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Amtsblatt der Gemeinde Kolitzheim
Ausgabe 4/2026
Amtliche Nachrichten
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Aus der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates vom 27.01.2026

Vorstellung der Zwischenergebnisse aus der Bestandsanalyse zur Kommunalen Wärmeplanung

Der Vorsitzende erteilt Herrn Frank Wendel von der ÜZ Mainfranken das Wort, der sich zunächst persönlich vorstellt und zu seiner Agenda die Gliederungspunkte mitteilt (Einleitung, Bestandsanalyse „Ist-Zustand“, Potenzialanalyse / Zielszenario und weiterer Projektverlauf).

Seit dem 01.01.2024 besteht die gesetzliche Verpflichtung eine kommunale Wärmeplanung (kWP) durchzuführen. Die kWP ist ein informelles Planungsinstrument der Kommune zur langfristigen Gestaltung der Wärmeversorgung. Hierbei geht es insbesondere um die langfristige Umstellung dezentraler fossiler Heizsysteme auf eine umwelt- und klimafreundliche Wärmeversorgung. Dazu werden alle Quartiere einer Kommune, hinsichtlich ihrer Eignung für Wasserstoffversorgung / Versorgung mit grünen Gasen (z.B. Biomethan), Wärmenetzeignung und dezentrale Versorgung, z.B. über Wärmepumpen, Pelletkessel etc. überprüft.

Der „Ist-Zustand“ wird in der Bestandsanalyse durch die Wärmebelegungsdichte (kWh/m) dargestellt. Herr Wendel erläutert den vorläufigen Endenergieverbrauch Wärme nach Energieträgern der gesamten Großgemeinde.

Wasserstoffversorgung:

Da es kein Gasnetz im Gemeindegebiet gibt, ist die Nutzung von Wasserstoff oder grünen Gasen zur Wärmeerzeugung sehr unwahrscheinlich. Ob ein Gewerbebetrieb in Zeilitzheim künftig Wasserstoff benötigt / bekommt, sollte weiter verfolgt werden.

Wärmenetzeignung:

In allen Gemeindeteilen ist der Hauptenergieträger zur Wärmebereitstellung Heizöl und dies auch überwiegend in den Altbaugebieten.

In Oberspiesheim ist eine Biogasanlage vorhanden, die ggf. erweitert werden könnte und somit ein Wärmenetz entstehen würde. Dies wäre von künftigen Entwicklungen abhängig und bedarf dann näherer Abstimmungen mit dem Betreiber der Biogasanlage.

In Unterspiesheim wären im bestehenden Wärmenetz durch den nicht benötigten Anschlussstrang „Schule“ weitere Anschlüsse denkbar. Ansonsten sind aufgrund ausgeschöpfter Kapazitäten Erweiterungen eher schwierig.

In Kolitzheim ist eine Biogasanlage vorhanden. Diese ist jedoch, auf Grund zu geringer Leistung, für die Umsetzung von Wärmenetzen eher schwierig nutzbar.

In Zeilitzheim ist durch einen Gewerbebetrieb die Abwärmenutzung bzw. die Nutzung der Energieinfrastruktur für die Einspeisung in ein potenzielles Wärmenetz denkbar. Weitere zukünftige Abstimmungen wären sinnvoll.

Der Vorsitzende ergänzt hierzu, dass eine denkbare Variante der Wärmenutzung auch die Klärschlammtrocknung wäre.

Auf den Vorschlag aus dem Gremium zur Verlegung von Leerrohren in den Straßen, die nun saniert werden sollen, teilt der Vorsitzende mit, dass diese zu weit von der Wärmequelle entfernt sind, aber grundsätzlich für Kanal- und Straßensanierungen eine Wärmeplanung herangenommen werden kann.

Für Lindach, Stammheim, Herlheim und Gernach gilt, dass der Aufbau eines größeren Wärmenetzes schwierig umsetzbar ist; wobei in Lindach bei hohem Anschlussinteresse der Aufbau eines Wärmenetzes in der Lindenstraße und im Gebiet rund um die Steinstraße näher betrachtet werden könnte.

Denkbar ist auch der Aufbau kleinerer Wärmenetze. Beispielsweise könnte in Stammheim die Schule und der Kindergarten über eine zentrale Wärmepumpe versorgt werden, wobei Wasser des Mains evtl. als Wärmequelle in Frage käme.

Weitere kleinere Zusammenschlüsse zu einem Wärmeverbund sind ebenfalls denkbar.

Zusammenfassend stellt Herr Wendel fest, dass die dezentrale Versorgung, z.B. über Wärmepumpen, Pelletkessel etc. wahrscheinlich die Standardlösung bleiben wird.

