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Unsere Bergstätten Mitteilungsblatt mit amtlichem Bekanntmachungsteil
Ausgabe 7/2026
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Ergebnisse einer Gästebefragung zum Einfluss von Windkraftanlagen auf den Tourismus in der Region rund um Weitnau

Weitnau/Hellengerst, 05. Februar 2026. Im Rahmen eines Pressegesprächs wurden die Ergebnisse der von Weitblick beauftragten Gästebefragung durch das unabhängige Marktforschungsinstituts EUMARA AG im Hotel Hanusel Hof erstmals veröffentlicht. Teilnehmer waren neben Medienvertretern auch Bürgermeister Florian Schmid, Vertreter der an der Gästeumfrage beteiligten Tourismus-Verbände und Hotels, Vertreter von Landschaftsschutzverbänden, Kreisrat und Kreisheimatpfleger Peter Neßler und weitere Gäste.

46 Prozent aller Befragten würden Urlaubsorte mit sichtbaren Windkraftanlagen meiden

Durch die Studie liegen nun differenzierte und belastbare Zahlen in Bezug auf das Entscheidungsverhalten von Allgäu-Urlaubern vor. Diese sind bedenklich: 46 Prozent aller befragten Gäste (aktuelle und ehemalige) geben an, dass sie Regionen mit sichtbaren Windkraftanlagen bewusst meiden würden. Bei den aktuellen Urlaubern ist die Zahl mit 62% deutlich höher. Bei den Ehemaligen mit 41% etwas niedriger.

Insgesamt 456 aktuelle und ehemalige Allgäu-Urlauber wurden befragt

Unterstützt wurde die Umfrage durch das Tourismusbüro der Marktgemeinde Weitnau, MirAllgäuer – Urlaub auf dem Bauernhof e.V. und das Hotel Hanusel Hof, die die Online-Umfrage an ihre Gastbetriebe bzw. Gäste weitergaben. Die Fallzahl gewährleistet eine hohe statistische Aussagekraft. Konzeption, Durchführung und Auswertung erfolgten nach anerkannten marktforscherischen Standards durch die EUMARA AG, ein seit Jahrzehnten tätiges, unabhängiges Marktforschungsunternehmen.

Hohes Abwanderungs- und Nachfragerisiko

Die Ergebnisse zeigen, dass der Ausbau industrieller Windkraftanlagen in landschaftlich sensiblen Tourismusregionen wie den Allgäuer Voralpen ein konkretes Abwanderungs- und Nachfragerisiko darstellt. Landschaft, Ruhe und Natur sind für die Mehrheit der Gäste im Allgäu die zentralen Kriterien bei der Wahl des Urlaubsziels – Faktoren, die durch sichtbare technische Großanlagen stark beeinträchtigt würden.

Das Abwanderungsrisiko ist real, da in der Alpenzone C, südlich von Immenstadt, keine Windkraftanlagen gebaut werden dürfen und sich deren Attraktivität dadurch erhöht.

Die Gästebefragung bestätigt das bisherige Ausschlussgebiet

Ruhe, ungestörte Natur und insbesondere das Landschaftserlebnis mit freiem Panoramablick auf die Alpen werden darin als zentrale Standortqualitäten für die Region rund um Weitnau benannt. Erholung und Tourismus ist eine der maßgeblichen Säulen der regionalen Wirtschaft.

Bürgermeister Florian Schmid betonte, der wesentliche Auftrag des Regionalen Planungsverbands ist, die Strukturen und den Rahmen für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region zu setzen. Mit Blick auf die nun vorliegenden Zahlen müsse das Gremium eine Entscheidung für die Zukunft der Region fällen und im Sinne der Bürger das Ausschlussgebiet aufrechterhalten.

Martin Stanscheit, Sprecher der Initiative WEITblick, zeigte anhand detaillierter Berechnungen, dass die Wertschöpfungs- und damit Wohlstandsverluste für die Gemeinden Weitnau, Waltenhofen und Missen bei über 20 Millionen im Jahr liegen und sich diese Zahl langfristig durch ausbleibende Investitionen in die touristische Infrastruktur auch noch erhöht. Große Verlierer sind neben den Beherbergungsbetrieben und Privatvermietern auch die örtlichen Handwerker und Dienstleister, denen ebenfalls erhebliche Umsatzeinbußen bevorstehen würden. Die Zahlen sind transparent nachvollziehbar und nach gängigen wissenschaftlichen Methoden ermittelt.

Markus Rainalter, Hotelier, ergänzte, dass bereits wesentlich niedrigere Werte für die heimischen Tourismusbetriebe und Gästevermieter existenziell wären. Aufgrund der unsicheren Situation müssen sich Hoteliers bereits heute überlegen, welche Investitionen sie tätigen. Peter Neßler, Kreisheimatpfleger und Kreisrat wies darauf hin, dass gerade in unserer Region die Existenz vieler Bauernhöfe und somit auch die Landschaftspflege vom Zuerwerb durch die Vermietung an Feriengästen abhänge.

Die Studie liefert nun eine belastbare empirische Grundlage für politische und raumplanerische Entscheidungen. Im Rahmen der Diskussion wurde deutlich, wer über Windkraftstandorte entscheidet, beeinflusst nicht nur energiepolitische Ziele, sondern vor allem auch die wirtschaftliche Zukunft unserer vom Tourismus abhängigen Region.

Alle Informationen können detailliert auf der Webseite von WEITblick, initiative-weitblick.com eingesehen werden. Die zitierte Studie wurde völlig unabhängig und ergebnisoffen durchgeführt. EUMARA AG steht seit Jahrzehnten für neutrale und professionelle Marktforschung. Da die Zahlen in der öffentlichen Diskussion eine große Rolle spielen, wurde von Seiten der o.g. Initiatoren allergrößter Wert auf die neutrale Erhebung, Belastbarkeit und Nichtangreifbarkeit der Zahlen gelegt.