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Grafschafter Zeitung
Ausgabe 41/2022
Aktuelles
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Schluss mit Schleichwegen in Karweiler

Der Bereich Bengener Straße.

KARWEILER. HB. Lang anhaltende und dynamische Diskussionen gehören zum Alltag einer jeden Ortsbeiratssitzung auf der Grafschaft einfach mit dazu – natürlich trifft das auch auf Karweiler zu. Mehr als zweieinhalb Stunden lang verfolgte eine kleine Gruppe interessierter Bürger am späten Dienstagabend bis nach 21:30 Uhr in der Alten Schule gespannt eine emotional, doch meist einig geführte Sitzung. Aus gutem Grund standen die diesmal Themen Verkehrssicherheit und Schleichverkehr ganz oben auf der Agenda. Rücksichtslose Raser, die Karweiler regelmäßig unsicher machen, sind vielen Bürgern seit Jahren schon ein Dorn im Auge. Während der jüngsten Ortsbeiratssitzung hat die örtliche Kommunalpolitik dann gleich mal einen Aktionsplan zur Verkehrssicherheit beschlossen, damit es auf den Straßen und Wegen im Dorf sicherer für die Bürger wird. Längst kein Geheimtipp mehr: Der Feldweg, der sich von Karweiler aus in Richtung Betriebsausfahrt A 573 erstreckt, wird von so manchem Autofahrer immer wieder als Schleichweg benutzt, um schneller von oder auf die Autobahn zu gelangen. Rücksichtslose Autofahrer, die auf den Feldwegen nach Karweiler einfahren, gefährdeten immer wieder Fußgänger, legt sich Ortsvorsteher Dr. Dieter Bornschlegl fest. Gefährlich, aber wohl zu unwiderstehlich für die motorisierten, überkandidelten „schwarzen Schafe“ ist wohl das illegale Hintertürchen, sich auf diese Art und Weise einen Umweg von nur wenigen Kilometern zu ersparen. Die Stimmung bei einigen Anwohnern ist nicht erst seit gestern arg angespannt. Sie fühlen sich durch Lärm und Staub belastet. Ortsvorsteher Dr. Bornschlegl hat selbst bereits schon einmal eine brenzlige Situation auf einem Verkehrs-Bypass erlebt. „Da war ich abends gegen 22 Uhr mit meinem Hund unterwegs. Es war schon dunkel, da kam ein Pkw so schnell angerast, dass ich mit samt dem Hund gerade noch in den Graben springen konnte“, erinnerte er sich noch deutlich an den Rettungssprung. Geht’s jetzt nach dem Willen des Ortsbeirates von Karweiler, soll alsbald mit dem unbefugten Feldwegeverkehr ein für alle Mal Schluss sein, der nicht öffentlichen Autobahnauf- und -abfahrt ein Riegel vorgeschoben werden - im wahrsten Sinne des Wortes. Das Gremium beantragt bei der Gemeinde Grafschaft, dass geeignete Maßnahmen zur Unterbindung des unerlaubten Nutzens der Betriebsausfahrten der A 537 ergriffen werden: etwa durch Schließung derselben. Daneben steht die Nutzung des land- und forstwirtschaftlichen Weges in Richtung des Hundeplatzes und des Sportflughafens als Ärgernis an. Für Karweiler ein echtes Dauerproblem. Kein Land in Sicht - vielleicht bald doch. Der Prüfauftrag an die Gemeinde, den Wirtschaftsweg in der Nähe des Karweiler Kapellchens mittels versenkbarer Poller für den illegalen Verkehr zu sperren, wurde als Beschluss schon mal einstimmig durchs Gremium formuliert. Derweil werden Geschwindigkeitsbegrenzungen und Verkehrsregeln im Dorf nicht selten ignoriert. Rote Fahrbahnmarkierungen im Bereich der Bengener Straße 28 - - ähnlich denen auf der Hauptstraße in Grafschaft-Esch - sollen nun Abhilfe schaffen, um die Sicherheit, besonders von Fußgängern und Kindern, gewährleisten zu können. Ebenso einhellig sprach sich der Ortsbeirat dafür aus, dass die Gemeinde im Bereich der Kreisstraße und der Bengener Straße sogenannte StreetBuddys anschafft und platziert.

„Den Planentwurf fürs Toilettenhäuschen an der Dorfhütte finde ich gut“, stellte Detlef Lypken (CDU) unmissverständlich klar. Währenddessen hat die neuerliche Einbindung des Ortsbeirates kaum Änderungen ins Konzept erbracht. Der Bauplan blieb bis auf wenige Details unangetastet. Die Beiräte verständigten sich darauf, dass im Bereich des Lagers anstatt eines Fensters, eine Außentür eingebaut werden soll. Mit Rückenwind aus dem Gremium hatte der stellvertretende Ortsvorsteher Lypken derweil noch einen zweiten Verbesserungsvorschlag parat: Ein zweites Urinal im Toilettenhäuschen soll den Komfort aufpeppen. Auch hierfür signalisierte das Gremium grünes Licht. Eine ökologische Aufwertung der Grünflächen an der Weierstraße/Kreisstraße plant der Ortsbeirat Karweiler. Darüber informierte Ortsvorsteher Dr. Bornschlegl das Gremium jüngst. „Wir haben dort einen Pflegezustand, der mehr als bedenklich, gar untragbar ist“, nahm dann auch Lypken erst gar kein Blatt vor den Mund. Unterdessen liegen den Kommunalpolitiken auch schon Inspirationen für die Grünflächengestaltung vor. Idealerweise hat Gärtnermeister Wolfgang Geller aus Karweiler bereits Ideen für die Neugestaltung gesammelt und sich Gedanken darüber gemacht, wie die Fläche gestaltet werden könnte. Im Rahmen einer Ortsbegehung soll sich demnächst die gesamte Bürgerschaft von Karweiler aktiv in die Gestaltung ihrer Umgebung einbringen, hielt der Ortsbeirat fest.

Nicht immer nur weiter Projekte fürs Dorf auf die lange Bank schieben, sondern unter den gegebenen Haushaltsbedingungen der Gemeinde einfach mal wieder Schwerpunkte bei Investitionen setzen: Unter dieser Prämisse hat das Karweiler Gremium seine Anträge zum Grafschafter Haushalt 2023 formuliert. Im letzten Nachtragshaushalt der Gemeinde standen vor etlichen Monaten noch die Anschaffung eines Regenwassertanks an der Dorfhütte und eine Sitzgruppe im Bereich des Karweiler Kapellchens an. „Die Mittel wurden aber nicht genehmigt. In 2022 war einfach kein Geld mehr da“, will der Ortsvorsteher die Gemeinde jetzt bitten, die entsprechenden die Gelder dafür in den 2023er Haushalt einzustellen. Einstimmig sprachen sich die Ortsbeiratsmitglieder auch dafür aus, dass die Gemeinde Mittel für einen Stromanschluss bereitstellt, der ganztägig, zum Beispiel bei Dorffesten, auf dem Justen einrichtet werden soll. Ebenso geht die Anschaffung einer modernen Multimediaanlage für die Alten Schule in die zweite Haushaltsrunde. Einhellig kann sich Ortsbeirat gut vorstellen, dass die Mittel dafür im kommenden Gemeindehaushalt positiv abgebildet werden. Unterdessen machte sich der Ortsvorsteher auch dafür stark, dass eine Gewerbespülmaschine „zur Erfüllung der neuen Hygieneverordnung des Kreises“ angeschafft werden kann, dasselbe gilt für den Ersatz der defekten Spüle in der Küche der Alten Schule.