Das Objekt des Monats Januar ist eine mechanische Wanduhr aus den 1950er/1960er Jahren, die in vielen Haushalten dieser Zeit in der Küche hing. So befand sich auch das ausgewählte Objekt von Ende der 1950er bis Anfang der 1970er Jahre in einem Wertinger Haushalt. Das Keramikgehäuse hat am linken und rechten Seitenrand eine aufgemalte Marmorverzierung. Der obere Rand ist geschwungen. Die Vorderseite der Uhr hat ein aufklappbares Fenster, durch das man auf das Zifferblatt und den Aufziehmechanismus der Uhr zugreifen kann. Das Pendeluhrwerk ist in einem Blechgehäuse im Rücken der Uhr untergebracht. Bei exaktem geradem Aufhängen fängt das Uhrwerk an zu laufen. Hergestellt wurde die Uhr von der Firma Garant, die bis in die 1980er Jahre existierte. Auch andere Hersteller wie Junghans und Dugena produzierten solche weißen Keramik-Uhren mit aufgemalten und eingebrannten Farbdetails.
Während des 17. bis 19. Jahrhunderts war es den wenigen wohlhabenden Leuten vorbehalten, eine eigene Uhr zu besitzen. Die übrige Bevölkerung war auf die Anzeige der Kirchturmuhr angewiesen. Ihr Glockenschlag bestimmte den Tagesablauf. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurde die Uhr zum Möbelstück (Standuhr, Regulator) und Gebrauchsgegenstand (Bauernstubenuhr, Küchenuhr) in der Wohnung. Gefertigt wurde sie bald als Massenprodukt, wie das Objekt des Monats Januar zeigt.
Es ist im Eingangsbereich des Schlosses in der entsprechenden Vitrine zu besichtigen.