Titel Logo
Grafschafter Zeitung
Ausgabe 39/2021
Sport
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

TC Grafschaft lebt SolidAHRität

Fluthelfer aus ganz Deutschland bei der abendlichen Nachbereitung der Eindrücke aus dem zerstörten Ahrtal. Die Nähe zum Helfer-Shuttle war dabei sehr hilfreich.

Personelle, materielle und finanzielle Hilfen wurden vermittelt

Im Juli hat im Ahrtal eine neue Zeitrechnung begonnen. Auch der Tennisclub Grafschaft-Nierendorf ist – zumindest mittelbar – betroffen. Mehrere Vereinsmitglieder sind mit ihren Familien existentiell geschädigt, befreundete Vereine haben ihre Clubanlagen verloren. Der Verein hat sofort begonnen, alle Möglichkeiten zur Hilfestellung zu nutzen. So entstand nach wenigen Tagen ein Zeltlager. Feldbetten, Dusch- und Waschmöglichkeiten, Vollverpflegung – es wurde alles getan, damit die Fluthelfer sich nach getaner Arbeit erholen und auf die nächsten Arbeitseinsätze vorbereiten konnten. In den Wochen nach der Flut wurden ca. 800 Übernachtungen vermittelt, an einzelnen Tagen bevölkerten bis zu fünfzig Gäste die Clubanlage. Das Angebot wird jetzt heruntergefahren, da das Land, vertreten durch die ADD, auf dem benachbarten Sportplatz zwischenzeitlich ein Helfercamp mit 500 Schlafplätzen betreibt, in dem nach Abzug der Blaulichtorganisationen nun auch private Helfer untergebracht werden. Der TC Grafschaft stellt dazu zwei der vier Tennisplätze für Sanitäreinrichtungen zur Verfügung. Auch Politprominenz war zwischenzeitlich auf der Anlage, um sich nicht nur über Schäden im Ahrtal, sondern auch bei den Helfern zu informieren. „Wir konnten einige Kritikpunkte zur Krisenreaktion benennen, die für die politische Aufarbeitung wichtig sind“, so der Vorsitzende Jürgen Kaster, der im Fraunhofer Institut in Wachtberg beruflich mit der Thematik zu tun. „Diese flossen kurz darauf in eine Tischvorlage des Bundestags ein.“ Lobend erwähnt er die schnelle Reaktion des Finanzministeriums, das den Vereinen schnell und unbürokratisch die Option zur Vermittlung von Spenden einräumte. „Über unser Spendenkonto konnten wir bisher mehr als 30.000 Euro von privat an privat vermitteln, zudem wichtige Materialspenden“, so Kaster. Beeindruckt zeigt er sich von dem nach wie vor großen Zulauf von engagierten Helfern aus ganz Deutschland. „Manche sind schon seit Anfang August hier um zu helfen. Aus Markt Indersdorf kommen viele Elektriker zu uns, die gezielt im Ahrtal Notinstallationen vornehmen. Diese Hilfsbereitschaft ist enorm, vor allem auch für die geschundenen Seelen der Betroffenen. Dabei hatten manche befürchtet, sie wären nach zwei Wochen vergessen.“ Informationen und Spendenkonto unter: www.tc-grafschaft.de.