Abschließend teilt Herr Wendel zum weiteren Projektverlauf die Finalisierung der Potenzialanalyse, mit einer vorgesehenen Präsentation im Juni oder Juli, mit. Eine Wärmewendestrategie mit Maßnahmenkatalog für jedes Quartier wird erstellt.

Anschließend beantwortet Herr Wendel Fragen der Gremiumsmitglieder.

Allgemein wird im Gremium festgestellt, dass die Bestandsanalyse im Grunde keine neuen Informationen bzw. Erkenntnisse für die Gemeinde hervorgebracht hat.

Der Vorsitzende ergänzt, dass die Kommunen zur Durchführung einer Bestandsanalyse gesetzlich verpflichtet sind. Hierdurch sollen die Möglichkeiten im Gemeindegebiet aufgezeigt werden.

Der Vorsitzende bedankt sich für die Ausführungen und die Beantwortung von Fragen bei Herrn Wendel und verabschiedet ihn.

Vorstellung der Neukonzeption touristischer Radrouten im Landkreis Schweinfurt

Der Landkreis Schweinfurt hat zwei Planungsbüros mit der Ausarbeitung einer

Neukonzeption touristischer Radrouten (Rundwegeverbindungen) beauftragt.

Der Vorsitzende stellt an Hand einer Karte die touristischen Radrouten im Landkreis Schweinfurt vor. Die Gemeinden können hierzu ihre Stellungnahme abgeben und auch Vorschläge zu Ergänzungen mitteilen. Konkret können zusätzliche Abkürzungsstrecken (rot gekennzeichnet) zu den touristischen Rundwegeverbindungen vorgeschlagen werden.

Nach Diskussion wird im Gremium festgestellt, keine weiteren Vorschläge zu den touristischen Planungen zu melden.

Bekanntgabe des vorläufigen Rechnungsergebnisses 2025

Der Vorsitzende teilt dem Gremium mit, dass das vorläufiges Rechnungsergebnis eine erfreuliche „Punktlandung“ ist; dies ist ein Zeichen für eine gute Planung und einer guten Haushaltswirtschaft.

Er erteilt zur weiteren Information über die vorläufigen Jahresdaten für 2025 Frau Kämmerin Jutta Martinelli das Wort.

Frau Martinelli erläutert dem Gremium den Haushaltsansatz, sowie das jeweilige vorläufige Ergebnis.

Haushaltsansatz

vorläufiges Ergebnis

Verwaltungshaushalt

14,8 Mio. €

14,7 Mio. €

Vermögenshaushalt

5,8 Mio. €

4,9 Mio. €

Übersicht Haushaltsansatz und tatsächliche Einnahmen und Ausgaben:

Der Überschuss im Verwaltungshaushalt beträgt

554.000 €.

Der Überschuss im Vermögenshaushalt beträgt

320.000 €.

Es handelt sich um das vorläufige Jahresrechnungsergebnis, da noch interne

Abschlussbuchungen durchgeführt werden. Gegenüber der endgültigen Jahresrechnung sind im Ergebnis keine Änderungen zu erwarten.

Zum 31.12.2025 ergibt sich folgender Schuldenstand:

am 01.01.2025

€ 3.250.000

am 31.12.2025

€ 3.000.000

geleistete Zinsen

€ 103.650

geleistete Tilgung

€ 250.000

Rücklagenstand zum 31.12.2025:

am 01.01.2025

€ 9.982.600

am 31.12.2025

€ 8.005.400

erhaltene Zinsen

€ 95.700

Rücklagenentnahme

€ 1.977.200

Frau Martinelli teilt ergänzend mit, dass die Auflagen des Landratsamtes Schweinfurt zum Haushalt 2025 erfüllt wurden und zwei Rücklagen aufgelöst wurden, da die Rücklagenauflösung günstiger war als eine Kreditaufnahme.

Aus dem Gremium werden die Arbeiten zum Haushalt gelobt, da die Forderung – Haushaltsansatz nahe dem vorläufigen Ergebnis- erfüllt wurden. Es wird aber auch festgestellt, dass der nächste Gemeinderat in weiteren Investitionen sehr eingeschränkt ist, da jetzt schon weitere Ausgaben wie z.B. Kanalsanierungen bekannt sind.

Der Gemeinderat nimmt das vorläufige Ergebnis der Jahresrechnung 2025 zur Kenntnis.

Bestätigung der Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Oberspiesheim

Zum Kommandanten und stellvertretenden Kommandanten der FFW Oberspiesheim wurden in der Dienstversammlung am 17.01.2026 gewählt:

Erster Kommandant:

Lucas Schwab, Oberspiesheim, 97509 Kolitzheim

Stellvertretender Kommandant:

Nico Schömig, Oberspiesheim, 97509 Kolitzheim

Der Gemeinderat bestätigt die Wahl der Kommandanten.