschild („Vorsicht – gefährlicher Hund“) angebracht werden.
  • Außerhalb des eingezäunten Grundstücks/der Wohnung gilt eine allgemeine Leinen- und Maulkorbpflicht für gefährliche Hunde.
  • Eine Person darf immer nur einen gefährlichen Hund gleichzeitig führen.
  • Am Halsband jedes gefährlichen Hundes muss Name, Anschrift und Telefonnummer des Halters vermerkt sein.
  • Der Hund muss zudem dauerhaft gekennzeichnet werden (z.B. Tätowierung oder Mikrochip)
  • Wer die Haltung eines gefährlichen Hundes aufgibt, hat die Daten des neuen Halters bzw. den Verbleib des Hundes der bisher zuständigen Behörde unverzüglich mitzuteilen.

Darüber hinausgehenden Anordnungen oder Weisungen der zuständigen Behörde ist Folge zu leisten. Ordnungswidrig handelt wer vorsätzlich oder fahrlässig die angeordneten Auflagen nicht oder nicht rechtzeitig erfüllt. Dies kann mit einer Geldbuße bis zu 5.000 € geahndet werden.

Ansprechpartner: City-Wache Sulzbach/Saar

Bahnhofstraße 21

Telefon: 06897 / 508 – 222

E-Mail: ordnungsamt@stadt-sulzbach.de