Hochwasserrückhaltebecken Leimersdorf - Birresdorf Gemeinde Grafschaft Gemarkung Birresdorf / Leimersdorf
Wichtiger Meilenstein für Hochwasserschutz, Verkehrsinfrastruktur und sichere Schulwege erreicht
GRAFSCHAFT. Fast zehn Jahre nach dem Starkregenereignis vom 4. Juni 2016 ist ein entscheidender Meilenstein für die Wiederherstellung der Landesstraße L 79 zwischen Birresdorf und Leimersdorf erreicht: Das Land Rheinland-Pfalz hat die wasserrechtliche Genehmigung für das geplante Hochwasserrückhaltebecken erteilt. Mit diesem wichtigen Schritt können nun die weiteren Vorbereitungen für die Umsetzung des Gesamtprojekts vorangetrieben werden.
Das Starkregenereignis im Juni 2016 führte in weiten Teilen der Gemeinde Grafschaft zu erheblichen Schäden. Besonders betroffen war die Brücke über den Leimersdorfer Bach im Zuge der L 79, die infolge einer Verklausung und des dadurch entstandenen Wasserdrucks vollständig zerstört wurde. Seitdem gewährleistet eine Notbrücke die Verbindung zwischen Birresdorf und Leimersdorf.
„Wir sind sehr froh, dass nach der nun vorliegenden Genehmigung endlich die nächsten Schritte eingeleitet werden können“, erklärt Bürgermeister Achim Juchem. „Der Gemeinderat und die Verwaltung haben sich in den vergangenen Jahren gemeinsam mit zahlreichen Fachbehörden und Ingenieurbüros intensiv für dieses Projekt eingesetzt. Umso mehr freuen wir uns, dass nun eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung geschaffen wurde.“
Das Vorhaben geht dabei weit über den Ersatz der zerstörten Brücke hinaus. Geplant ist die Errichtung eines neuen Hochwasserrückhaltebeckens, über das die Landesstraße künftig geführt wird. Gleichzeitig soll ein seit Jahrzehnten geforderter Fuß- und Radweg zwischen Birresdorf und Leimersdorf entstehen, der insbesondere für Schulkinder eine deutlich sicherere Verbindung schaffen wird.
Darüber hinaus verbessert das Projekt den Hochwasser- und Starkregenschutz für mehrere Ortslagen. So wird der Schutz der Bürgerinnen und Bürger in Nierendorf nachhaltig gestärkt. Gleichzeitig wird künftig verbunden mit einer weiteren Hochwasserschutzmaßnahme ein Teil der bei Starkregenereignissen anfallenden Wassermengen aus Richtung Niederich kontrolliert und schadlos abgeleitet werden können.
„Dieses Projekt ist ein wichtiger Beitrag zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels und zur Verbesserung der Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger“, so Bürgermeister Juchem weiter. „Neben der Wiederherstellung einer wichtigen Verkehrsverbindung schaffen wir zusätzliche Schutzmaßnahmen für mehrere Ortschaften und erhöhen gleichzeitig die Verkehrssicherheit durch den neuen Fuß- und Radweg.“
Für Samstag, den 13. Juni 2026, hat die Dorfgemeinschaft Birresdorf zu einer Kundgebung eingeladen, um auf die seit fast zehn Jahren bestehende Notbrücke und die weiterhin ausstehende dauerhafte Lösung aufmerksam zu machen. Rat und Verwaltung der Gemeinde Grafschaft können die Sorgen, die Ungeduld und teilweise auch die Frustration vieler betroffener Bürgerinnen und Bürger nachvollziehen. Die Menschen vor Ort haben über Jahre hinweg mit den Einschränkungen eines Provisoriums leben müssen und immer wieder erleben müssen, wie sich die Umsetzung des Projektes verzögerte. Die nun vorliegende Genehmigung zeigt jedoch, dass das Vorhaben einen entscheidenden Schritt vorangekommen ist und sich die langjährige Beharrlichkeit sowie das Engagement aller Beteiligten auszahlen.
Rat und Verwaltung der Gemeinde Grafschaft danken insbesondere den betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern in Birresdorf und Leimersdorf sowie den weiteren Nutzern der L 79 für ihre Geduld und ihr Verständnis während des langwierigen Planungs- und Genehmigungsverfahrens. Die außergewöhnlich lange Verfahrensdauer war unter anderem auf die komplexen fachlichen Anforderungen, die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie die erheblichen zusätzlichen Belastungen der beteiligten Behörden und Ingenieurbüros infolge der Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 zurückzuführen.
In den kommenden Monaten werden die Details der Förderkulisse mit den zuständigen Stellen des Landes abgestimmt. Anschließend können die erforderlichen Ausschreibungen für die weiteren Planungs- und Bauleistungen erfolgen. Sofern keine rechtlichen Einwendungen gegen das Vorhaben erhoben werden, wird mit einem Zeitraum von etwa sechs Monaten für diese Verfahrensschritte gerechnet. Die anschließende Bauzeit wird voraussichtlich rund zwei Jahre betragen.
Mit der nun erteilten Genehmigung ist ein entscheidender Schritt getan, damit das seit 2016 bestehende Provisorium durch eine dauerhafte, moderne und hochwassersichere Infrastruktur ersetzt werden kann. Rat, Verwaltung und Bürgermeister der Gemeinde Grafschaft sind zuversichtlich, dass das Projekt nun zügig in die Umsetzungsphase überführt werden kann und damit sowohl die Verkehrsanbindung als auch der Hochwasser- und Starkregenschutz für die betroffenen Ortschaften nachhaltig verbessert werden.
Abschließend betont Bürgermeister Juchem: „Die Menschen in Birresdorf, Leimersdorf, Nierendorf und Niederich haben lange auf diesen Moment gewartet. Deshalb danke ich allen Betroffenen ausdrücklich für ihre Geduld, ihre Ausdauer und ihr Vertrauen. Die jetzt vorliegende Genehmigung ist ein wichtiger Erfolg für die gesamte Region. Nun gilt es, die nächsten Schritte konsequent umzusetzen, damit aus den Planungen endlich sichtbare Fortschritte auf der Baustelle werden.“
[Pressemeldung der Gemeinde Grafschaft - 09.06.2026]