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Zusamtaler Landbote
Ausgabe 1/2026
Allgemeine Nachrichten
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Beim Dorfrundgang mit Bürgermeisterkandidat Bernhard Uhl gibt es viele interessante Geschichten

Hohenreichen

Ende des 19. Jahrhunderts wuchs auf dem Schlossberg in Hohenreichen kein Baum. Der Hügel auf dem die Schlosskapelle als Relikt aus der Vergangenheit noch heute steht, war fast kahl. Das zeigt ein Blick in die Dorfchronik von Friedrich Schombacher. Heute - beim Dorfrundgang mit Bürgermeisterkandidat Bernhard Uhl - klagen die Hohenreichener über „Wildwuchs“, der sich rund um die Kapelle breit gemacht hat. „Es wäre schön, wenn dort oben ein wenig ausgelichtet würde und wir wieder aufs Dorf runterschauen könnten,“ so der Wunsch an den parteilosen Kandidaten, der von SPD und Grünen unterstützt wird.

Und gleich noch ein Baum-Thema stört die Hohenreichener. Am steilen Hang hinter der ehemaligen Schule, in der heute das Schützenheim und in einem Anbau ASB-Kindergarten und Kinderkrippe untergebracht sind, sollte vor einigen Jahren ein Waldkindergarten entstehen. Daraus wurde nichts mangels Interessenten, erzählen die Dorfbewohner. Warum aber dennoch der Hang zum Teil abgeholzt wurde, das verstehe kein Mensch. Auch mit dem Stadtwald, der auf der Flur hinter Hohenreichen wächst, sind die Ortsansässigen nicht zufrieden. Dort gebe es immer noch zu viel Käferholz, der Wald sei in keinem guten Zustand, monieren die Privatwaldbesitzer, die für ihren Baumbestand eine Beeinträchtigung fürchten.

Es gibt aber noch drängendere Probleme: Der Hochwasserschutz sei eine diffizile Sache, die geplante Erhöhung eines Feldweges zum Wasserrückhalt lasse auf sich warten. Die größte Hochwassergefahr bestehe bei Starkregen durch die Wassermassen, die den Hang herunter aus Richtung Gottmannshofen kommen: „Da schießt das Wasser die Straße runter zu uns rein ins Dorf.“ Später bei einer Runde Kaffee im Schützenheim berichtet Kandidat Bernhard Uhl vom Sturzflutmanagement, das er in Zusmarshausen, wo er aktuell noch als Bürgermeister tätig ist, praktiziert.

Die Hohenreichener klagen aber nicht nur - sie sind vielmehr stolz auf ihr Dorf, wie es sich in der Gesprächsrunde mit Georg Humbauer, früherer Ortssprecher, seinen Söhnen Tobias und Michael Humbauer, mit Horst Dirr, Kirchenpfleger Hans Schuster, Franziska Deisenhofer, Thomas Hack und anderen Dorfbewohnern zeigt. „In unserem Ort wurde immer schon viel selber gemacht,“ berichtet Feuerwehrkommandant und Stadtrat Michael Humbauer. Der schöne Pavillon am Dorfplatz, der beim Rundgang angesteuert wird, ist „komplette Eigenleistung“ und auch beim Bau des neuen Feuerwehrhauses packte die Dorfgemeinschaft an. Im früheren Raiffeisen-Lagerhaus ist heute Platz für größere Feste und Feiern. Kandidat Uhl staunt, als ihm die Hohenreichener vom Friedhof erzählen. Zusammen mit dem Nachbardorf wurde ein gemeinsamer Friedhof in Bliensbach konzipiert - „selbst geplant und gebaut,“ lassen die Hohenreichener wissen. Sie erzählen noch lange im Schützenheim - zuletzt auch von den schönen Gottesdiensten, die oben in der Schlosskapelle mit Pfarrer Alois Roßmanith jetzt in der Weihnachtszeit gefeiert werden.