Wie leben Kinder auf der anderen Seite der Welt? Welche Herausforderungen bestimmen ihren Alltag und warum ist Bildung dort oft keine Selbstverständlichkeit? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 4 im Rahmen einer eindrucksvollen Auftaktveranstaltung der Khublei Indienhilfe aus Stegaurach. In einem kindgerecht gestalteten, abwechslungsreichen und mit zahlreichen Bildern untermalten Vortrag nahm das Referententeam, unter der Leitung von Herrn Gerhard Albert, Frau Beate Offermanns und Herrn Manbha Pakem die Kinder mit auf eine Reise in den Nordosten Indiens. Besonders bewegend waren die Einblicke in die Lebensverhältnisse vieler Familien. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass häufig acht Menschen gemeinsam in einer kleinen Hütte leben, sich mehrere Familienmitglieder ein Bett teilen und viele Eltern als Tagelöhner arbeiten. Oft muss eine ganze Familie mit umgerechnet nur einem Euro pro Tag auskommen.
Große Betroffenheit löste auch das Thema Bildung aus. Während Kinder in Deutschland selbstverständlich viele Jahre eine Schule besuchen können, endet der Unterricht in vielen indischen Dörfern bereits nach der vierten Klasse. Zahlreiche Kinder müssen anschließend ihre Familien bei der Arbeit unterstützen und können ihre schulische Laufbahn nicht fortsetzen. Bilder von einfachen Schulgebäuden aus Wellblech sowie fehlenden sanitären Einrichtungen machten diese Unterschiede eindrucksvoll sichtbar. Für staunende Gesichter sorgte ein selbst gebautes Spielzeugauto aus einer Plastikflasche. Es zeigte den Kindern auf beeindruckende Weise, mit wie viel Kreativität und Einfallsreichtum aus einfachsten Materialien Spielzeug entstehen kann – ein Moment, der vielen besonders in Erinnerung bleiben wird. Während der gesamten Veranstaltung verfolgten die Schülerinnen und Schüler den Vortrag mit großer Aufmerksamkeit. Sie hörten interessiert zu, stellten überlegte Fragen und zeigten großes Mitgefühl für die Lebenssituation der Kinder in Indien. Der Austausch machte deutlich, wie wichtig es ist, den Blick über den eigenen Alltag hinaus zu richten und globale Zusammenhänge bereits im Grundschulalter erlebbar zu machen. Den feierlichen Abschluss bildete die Übergabe der Unterlagen eines Patenkindes an die Grundschule. Dank der Unterstützung des Fördervereins „Lernen für die Zukunft e.V.“ übernimmt die Schule künftig die Patenschaft für ein Kind in Indien.
Mit dieser Kooperation möchte die Grundschule ihren Schülerinnen und Schülern vermitteln, dass Hilfsbereitschaft, Mitmenschlichkeit und Bildung keine Grenzen kennen. Die Partnerschaft mit der Khublei Indienhilfe eröffnet den Kindern die Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und Verantwortung für eine gerechtere Welt zu übernehmen.