Fäulnis an den Untergurten am südlichen Teil der Brücke nach Entfernen der Mehrschichtplatten.
Fachmännischer Austausch der Untergurte an der bestehende Struktur.
Austausch der Geländerpfosten und mehrlagige Abdichtung der Brückenfahrbahn.
Die sanierte Fußgängerbrücke über die Staatsstraße 2132 ist wieder geöffnet. Spaziergänger, Wanderer und Hundebesitzer können die wichtige Verbindung ab sofort wieder ohne Umwege nutzen.
Die Sanierung der Brücke zum Naturbad Drachselsried konnte im Frühjahr 2026 dank der guten Zusammenarbeit von Zimmerei Köppl, Ing. Büro Kiendl & Moosbauer, Prüfingenieur Alois Kolb und Gemeinde abgeschlossen werden.
Die Sanierung, welche ursprünglich lediglich als Austausch des Bohlenbelags angedacht war, entpuppte sich leider als Großbaustelle mit erheblichem Mehraufwand. Das Ergebnis ist dennoch zufriedenstellend, sodass die Brücke nun runderneuert für die kommenden Jahrzehnte ertüchtigt wurde.
Bereits im Jahr 2023 erfolgte eine erste Bewertung der Brücke über ein einfaches Brückengutachten, bei dem der Brücke ein ausreichender Zustand bescheinigt wurde. Hier wurde der Gemeinde geraten, den Bohlenbelag auszutauschen und die Entwässerung der Auflager zu überarbeiten um Fäulnis zu vermeiden. Bei dieser optischen Prüfung erfolgte jedoch keine tiefergehende Untersuchung der Balkenstruktur. Schäden waren von außen nicht sichtbar.
Daraufhin folge der Beschluss, den Bohlenbelag zu erneuern und entsprechende Maßnahmen umzusetzen. Die Arbeiten sollten zeitnah umgesetzt werden und der Auftrag wurde an die Zimmerei Köppl vergeben.
Beim Entfernen des alten Bohlenbelags wurde jedoch festgestellt, dass dieser bei der Erstellung der Brücke direkt durch die Schweißbahn zur Abdichtung der Brücke geschraubt wurde und daher Feuchtigkeit in die Unterkonstruktion eindringen konnte. Im Anschluss erfolgte die Öffnung der Abdichtung, sodass deutliche Fäulnis an teils tragenden Strukturen (Unterzüge der Fahrbahn) festgestellt wurde.
Nach Bewertung des beauftragten Ing. Büros waren die Fäulnisschäden so weitreichend, dass eine einfache Sanierung nicht mehr möglich war und zunächst ein Sanierungskonzept entwickelt werden musste. Man kam zu dem Ergebnis, dass die Untergurte der Fahrbahn auszutauschen sind. Die statische Berechnung des Ing. Büros Kiendl & Moosbauer bestätigte, dass eine Sanierung möglich ist. Diese Berechnungen wurden vom Prüfingenieur Alois Kolb überprüft und eng mit der ausführenden Zimmerei Köppl abgestimmt. Die Festigkeit der Brücke war ursprünglich so ausgelegt, dass diese sogar mit einem Fahrzeug befahrbar ist, sodass zu keiner Zeit eine Einsturzgefahr bestand. Dennoch war der Sanierungsbedarf deutlich gegeben.
Im Gemeinderat folgte daher, nach sorgfältiger Abwägung aller Möglichkeiten, der Beschluss die Brücke umfassend zu sanieren und entsprechend den aktuellen Regeln der Technik abzudichten. Die Gesamtsanierungskosten betragen in etwa 100.000 €, was dennoch deutlich unter den Neubaukosten liegt, welche mindestens das Doppelte betragen.
Die Tragfähigkeit der sanierten Brücke soll wieder dem ursprünglichen Bauzustand entsprechen, was durch den teilweisen Austausch beider Untergurte an der Südseite mittels eines biegesteifen Stoßes mit zwei außenliegenden Stahlblechlaschen und Mittelholz erreicht werden kann.
Dieser Austausch wurde fachmännisch von der Zimmerei Köppl ausgeführt. Während der Arbeiten musste die Brücke zusätzlich gegen Schwingungen gesichert werden. Ebenso war eine Vollsperrung der Staatsstraße erforderlich, welche zunächst mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden musste.
Nach der Sanierung der Untergurte wurden die Mehrschichtplatten der Fahrbahn erneuert und anschließend professionell, entsprechend den aktuellen Regeln der Technik abgedichtet. Hierzu wurden die damals hölzernen Geländepfosten ebenfalls durch Metallpfosten mit seitlicher Befestigung ersetzt um die Festigkeit und Dichtheit langfristig zu gewährleisten.
Ebenso wurden die Übergänge zu den Auflagern und Rundbögen so gestaltet, dass überschüssiges Wasser ablaufen und die tragende Struktur nicht mehr erreichen kann. Der neue Bohlenbelag wurde anschließend schwimmend verlegt, ohne die Abdichtung zu beschädigen. Zuletzt erfolgte noch ein neuer Anstrich der Brückenstruktur zum Schutz des Holzes. Aktuell soll im Betonauflager auf der Südseite noch eine Ablaufrinne installiert werden, sodass abfließendes Wasser von der Brücke ferngehalten wird.
Auch wenn dieses Sanierungsprojekt mehr Zeit als ursprünglich angedacht in Anspruch genommen hat, ist das Ergebnis dennoch zufriedenstellend. Wir bedanken uns bei allen Projektbeteiligten und auch für das Verständnis der Bevölkerung für die Geduld.