Gebannt sind alle Augen auf die Pflanze gerichtet, um die Sauerstoffbläschen zu zählen
RINGEN. Auch die drei ersten Klassen der Grundschule Ringen besuchten die beiden Jugendpflegerinnen Wiebke und Tina zur Vorbereitung auf den Kinderrechtetag in der Gemeinde am 23. September.
Mit einem einfachen Experiment erlebten Kinder, warum saubere Luft und sauberes Wasser für ihr Leben wichtig sind
Im Rahmen des Kinderrechteprojekts setzten sich die Kinder auf spielerische und anschauliche Weise mit einem wichtigen Thema auseinander: dem Recht auf eine gesunde und saubere Umwelt. Ein einfaches Experiment mit einem Zweig der Wasserpflanze Elodea machte dabei sichtbar, was sonst für das menschliche Auge unsichtbar bleibt – die Produktion von Sauerstoff.
Für den ersten Versuch wurde ein Zweig Elodea in klares Wasser gelegt und mit Licht bestrahlt. Schon nach kurzer Zeit konnten die Kinder beobachten, wie kleine Bläschen an der Pflanze aufstiegen.
„Das ist Sauerstoff!“, erklärte Wiebke Breustedt. Die Kinder sollten die Bläschen zählen. Auf diese Weise wurde für sie unmittelbar erfahrbar, dass Pflanzen Sauerstoff produzieren und damit einen entscheidenden Beitrag für unser Leben leisten.
Das Team-Fazit brachte die Bedeutung des Experiments auf den Punkt: „Das machen Bäume und Pflanzen den ganzen Tag für uns. Ein einziger großer Baum produziert täglich so viel Sauerstoff, wie ihr alle heute braucht.“
Im zweiten Schritt wurde das Experiment verändert. Ein weiterer Elodea-Zweig kam in trübes, braunes Wasser, das zuvor mit etwas Erde eingefärbt worden war. Wieder wurde die Pflanze beobachtet.
Das Ergebnis war für die Kinder deutlich: Es waren viel weniger Bläschen zu sehen.
Damit wurde der Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung und dem eigenen Leben anschaulich vermittelt. Wenn Wasser oder Luft verschmutzt sind, können Pflanzen beeinträchtigt werden und ihre wichtige Funktion schlechter erfüllen.
Das gemeinsame Fazit lautete: „Wenn Wasser oder Luft verschmutzt sind, können Pflanzen nicht mehr arbeiten. Kein Sauerstoff für uns. Deshalb ist Umweltschutz auch Selbstschutz.“
Um der Umwelt behilflich zu sein, wurde es im Anschluss praktisch: Passend zum Motto stellen die Kinder gemeinsam sogenannte Blumenmurmeln her. Mit viel Freude und Kreativität werden diese aus Erde, Ton und verschiedenen Blumensamen angefertigt und schlussendlich noch farblich gekennzeichnet, so dass man die verschiedenen Samenarten auch unterscheiden kann. So lernen die Kinder auf spielerische Art und Weise, wie sie selbst etwas für die Natur und die Umwelt tun können. Am Ende dürfen sie ihre selbstgemachten Blumenmurmeln mit nach Hause nehmen und dort einpflanzen.
Durch das eigene Beobachten, Fühlen und Entdecken konnten die Kinder den Zusammenhang zwischen Natur, Umwelt und ihren eigenen Rechten selbst erfahren. Das Projekt machte damit deutlich: Kinder haben nicht nur das Recht, gehört und geschützt zu werden – sie haben auch ein Recht auf eine Umwelt, in der sie gesund und sicher aufwachsen können.
Das Experiment hinterließ bei den Kindern vor allem eine wichtige Erkenntnis: Pflanzen leisten jeden Tag etwas für uns – und wir können etwas für sie und unsere Umwelt tun.