Mikołaj Suchanek, Kilian Sladek, Evgeny Konnov und Daniel Holzhauser (v. l.) freuten sich über den Beifall des Wertinger Publikums.
Die Februar-Sonntagsmatinée der Charlotte und Hermann BUHL STIFTUNG versprach bereits in ihrer Ankündigung einen außergewöhnlichen Konzertvormittag – und sie hielt Wort.
Ausgewählte Lieder aus Franz Schuberts Winterreise trafen auf Titel aus den legendären Studioalben von Tony Bennett & Bill Evans. Zwei herausragende Lied-Duos aus Klassik und Jazz gestalteten gemeinsam eine Matinée voller Eleganz, Tiefe und berührender Klangmomente.
Der Bariton Daniel Holzhauser und der Pianist Evgeny Konnov lernten sich während ihres Studiums am Leopold Mozart College of Music in Augsburg kennen. Kilian Sladek begegnete Daniel Holzhauser in ihrer gemeinsamen Zeit beim Bundesjugendchor. Gemeinsam mit dem Pianisten Mikołaj Suchanek formten die vier Musiker eine kongeniale Symbiose aus Kunstlied und Jazzstandards.
„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh’ ich wieder aus“ – mit diesen Versen des Dichters Wilhelm Müller beginnt die autobiografisch inspirierte Winterreise, in der Schubert auf eindringliche Weise den existenziellen Weltschmerz des Menschen umkreist. Zu den bekanntesten Liedern des Zyklus zählt „Am Brunnen vor dem Tore“, das an diesem Vormittag natürlich nicht fehlen durfte.
Dem gegenüber standen Jazzklassiker wie „My Foolish Heart“, „You Must Believe in Spring“ oder „The Two Lonely People“, die sich ebenso feinfühlig mit Liebe, Sehnsucht und Einsamkeit auseinandersetzen. So entstand ein spannungsvoller Dialog zwischen zwei musikalischen Welten, die in ihrer emotionalen Tiefe überraschend nah beieinanderliegen.
Das Publikum zeigte sich begeistert. Was zunächst als spannendes musikalisches Experiment erschien, entpuppte sich als eindrucksvolle und stimmige Verbindung – die Erwartungen wurden weit übertroffen.