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Zusamtaler Landbote
Ausgabe 4/2026
Vereine und Verbände
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Vereine und Verbände

 

Das Objekt des Monats April kam erst im vorigen Monat ins Museum. Bei der Profanierung der Wertinger Seelenkapelle am 18. Februar 2026 wurden die beiden Altarsteine entfernt. Die Profanierung ist die Entwidmung einer Kirche: Sie darf nicht mehr für sakrale Zwecke genutzt werden. Oder anders ausgedrückt: Das Gebäude, der Raum kann nun für weltliche Veranstaltungen genutzt werden. Zu diesem Zweck wird in einem speziellen Ritus vom Priester der Altarstein mit der Reliquie aus dem Altartisch entfernt.

Die polierte Oberfläche des Altarsteins weist fünf Kreuze auf. Sie stehen für die fünf Wundmale Christi. Die Rückseite des Steins ist rau und hat in der Mitte eine Aushöhlung, die mit einer Platte verschlossen ist. In dieser Mulde befindet sich die eingepackte, mit einem Siegel verschlossene Reliquie. Die Platte ist über der Mulde verklebt bzw. eingeputzt, so dass es keinen Zugang zur Reliquie gibt. Bei der Profanierung wird diese Platte vorsichtig mittels Meißel entfernt. Die darin enthaltene Reliquie wurde am 13. März aus den Platten entnommen. In Wertingen kamen die beiden Altarsteine ins Heimatmuseum, die darin enthaltenen Reliquien nahm der bischöfliche Zeremoniar Ulrich Müller in Augsburg in Empfang.