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Unsere Bergstätten Mitteilungsblatt mit amtlichem Bekanntmachungsteil
Ausgabe 34/2023
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Isnyer Schüler helfen Alpweiden der Adelegg zu erhalten

Vierundzwanzig Jugendliche stehen am Rande einer Wiese, sie halten den Atem an, lauschen gespannt, und hören – fast nichts.

Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse des Gymnasiums Isny behandeln im Biologieunterricht Biodiversität und nehmen an einem Projekt teil, um die Biodiversität in der Adelegg zu erhalten.

Tobias Boneberger, Ranger in der Adelegg, erklärt, warum es so leise ist: „Eine Wiese, die fünfmal im Jahr abgemäht wird, bietet für Insekten keinen Lebensraum mehr.“

Während des schweißtreibenden Aufstiegs zur Alpe Wenger Egg bekommen die Jugendlichen den Unterschied zu hören: Kaum sind die intensiv bewirtschafteten Wiesen zurückgelassen, beginnt ein Konzert von Grillen, Bienen, Hummeln. Die Wiesen werden artenreicher und bunter, neben dem Frauenmantel blühen Arnika und Knabenkraut.

Frauenmantel • Arnika • Knabenkraut • Zauneidechse

Aber hier ist auch schon zu sehen, was passiert, wenn der Mensch überhaupt nicht in die Natur eingreift: Der Älpler Thomas Osterrieder berichtet, dass auf den extensiv bewirtschafteten Alpwiesen der Weidedruck nicht mehr reicht, um unerwünschte Sträucher und Brombeeren zurückzudrängen, die deshalb von den Waldrändern her die Wiesen zuwachsen und den Lebensraum vieler Insekten und Blühpflanzen überwuchern.

Dann legen die Jugendlichen los: Mit Sensen, Sägen, Hippen und Beilen hauen sie Fichten und Holunderbüsche heraus, schneiden Brombeergestrüpp ab und häufen die Ranken am Wegrand auf. Dieses Schwenden ist harte Arbeit, aber notwendig, wenn die artenreichen Wiesen erhalten werden sollen.

Zum Abschluss gibt es eine Brotzeit auf der Alpe Wenger Egg. Nach der getanen Arbeit schmeckt diese doppelt so gut.

An insgesamt drei Projekttagen in Mai und Juni haben nacheinander alle 8. Klassen des Gymnasiums Isny Hand angelegt um Landschaft und Lebensraum rund um die Wenger Egg zu erhalten. Fachkundig unterstützt wurden sie dabei von Tobias Boneberger, dem Ranger der Adelegg und Thomas Osterrieder, dem Älpler der Wenger Egg Alpe. Beide waren beeindruckt von dem Engagement und Fleiß, den die Schüler bei ihrer anstrengenden Arbeit gezeigt haben. Durch die Arbeit an den Projekttagen wurde so manche Alpfläche für die nächsten Jahre erhalten. Klar, dass die Alpgenossenschaft da auch gerne eine Brotzeit für die Schüler spendiert.