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Amts- und Mitteilungsblatt für den Markt Arberg
Ausgabe 12/2026
Historie von Arberg
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Historie von Arberg

Diese Frage lässt sich einfach beantworten, es waren die Arberger und Lellenfelder Bürger, damals Untertanen des Bischofs von Eichstätt. Wer aber leitete diese Bauprojekte, wer war der Kirchenbaumeister? Die aktuelle Arberger Kirche Sankt Blasius entstand im Jahr 1709. Der Querbau und der Chor wurden 1936 angebaut. 1709 leitete das Bauvorhaben Giovanni Battista Camessina aus Graubünden, 1936 der Architekt Friedrich Haindl. Über den Vorgängerbau, von dem nur noch das Eingangsportal auf der Nordseite erhalten ist, wissen wir fast nichts. Das Eingangsportal ist spätgotisch, es entstand somit in der Zeit zwischen 1400 und 1520.

Die Großlellenfelder Kirche, sie ist der seligen Jungfrau Maria geweiht, wurde zwischen 1446 und 1500 erbaut.

Für beide spätgotischen Kirchen ist der Kirchenbaumeister bislang unbekannt.

Exkurs:

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Die Kirche St. Maria Virginis in Gunzenhausen wurde zwischen 1448 und 1461 erbaut, der Chor von Endres von Kemnaten, Bürger von Gunzenhausen.

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1461 empfehlen der Bürgermeister und Rat von Gunzenhausen in einem Brief den Endres von Kemnaten für den Kirchenbau in Nördlingen.

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Meister Endres von Kobnaten zu Waisenburg“ war auch am Bau der Sankt Andreas Kirche und des Spitals in Weißenburg beteiligt. Der Rat von Weißenburg empfiehlt in für den Bau der Nördlinger Kirche.

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Meister Endres“ baute den Chor der Stiftskirche in Herrieden zw. 1447 und 1461.

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1463 finden wir „Meister Endres“ beim Bau des Chors der Johanniskirche in Ansbach.

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Um das Jahr 1475 dürfte Meister Endres verstorben sein.

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1469 arbeitete sein Sohn, ebenfalls Endres oder Andreas genannt, am Bau der Esslinger Kirche mit. Er wird „Andreas von Kemnat“ genannt.

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1493 arbeitet „Endriß Weißenburger“ kurzzeitig am Ulmer Münster mit.

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1496 baut „Maister Endris, Steinmetzen“ an der Jagstbrücke in Crailsheim.

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Um 1500 ist „Maister Endris“ Baumeister des Sakramentshauses der Johanniskirche in Crailsheim. Hier wird erstmals sein Familienname erwähnt. Meister Endris nennt sich Emhart.

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1508 baute „Meister Endres Emhart Bürger von Crailsheim“ den Chor der St. Gumbertuskirche in Ansbach.

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1511 baute „Meister Endres“ am Chor der Kirche in Roth. Er dürfte nach 1520 verstorben sein. Er wurde zuletzt Kirchenbaumeister genannt.

Meister Endres dürfte sich jeweils nur kurzfristig an seinen Arbeitsstätten aufgehalten haben und auch zeitgleich am Bau mehrerer Kirchen beteiligt gewesen sein.

Könnte Meister Endres auch an den Kirchen in Arberg und Lellenfeld mitgebaut haben?

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Im Salbuch von 1447 zahlt ein „Meister Endres – Steinmetz“ Steuern für sein Söldengut (kleines Gütlein). Ab 1446 wird die Kirche in Großlellenfeld gebaut.

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Die oben angeführten Kirchen ähneln der Lellenfelder Kirche stark.

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1447 zahlen auch Hans Emhart aus der Waffenmühle, Michael Emhart aus Wiesethbruck und Leonhard Emhart aus Gothendorf Steuern an das Arberger Kastenamt. Auch in Goldbühl wohnten Familien mit dem Namen Emhart. Der Familienname war bei Arberg weit verbreitet. Es könnte sich um Verwandtschaft handeln.

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1548 wohnt die „Alt Emharttin“ in Arberg.

Ohne schriftlichen Beweis führen zu können, kann angenommen werden, dass der Kirchenbaumeister Endres Emhart am Bau der Lellenfelder Kirche beteiligt war. Auch die Arberger Vorgängerkirche ist um diese Zeit gebaut worden. Die Kirchen in Königshofen und Mörsach ähneln der Lellenfelder Kirche stark und sind ebenfalls um die Zeit 1450 bis 1500 entstanden. Sein Namenszusatz „von Kemnaten“ deutet eindeutig auf unser Kemmathen in der Marktgemeinde hin. Rund um den Eichelberg lagen viele Steinbrüche – für einen Steinmetz die richtige Umgebung. Außerdem ließ sich der Steinmetzmeister oft am Ort seiner Tätigkeit nieder. So z.B. in Weißenburg, Gunzenhausen und Crailsheim und ganz sicher auch in Großlellenfeld.

Kunst- und Kulturverein Arberg
Karl Rieger