Fotograf Jürgen Huber
Lieblingsbild: Kimpflen bei Röthenbach am Morgen
Lieblingsmotiv: Kapelle Waltrams
Jürgen Huber aus Seltmans fotografiert Landschaften, die Stimmung und das Wetter im Allgäu. Seine Fotos sind regelmäßig im „Bayerischen Fernsehen“ zu sehen.
„Morgens“, sagt Jürgen Huber, „morgens gibt’s das beste Licht für mich.“ Wenn die Sonne aufgeht, wenig Wolken am Himmel stehen und sein Gefühl passt, dann hält den agilen Hobbyfotografen aus Seltmans im Oberallgäu nichts mehr zuhause. Dann muss er raus in die sanfte Landschaft, zu den knorrigen Bäumen, grünen Wiesen und dunklen Wäldern. Huber greift sich dann eine seiner drei Kameras und zieht los, Motive suchen, Stimmungen einfangen, das Allgäu in wunderschönen Bildern einfangen und festhalten. Wenn Jürgen mit einem seiner Fotos besonders zufrieden ist, möchte er andere Menschen daran teilhaben lassen: „Es macht so viel Spaß, Schönheit zu finden und anderen zu zeigen,“ sagt der Telekommunikationsfachmann, der kurz vor seiner Pensionierung steht. Seine besten Stücke schickt Huber zum „Bayerischen Rundfunk“. Der lädt seine Zuschauer regelmäßig dazu ein, ihre eindrucksvollsten Wetterbilder einzusenden. Ein Sommermorgen mit Nebelschwaden über taufeuchten Wiesen. Uralte Baumriesen im Gegenlicht. Eine frische Spur im glitzernden Schnee. Solche Motive. Die kommen offensichtlich gut an beim BR: im vergangenen Jahr flimmerten Dutzende von Hubers Fotos werktags über die bayerischen Bildschirme. Die zuständige BR-Wetterredaktion in Nürnberg ist ein dankbarer Abnehmer von Hubers Kunst und entscheidet tagesaktuell, ob ein Bild in eine der Sendungen „Wir in Bayern“, „Abendschau der Süden“ oder als Abspann des BR-Wetters kurz vor 18 Uhr passt. „Ich hab‘ das gar nicht richtig gelernt, sondern mir im Laufe der Zeit angeeignet,“ erzählt der Oberallgäuer stolz. Er ist Mitglied im Fotoclub Isny, arbeitet überwiegend nach Bauchgefühl. Dazu passt es gut, dass sein Arbeitszimmer ein Fenster nach Osten hat, Richtung Sonnenaufgang. Da sieht er sofort, ob die Umstände günstig sind, ob es sich lohnt, loszuziehen. „Viele meiner Motive finde ich auf dem Weg zur Arbeit,“ plaudert Jürgen Huber aus dem Nähkästchen, „auf der knapp 25 km langen Strecke gibt’s einiges zu entdecken.“ Er ist oft mit dem E-Bike unterwegs, da kann er sofort anhalten und seine Kamera in Position bringen. Diese Flexibilität ist unschlagbar, weiß er. Beim Radfahren hat Huber auch eines seiner Lieblingsfotos gemacht, die vom Morgennebel überwaberten Wiesen beim Weiler Kimpflen im Westallgäu (siehe Fotos). Das sieht aus wie ein wohl komponiertes Gemälde. Ähnliches gilt für seine Lieblingskapelle Waltrams hoch über Weitnau oder auch das Winterbild, das er neulich am Burenweg bei Sibratshofen „geschossen“ hat. Huber konzentriert sich auf Landschafts- und Wetterbilder, ob beim Spaziergang am Hopfensee, beim Wandern in der Hörnergruppe oder eben beim Radfahren durchs Allgäu. Und auch nachts ist er gern unterwegs: Der Himmel über dem Allgäu ist oft weniger „lichtverschmutzt“ als über dicht besiedelten Gegenden und ermöglicht faszinierende Sternenbilder.
Mit seinen drei Kameras deckt der Fotograf aus Seltmans alle Situationen ab, mehr an Technik braucht er nicht. „Das Wichtigste ist sowieso das Gefühl und der Blick für ein Motiv,“ stellt er nüchtern fest, „wenn du nicht siehst, was möglich ist, dann kriegst du auch kein g’scheites Foto hin.“ Bald hat Huber noch mehr Zeit für sein Hobby und für seine Allgäuer Heimat. Man darf gespannt sein, wie oft seine Bilder dann im Fernsehen oder auch in der Allgäuer Lokalzeitung zu sehen sind… (Lutz Bäucker)
Info: Aktuelle Wetterbilder kann man online schicken an: www.br.de/bayernbilder