Titel Logo
Sulzbacher Umschau
Ausgabe 9/2026
Geschichte der Woche
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Sulz­ba­che­rin sorgt im Hand­werk für Furore

Oufa Yous­sef lebt ihren Traum: Die 41-jäh­rige Sulz­ba­che­rin betreibt ihr Fri­seur­fach­ge­schäft „Oufa Hair­sty­ling“in der Dud­wei­ler­straße 2a in Saar­brücken – und belegte Ende 2025 mit ihrer Hand­werks­kunst gleich zwei­mal den drit­ten Platz: als Mit­glied der CAT-Natio­nal­mann­schaft Deutsch­land bei der Welt­mei­ster­schaft der Fri­seure in Lon­don sowie in der Kate­go­rie „Women Sty­list of the Year 2025“bei den „HNX Awards – Deut­sche Mei­ster­schaft der Fri­seure 2025“in Mann­heim.

„Ich bin stolz auf mich, dass ich das alles geschafft habe“, sagt sie ent­spre­chend. Doch das alles umfasst nicht nur diese bei­den her­vor­ra­gen­den Plat­zie­run­gen, son­dern ihr Leben im All­ge­mei­nen in den ver­gan­ge­nen 13 Jah­ren. Damals kam die gebür­tige Syre­rin mit ihren bei­den Söh­nen zu ihrem Mann nach Deutsch­land, noch bevor der Bür­ger­krieg in ihrem Hei­mat­land aus­brach. Dem Schock, dass ihr Mann kurz danach die Bezie­hung been­dete, folgte der Ent­schluss, ihr Leben selbst in die Hand zu neh­men. Denn sie habe gelernt: „Ich muss keine Angst haben.“

Vor­mit­tags besuchte sie die Sprach­kurse, nach­mit­tags arbei­tete sie in ihrem Beruf als Fri­seu­rin. Spä­ter legte sie ihre Mei­ster­prü­fung in Öster­reich ab. Seit etwa einem Jahr wohnt die sym­pa­thi­sche Frau mit den lan­gen schwar­zen Haa­ren und der ruhi­gen und freund­li­chen Stimme mit ihren Söh­nen in Sulz­bach. Und vor etwa einem hal­ben Jahr über­nahm sie als Inha­be­rin das Geschäft in der Saar­brücker City. „Jetzt habe ich mei­nen Traum­la­den“, sagt sie über den Salon, in dem sie vor­her auch viele Jahre arbei­tete. Dort bedient sie mit ihren drei Mit­ar­bei­te­rin­nen und den zwei Azu­bis nun Frauen wie Män­ner.

Oufa Yous­sef hat fast 30 Jahre Berufs­er­fah­rung – sie arbei­tete bereits in Syrien als Fri­seu­rin – und ist zudem seit rund zehn Jah­ren auch als Trai­ne­rin für Hoch­steck­fri­su­ren und Bala­yage tätig, einer Tech­nik zum Haa­re­fär­ben. Mit ihren Fri­su­ren und ihrer Lei­den­schaft für Braut­sty­ling über­zeugt sie nicht nur ihre Kun­din­nen – dar­un­ter viele Stamm­kun­den aus dem gan­zen Saar­land und dem angren­zen­den Frank­reich –, son­dern eben auch die Jurys bei den oben genann­ten Wett­be­wer­ben. „Das hatte ich wirk­lich nicht erwar­tet“, sagt Oufa Yous­sef über ihre Erfolge.

Bei der Deut­schen Mei­ster­schaft stan­den Fär­ben, Schnei­den und das Sty­ling im Mit­tel­punkt, bei der Welt­mei­ster­schaft ging es um Gla­mour-Sty­ling. Das alles mus­ste sie in jeweils 40 Minu­ten umset­zen. Die bei­den drit­ten Plätze geben natür­lich Schwung fürs Selbst­be­wusst­sein. Und so möchte sich die Neu-Sulz­ba­che­rin auch nicht auf ihren Lor­bee­ren aus­ru­hen. „Ich wollte immer mei­nen Namen welt­weit bekannt machen“, sagt sie über ihren Traum.

Das könnte sich in den näch­sten Mona­ten und Jah­ren erfül­len. Denn Oufa Yous­sef hat nach ihrer Teil­nahme an den Wett­be­wer­ben jetzt durch­aus Chan­cen, im kom­men­den Jahr sogar als Mit­glied einer Jury an Bord zu sein. „Sie waren in Lon­don sehr begei­stert“, erzählt sie. Die Sulz­ba­che­rin ist zudem Mit­glied beim Fach­ver­band CAT (das steht für Cer­cle des Arts et Tech­ni­ques), einem Ver­band, der nach eige­nen Anga­ben „exzel­lente Bran­chen­ken­ner, erfolg­rei­che Wett­be­werbs­fri­seure sowie talen­tierte Fri­seu­rin­nen und Fri­seure bun­des­weit“ zusam­men­bringt.

Einige ihrer Tech­ni­ken hat sie übri­gens in Tune­sien erlernt und auch in Dubai hat die Fri­seu­rin bereits einen Wett­be­werb gewon­nen. Ihre Aus­zeich­nun­gen zie­ren den Emp­fang ihres Salons. Mit die­sen Erfah­run­gen im Rücken besteht tat­säch­lich die Chance, dass die kleine Welt­reise von Oufa Yous­sef in den kom­men­den Jah­ren wei­ter­geht und sie auf Welt­stars wie Jen­ni­fer Lopez trifft, die sie dann sty­len müs­ste. Am 25. Januar geht ihre Reise aber erst­mal ganz boden­stän­dig in Han­no­ver los, wo sie an einem Semi­nar teil­nimmt. Ein paar Tage spä­ter geht es in Dort­mund mit einem Show-Sty­ling wei­ter. Zwi­schen Ehr­geiz und All­tag steht für sie jedoch eines im Vor­der­grund: „Ich will ein­fach mein Leben genie­ßen.“